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an, ziehen aber — wenn niedere Frachten von einer großen Frequenzdie gleiche Rein-Einnahme gewähren wie hohe Frachten von einer kleinenFrequenz, das letztere System vor, weil es ihnen bequemer sei. Diegewöhnlichen Personentaxen von 2 Pence per (engl.) Meile (— 27 ,40Kreuzer per deutsche Meile) in I. Classe, l'/s Pence (— 20,ss kr. p.d. M.) in II. Classe, welche Classe viel schlechter als die auf deutschenEisenbahnen und für gebildete Leute nicht anständig ist, 1 Pence— 13,7» kr. p. d. M.) für III. Classe (welche nach der Beschaffenheitder Wägen vollkommen infam genannt zu werden verdient) seien umein Drittel höher als auf den Staatsbahnen des Continents. Ebensoungefähr die Güterfrachten. Das Personal der Angestellten sei von einergeringeren Qualität, als es wäre, wenn der Staat dafür zu sorgenhätte, und die Angestellten würden auch alle lieber im Dienste desStaates stehen. Man spare an der Zahl Ves Personals, das überbürdetsei. Dazu die vielerlei Gesellschaften und deren Linien. Dieß Allesbringe jene große Unsicherheit und Gefahr für Leib und Leben auf denbritischen Eisenbahnen hervor. (Und in der That lasen wir unlängst inden Blättern wieder, daß im Jahr 1872 in England nach amtlichenErhebungen 246 Eisenbahn-Unfälle stattfanden, 1100 Menschen dabeidas Leben einbüßten und 3000 beschädigt wurden, die Eisenbahn-Bediensteten ungerechnet — man sehe sich dagegen auf den Staats-bahnen des Continents um, wie äußerst wenige ernstliche Unfälle hiervorkamen!) Hätte der Staat die Eisenbahnen in dem britischen Reiche,so würde er auch eine Packetpost wie in Deutschland haben, was einsehr großer Mangel in Großbritannien sei. Diese würde eine aus-nehmende Bequemlichkeit für das Publikum, für Handel und Gewerbesein, und dem Staate viel Geld eintragen. Statt daß die Directionender englischen Privatbahnen jetzt ihre halbe Zeit damit zubringen, einanderzu befehden und sich dagegen zu vertheidigen und ein ungeheures Geldder Gesellschaften dafür auszugeben, würde eine Staatsleitung dasInteresse des Publikums pflegen. Sorge für das Interesse des Publikumssei gar nicht die Aufgabe der Directoren der Aktiengesellschaften, ihreBestimmung sei, für ihre Gesellschaften möglichst viel Geld zu machen.Mit den Privatbahnen aber würde der corrumpirende Einfluß ihrer