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Ueber den Entwurf eines Reichs-Eisenbahn-Gesetzes und dessen Unzulässigkeit / von Moriz Mohl
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64
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sicheren Gang und diesem Netze eine gute Anlage zu sichern einemNetze, das bekanntlich Eigenthum des Staates ist und die sichersteGarantie der Verbindlichkeiten des Staates werden muß."

Was in diesen Bemerkungen des gedachten Pariser Journals vom17. Mai 1874 flüchtig angedeutet ist, dieß ist schon früher des Näherenausgeführt in einer Schrift: la gusstiou «tos obomins äo tsr, par1?. Noustts-Volorms, karis 1872, zu welcher ein englisch-französischesProject, eine Concurrenzbahn von Calais über Paris und Lyon nachMarseille neben den großen französischen Hauptbahnen auf dieser Linieanzulegen, die nächste Veranlassung gab.

Es würde zu weit führen, dieser mit großer Sachkenntniß, durch-sichtiger Klarheit und schlagender Beweisführung geschriebenen, au inter-essantem statistischem Material reichen Schrift in alle Einzelheiten folgenzu wollen. Aber es dürfte am Orte sein, hier wenigstens einige Haupt-punkte hervorzuheben und aus ihrer Beleuchtung Einiges anzuführen.

Sie weist es als eine Gedankenlosigkeit nach, zu glauben, daß imEisenbahnwesen von der Coucurrenz von Bahnen, welche wesentlich ineiner und derselben Linie liegen, ein Vortheil zu erwarten sei; zu ver-kennen, daß diese Concurrenz nothwendig in Coalition oder in Fusion-beider Bahnen umschlagen, und daß sie die Fahr- und Frachtpreise, stattsie zu vermindern, auf die Dauer nothwendig vertheuern müsse. DieseWahrheiten, welche der gesunde Menschenverstand jedem Denkenden aufden ersten Blick zeigen sollte, werden allerdings, weil so viele Leute sichnicht die Mühe geben oder nicht das Zeug haben, zu denken, nicht seltenverkannt, und von der Gründerspeculation wohlweislich verschwiegen..Die fragliche Schrift thut sie aber sehr klar dar. Wir versuchen es, infreier eclectischer Weise ihren Gedankengang darzustellen.

Auf dem Meere, auf Flüssen, auf Kanälen (wenn die Schifffahrt aufdenselben nicht in den Händen einer Gesellschaft ist), auf den Landstraßenkann Jeder inr Transport concurriren; die Frachten bestimmen sich durchAngebot und Nachfrage; Zeiten geringen Verkehrs und schlechter Frachtengleichen sich durch andere aus, wo das Gegentheil eintritt. Wenn esauch vorkommt, daß z. B. zwischen Dampfbooten eine sinnlose Concurrenzeintritt, wie z. B. auf der Saone es im Kampfe zwischen Dampfboot-