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Das Pariser Blatt: l'Inäustris, souinal 6ss obsmins äs kor sie.,vom 17. Mai 1874, dem wir diesen Auszug aus der Rede des belgi-schen Ministers entnehmen, bemerkt dazu, dieselbe sei sehr lehrreich unddürfe auch Frankreich zur Warnung dienen, wo der Staat zwardie einträglichsten Linien sechs großen Gesellschaften überlassen, sich aberVortheile dabei vorbehalten habe und mit staatlichen Interessen betheiligtsei. — In Belgien, wo der Staat die besten Linien gebaut und be-sessen habe, habe derselbe ohne ernstliche Prüfung, ohne höheren Blickfür's Ganze, hier und dort Privatbahnen concessionirt, welche so geschicktgewesen seien, sich mit einander in Verbindung zu bringen, zu susionirenund den Staat zu ihrem Ankauf zu nöthigen durch die Alternative, inwelche dieser gekommen sei, zwischen ihrem Ankauf und dem Ruin derStaatsbahnen zu wählen. Jetzt, nachdem der Staat Besitzer der meistenbelgischen Bahnen sei, bemerke er, ein so schlechtes Bahnnetz zu haben,daß sein Betrieb ganz ruinös sei. In der That sei er jetzt in gewissenRichtungen im Besitz von zwei oder drei concurrirenden Linien, wo eineeinzige genügen würde, alle Bedürfnisse zu befriedigen. — Man müsseblind oder verrannt sein, wenn man zu verkennen vermöge, daß dieseErfahrung Belgiens von gestern zur Geschichte Frankreichs von morgenwerden werde, wenn die Regierung nicht mit aller Energie dem Speku-lationsfieber Einhalt thue. „Allerdings" — sagt das Blatt — „geht„der Angriff bei uns gegen die großen Gesellschaften; diese möchte man„gerne nöthigen, eines Tages alle die Concessionen anzukaufen, welche„man auf allen Seiten zu erlangen sucht, um sie dann zu verbinden, zu„susioniren u. s. w.; aber in der Wirklichkeit wäre das Uebel das gleiche;„der Staat würde ebenso viel als die Gesellschaften verlieren; er würde„dabei vor Allem durch eine ungeheure Zunahme seiner Zinsengarantie-„leistungen verlieren, und noch mehr zum bloßen Profit einiger geschick-ten Spekulanten durch den Ruin der großen Gesellschaften, welche,„nächst dem Staatsschätze, die hauptsächlichsten Depositäre der Ersparnisse„des Publikums seien. Wir können" — schließt der Aufsatz — „nicht„glauben, daß die Nationalversammlung und die Regierung durch diese„große Gefahr nicht zu einer Modifikation in der Gesetzgebung sich be-zogen finden dürften, um der Entwicklung des Eisenbahnnetzes einen