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Herstellungskosten erworben hat. Im Betriebe von Gesellschaften waren43,7s Meilen Privatbahnen (worunter die Leipzig-Dresdener im Jahr1871 mit 31,s? Meilen, welche heut zu Tage der Staat natürlich vorAllem selbst bauen würde, einschließlich einiger Seitenbahnen, und dievon der Leipzig-Dresdener Bahn verwaltete Cottbus-Großenhainer mit10,so Meilen). Im Königreich Sachsen waren also zu Anfang des Jahrs1874 auf 272,22 büMeilen bereits 188,8s Meilen Eisenbahn (oder 0,sssBahnmeile auf die lUMeile) im Betriebe, was verhältnißmäßig mehrals in irgend einem deutschen Mittel- oder größeren deutschen Staate istund zu der merkwürdigen Entwicklung aller Erzeugungszweige, des Berg-baues, der Forst- und Landwirthschaft, aller denkbaren Gewerbe, desHandels und man darf wohl sagen, auch der Künste und Wissenschaften,in Folge der geistigen Reibung und der reichen Mittel in diesem, voneinem so tüchtigen und liebenswürdigen Volksstamme bewohnten Lande,sowie seiner Bevölkerungszahl (9,390 Einwohner im Jahr 1871 aufder HH Meile dieses gebirgigen und zum Theil minder fruchtbaren Landes)mächtig beigetragen hat. Wer könnte sich die bewundernswürdige heutigeEntwicklung Sachsens und seines Verkehrs und Reichthums ohne seinEisenbahnnetz als möglich denken! Die Hauptbahnen des Landes (dieursprüngliche Leipzig - Dresdener ausgenommen) sind aber Staatsbahnen,z. B. die sächsisch-bayrische (Hof-Leipzig), die voigtländische nach Eger,die sächsisch-böhmische (Dresden-Bodenbach), die sächsisch-schlesische (Dres-den - Bautzen - Reichenbach) u. s. w. u. s. w. In Sachsen liegen ganz die-selben Gründe für eine abwehrende Haltung der Regierung gegen denvorliegenden Entwurf eines Reichs-Eisenbahn-Gesetzes und die demselbenzu Grunde liegenden Motive vor wie in den süddeutschen Staaten. Diesächsischen Staatsbahnen waren zwar bis jetzt rentabler als die süddeut-schen, im Durchschnitte der Staatsbahnen jedes Landes, was der Reich-thum Sachsens au Steinkohlen, an Industrie und Handel, an Bevölke-rung und seine günstige Lage für den Fremden-Verkehr und Transitleicht erklären. Das Anlagecapital der sächsischen Staatsbahnen für Bauund Betriebsmittel betrug im Jahr 1871 bei damals 109,os Meilen75,ss Millionen Thaler — 132,ss Millionen Gulden und gewährte einenReinertrag von 5,351,21t Thlr. ---- 9,364,619 fl. 15 kr. -- 7,„7 °/o.