84
träges der Staatsbahnen zu 5,910,217 Thlrn. und setzte die Gründefür das Herabgehen der Rentabilität der sächsischen Staatsbahnen (er-höhte Lohnforderungen, abnorme Preise des Materials, Erhöhung derBeamtengehalte) auseinander. Hiezu bemerkte Staatsminister Frhr. v.Friesen; „Was die Kommission sage, sei vollkommen richtig. Allein„er vermisse einen Grund und zwar gerade den, der ihm als der Haupt-grund erscheine, warum die Rente unsers gesammten Eisenbahn-Netzes„zurückgegangen sei. Ihn hervorzuheben, halte er sich um so mehr für„verpflichtet, als dringend zu wünschen sei, daß das Zurückgehen der„Rente des gesammten Bahnnetzes nicht verwechselt werde mit dem der„Rente der einzelnen Bahnen. Während Letzteres eine sehr traurige That-sache sein würde, sei Ersteres wegen seiner Ursache etwas sehr Erfreu-liches. Denn es liege darin, daß in Sachsen seit einer Reihe von Jahren„der Staatsbahnbau viel mehr aus dem Gesichtspunkt eines volkswirth-„schaftlichen Unternehmens, als aus dem einer finanziellen Spekulation„aufgefaßt werde. Der Staat habe eine Mehrzahl von Bahnen in dem„vollen Bewußtsein gebaut, daß sie zunächst nicht nur keine Rente„bringen, sondern sogar einen Zuschuß erfordern würden. Es sei dies„etwas Erfreuliches, denn diese Eisenbahnen seien nichtsdestoweniger„von der allergrößten Wichtigkeit für die Entwickelung des Volkswohl-„standes, der Industrie, der Landwirthschaft, des allgemeinen Wohlbe-„findens im Lande. Er könne sich die Genugthuung nicht versagen,„darauf hinzuweisen, wie doch das von der Regierung festgehaltene System,„auch den Bau gewisser unzweifelhaft rentablen Bahnen dem Staate„vorzubehalten, sich sehr bewährt habe; denn nur dadurch, daß der„Staat eben auch rentable Bahnen baue, sei es möglich geworden, auch„ärmeren Gegenden, die Keime des Wohlstandes in sich bergen, zu deren„Entwickelung sie der Transportmittel bedürften, diese letzteren zu ge-währen. Er bitte also nicht bloß die finanziellen Erträgnisse der„Staatsbahnen, sondern auch ihre Wichtigkeit für das allgemeine Wohl„bei Beurtheilung des Vorgehens der Regierung im Auge zu behalten."
Ganz den gleichen Grundsätzen huldigen auch andere Länder imStaatsbau der Eisenbahnen. So namentlich Württemberg. Hättendiese Staaten nur die rentabelsten Hauptverkehrslinien ihres Landes ge-