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Ueber den Entwurf eines Reichs-Eisenbahn-Gesetzes und dessen Unzulässigkeit / von Moriz Mohl
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einträglichen in den übrigen Theilen des Landes bauen und betreiben.Und doch hangt davon die Entwicklung aller productiven Kräfte unddes Wohlstandes derselben ab. Die Main-Neckarbahn von Frankfurtüber Darmstadt nach Heidelberg und Mannheim, an welcher Staatsbahnübrigens Baden nur Theilhaber ist, dürfte wohl die einträglichste fein.Sie lieferte:*)

im Jahr 1860 6,s o/o im Jahr 1869 6,ss §/»

1865 6,8 1870 6,4i

1867 7,2 1871 15,,2

1868 7,2

während die badischen Staatsbahnen gewährten:

im Jahr 1860 5,s °/o im Jahr 1869 4,ss o/o

,,

1865

5,o

1867

5,4

1868

5,o

1870 4,4i

1871 7,is

1872 4,Li

Wir vermuthen, daß auf den hohen Ertrag des Jahrs 1871 dieTruppen-Transporte von besonderem Einfluß waren und wohl noch weitmehr der im Krieg zurückgehaltene Strom von Güter-Transporten, wel-cher nach seiner Beendigung in Fluß kam. Von den neueren Ergebnissenin Baden ist uns bis jetzt nur das Jahr 1872 bekannt, welches einentiefen Rückschlag zeigt. Es dürfte kaum fehlen, daß die hohen Baukostender badischen Schwarzwald-Bahn, die erhöhten Kohlen- und Material-Preise und Löhne einerseits und die Elsässer Concurrenz andererseits denErtrag der badischen Bahnen auch neuerdings erheblich vermindern. Nunbetrug im Jahr 1871 das Anlage-Capital der badischen Staatsbahnen

*) Wir folgen in diesen Zahlen-Angaben Kürze halber für die Jahrgängevor 1869 den, in den Decimalzahlen auf eine Decimale abgerundeten, Angaben derZeitung des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen vorn 17. April 1874 u. f.;für die Jahrgänge 1869, 1870 und 1871 derDeutschen Eisenbahn-Statistik" dieserJahre, welche für 1872 und 1873 noch aussteht. Etwas in den Decimalen abweichendist die Angabe für 1871 in dem badischen Jahrbuch, welches auch die Erträge dersämmtlichen vom Staate verwalteten badischen Privatbahnen mittheilt. Für dieJahre 1872 und 1873 sind wir auf den Zufall öffentlich gewordener Angaben,beschränkt.