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Kraftmesser
zusammengeneigten Bäumen besteht,in deren Scheitel mehrere einfache Rollen oder einige Flaschen-züge angebracht sind. Es können an dieser Maschine entweder Menschen arbeiten, und dannzieht jeder an einem über die obern Rollen geführten Seile von oben nach unten, oder man läßtThiere ziehen, wo dann noch am Erdboden eine zweite Rolle nöthig wird, damit die Kraft inhorizontaler Richtung wirken kann. o) Schiebebühnen, Laufkrahne und Drehscheiben,welche sämmtlich auf Eisenbahnhöfen vielfache nützliche Anwendung finden. Es sind dies Gerüsteoder fahrbare Winden, welche auf Eisenschienen mittels Rädern fortgeschoben werden könnenund zum Transportiren schwerer Gegenstände, namentlich Wagen, dienen.
Die übrigen Arten der Kraftmaschinen, nämlich die Dampfmotoren (Dampfmaschinen), dieLuftmotoren (Windmühlen, Calorische Maschinen und Gaskraftmaschinen), die Wassermotoren(Wasiermühlen, Wassersäulenmaschinen, Hydraulische Widder, Turbinen u. s. w.) und endlich dieelektromagnetischen Motoren sind in besondern Artikeln behandelt.
Kraftmesser oder Dynamometer sind Instrumente, welche vorzüglich zur Mesiung derMuskelkraft und zur Prüfung der Festigkeit gewisier Substanzen dienen. Sie beruhen auf derElasticität (j. d.) und die bekanntesten von ihnen sind das Regnier'sche Dynamometer und derdy-namometrische Apparat von Perreaux.
Das Regnier'sche Dynamometer (Fig. -1) besteht auseinem elastischen, lang elliptischen Stahlbügel A, in dessenMitte ein Stäbchen b befindlich ist, das bei a festsitzt und amgegenüberliegenden Punkte a' an dem Rande des Stahlbügelsvorübergleiten kann. Bei a ist außerdem ein in Grade ge-theilter Quadrant B angebracht, auf dessen Centrum ein be-weglicher Zeiger sitzt. Wenn die beiden Punkte aa' einandergenähert werden, so drückt das Stäbchen b auf den Zeigerc und verschiebt diesen um so weiter, je stärker die Annähe-rung ist. Um mit diesem Instrument die Muskelkraft derHände zu messen, umfaßt man es quer und drückt es starkzusammen. Soll dagegen die Zugkraft der Schenkel gemessenwerden, so befestigt man es bei ä und bringt bei d' einen starken Riemen an, mittelst desien mandie Feder in die Länge zu ziehen und somit ebenfalls wieder die Punkte a und a' einander zunähern sucht. Register hat auf diese Weise ermittelt, daß die Kraft der Hände eines erwachsenenMannes durchschnittlich 90 —100 Pfd. gleichkommt und daß die Zugkraft der Schenkel gegen300 Pfd. beträgt.
Der dynamometrische Apparat von Perreaux ist in Fig. 2 in oberer Ansicht und in Fig. 3
im senkrechten Durchschnittgezeichnet. Er besteht auseinem rechteckigen Rahmenmit zwei Schlitten a und a';a ist an dem einen Endpunkteeiner elastischen Stahlfeder Abefestigt, während deren an-derer Endpunkt bei b mit demApparate fest verbunden ist.Ein Zeiger <1 dreht sich, wenndie Feder in die Länge gezo-gen wird. An dem zweitenSchlitten a' ist eine starke,mittels einer Kurbel drehbareSchraube befestigt. Um nundie Festigkeit eines Stoffs zuprüfen, wird derselbe zwischenden beiden Schlitten ausge-spannt (B) und dann durchdie Schraube so stark angezo-gen, bis er zerreißt. Die Federwidersetzt sich natürlich dem3
„Fig. 3.
und Familien-Lexikon. V.