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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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31
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Kraftmaschinen 31

Gravitation, d. i. die Kraft, welche die Weltkörper in Bewegung erhält, und in unserm Pla-netensystem namentlich das Licht. Nächst der allgemeinen schwere ist das Licht diejenige Kraft,welche auf weite Fernen hin übertragen werden kann. Es fließt in mächtigen Strömen jahrausjahrein von der Sonne zu uns hernieder, und wenn wir uns nur einen Augenblick vergegen-wältigen, wie groß die Wirkungen des Sonnenlichts sind' so kommen wir zu der Ueberzeugung,daß wir in ihm geradezu die einzige Quelle alles organischen Lebens an der Erdoberfläche er-blicken müsien. Die Strahlen der Sonne bringen zunächst die Bewegungen des Luft- undWasiermeeres hervor, ohne Sonnenwärme würde in der Atmosphäre fowol wie im Meere ewigeRuhe herrschen, die Quellen und Bäche würden gar bald versiegen und das Erdreich sichlneine todte starre Masie verwandeln. Eine Vegetation wäre unmöglich, und infolge degenmüßte auch das Thierleben in kurzem seinen Untergang finden. Wird aber diese Quelle allesirdischen Lebens nie versiegen? Die Frage liegt sehr nahe, und nach dem, was bisher gesagtworden, ist auch die Antwort nicht schwer. Es läßt sich berechnen, eine wie große Menge vonWärme von der Sonne täglich zu unserer Erde herunterströmt, unsere Erde ist aber nur ein ver-schwindend kleiner Theil desjenigen Raums, den die Sonne'überhaupt bestrahlt. DiejenigenStrahlen, welche die Erde nicht treffen, werden entweder von andern Planeten aufgefangenoder gehen hinaus in den unendlichen Weltraum, verlasien also unser Sonnensystem für immer.Bei so großen Verlusten von Wärme und Licht, welche die Sonne fortwährend erleidet, muß,und dies ist eine unbestreitbare Thatsache, die wärmende und leuchtende Kraft des Gestirns all-mählich abnehmen, wenn nicht ein entsprechender Ersatz dafür geleistet wird. Man hat nun dieVermuthring ausgesprochen, daß die Sonnenwärme durch den ununterbrochenen Fall kleinerWeltkörper (Meteoriten), welche sich auf den Sonnenkörper stürzen und durch ihre rasche Bewe-gung glühend werden, fortwährend erneuert wird. Aber auch wenn dies der Fall ist, muß esmit der Zeit ein Ende nehmen, und von diesem Zeitpunkte an würde eine merkliche Verminde-rung des Ausstrahlungsvermögens der Sonne eintreten. Die belebende Kraft unsers Central-körpers würde demnach allmählich sinken und daS organische Leben auf den Planeten ersterben.Von einer Umsetzung der Kräfte in der uns jetzt bekannten Weise würde dann nicht mehr dieRede sein, es würde dann nur noch die letzte Kraft, die Schwere oder die allgemeine Gravitation,eine Wirkung üben. Gleichwol wären die Kräfte der organischen Welt, welche gegenwärtig anunserer Erdoberfläche thätig sind, nicht verschwunden oder vernichtet, sondern nur mit dem strah-lenden Licht und der strahlenden Wärme nach andern uns unbekannten Gegenden des Welt-raums hin verpflanzt.

Zum Schluß dieser Betrachtung bleibt nur noch übrig, mit wenigen Worten der Kräfte zugedenken, welche in den Organismen selbst thätig sind und als die nächste Ursache des organi-schen Lebens betrachtet werden müsien. In früherer Zeit glaubte man, daß die lebenden Wesenganz andern Gesetzen unterworfen seien als die todte Natur. Man nahm eine ganz eigen-thümliche Kraft, die Lebenskraft an, welche im ganzen Mineralreiche nicht zu finden sei. Es istindesien zur Genüge dargethan, daß eine solche Kraft nicht existirt, sondern daß das ganze thie-rische und pstanzliche Leben aus chemische und elektrische Erscheinungen zurückzuführen ist. DieseKräfte werden durch das Leben selbst, d. h. durch diejenigen Bewegungen, welche das Lebenausmachen, fortwährend absorbirt, und nur so lange, als ein entsprechender Ersatz stattfindet,kann sich das Leben erhalten. Den Ersatz aber bietet die Nahrung, welche in den innern Theilenrcne höchst mannichsaltige chemische Veränderung erleidet und entweder unmittelbar zur Erhal-wng der Körperwärme verwendet oder zuvörderst in Theile deS Organismus übergeführt wird.p./ ä '^als gelingen wird, den ganzen Kreis dieser chemischen Veränderungen, welche dassZ f ^machen, zu überblicken, darüber läßt sich jetzt noch nichts Bestimmtes sagen; indesien- v! n "" Mol nach den schönen Resultaten der neuern Forschung hoffen, daß auch über diese

' -' ^ verborgenen und complicirten Vorqänqe dereinst mehr Licht verschafft werden wird, alswir zetzt ahnen können.

Äraflmaschincn (Motoren) nennt man alle diejenigen Maschinen, mit deren Hülse manKrastleiilungen der verschiedensten Art auszuführen beabsichtigt. Es sind immer Bewegungs-eycheinungen, die man damit hervorzubringen strebt, und in den meisten Fällen sucht man zu-vorderst eine gleichförmige drehende Bewegung zu erzeugen, welche dann durch die sogenanntenBwi,«Honmaschinen oder Uebertragungen in jede beliebige andere Bewegung umgesetzt werdenmnn. Mit einer Kraftmaschine kann man nimmermehr Kraft wirklich erzeugen, sondern nurme m der Natur vorhandenen Kräfte für den Dienst des Menschen geeignet machen. D>c Kraftll- d.) ist etwas Gegebenes, und der Mensch vermag nur über sie in der Art zu disponiren, day