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Korkeiche
Korn
Flüssigkeit den Kork völlig bedeckt und so einen sichern Verschluß bildet. Namentlich ist dieserforderlich bei Flüssigkeiten, welche, wie Champagner, Sodawasser u. s. w., ein Gas unterhöherm Druck absorbirt enthalten, das bei aufrecht stehenden Flaschen selbst durch den bestenKork allmählich entweichen würde. Um eine Flasche so fest zu verschließen, wie es für längereAufbewahrung von Wein, Bier u. dgl. nöthig ist, muß man einen Kork von bedeutend größermDurchmesser als der Hals der Flasche in diesen hineinzwängen und zu dem Ende den Kork vorherauf den nöthigen Grad von Weichheit bringen. Am besten erreicht man dies, wenn man dieKorke unmittelbar vor dem Gebrauch eine kurze Zeit in Waffer kocht, wodurch sie aufquellen undsehr weich werden. Sehr nützlich sind zu diesem Zwecke auch die Korkpreffen, einarmige Hebel,gewöhnlich aus Eisen, die mit einigen für verschiedene Größen von Korken paffenden Ein-schnitten versehen sind, zwischen denen man die Korke nach verschiedenen Richtungen langsam,aber kräftig zusammenpreßt. Die Korkstöpsel werden bisjetzt ausschließlich durch Handarbeithergestellt, da die mancherlei dazu vorgeschlagenen Maschinen noch nicht die Schwierigkeitenüberwunden haben, welche die Elasticität und Zusammendrückbarkeit des Materials der Her-stellung tadelloser Stöpsel auf anderm Wege als durch Schneiden mit einem sehr scharfenMeffer entgegenstellen.
Außer zu Stöpseln wird der Kork noch zu mancherlei andern Zwecken benutzt, wobei theilsseine große Leichtigkeit, theils seine Elasticität in Betracht kommt, so z. B. zu innern Sohlenfür Winterschuhe, zu Schwimm- und Rettungsapparaten u. s. w. Die Korkabfülle hat manauch wol in gehörig zerkleinertem Zustande zur Füllung von Matratzen verwendet, die aufSchiffen den Vortheil bieten, zugleich als Rettungsapparat dienen zu können.
Korkeiche. Unter die große Gattung Quercus L., die Eiche (s. d.), gehört eine Abtheilungmit immergrünem Laube und einer bedeutenden Korkentwickelung des Stammes. Die bekanntestevon allen ist Q. Suber L., die gemeine Korkeiche. Sie bildet einen Baum, der höchstens 40 Fußhoch wird. Die Rinde ist erst glatt, später stark korkig und löst sich in Lohden ab, etwa wie die
Rinde der Eibe sich abschilfert, nurin viel stärkern Stücken. Die Blättersind länglich, lanzettlich, eiförmig,rundlich, am Grunde gerundet oderherzförmig, am Saum buchtig ge-sägt, oder unversehrt, oder geschweift;dabei ist ihr Gewebe derb lederartig.Oberseits sind sie kahl und dunkel-grün, unterseits dünnfilzig und hell.Die Früchte stehen traubig in denBlattachseln, meist zu zwei. Die Bechersind Halbrund, mir ein wenig spar-rigen Schuppen. Die Reise der Eichelnist einjährig. Man löst die Korkschichtaller 6—8 Jahre von den Bäumen.Die zwei ersten Ernten sind schlecht,später kommt der beste Stoss, welchergepreßt in den Handel als Kork kommtund ein wegen seiner Elasticität völ-lig unersetzbarer Stoss ist. DieBaumeertragen bis achtzehn Schalungen.Die Heimat ist das südliche mittellän-dische Gebiet. Wir bilden unter a
Die gemeine Korkeiche (iZnercus 8ud°r).
und b Zweige in l f 3 natürlicher Größe ab; c sind zwei männliche Blüten, dreimal vergrößert,d ein Zweiglein mit weiblichen Blüten, in derselben Vergrößerung. Man hat in der letzten Zeitermittelt, daß jene Korkeiche, welche der französischen Flor angehört und in Languedoc, Rous-sillon, in der Provence und den Lasses Lyrenees, aber auch in Portugal vorkommt, sich durchzweijährige Fruchtreife auszeichnet. Sie wurde Q. occidentalis Gay. genannt. Die nächst ver-wandte Art ist Q. Ilex L. Sie ist im Laube kaum von der vorigen unterscheidbar, allein ihreRinde ist nicht korkig und rissig, sondern glatt. Dabei sind die Schüppchcn der Eichelbecher angedrückt.
Korn, Roggen. Diese Getreideart bildet die Gattung Secale L. Der Blütenstand isteine zusammengesetzte Aehre. Die Aehrchen auf den Ausschnitten einer platten Spindel. Sie