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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Krammetsvogel

Ausziehen und der Zeiger wird um so weiter herumgedreht werden, je stärker die Feder angespanntwurde. Im Augenblick des Reißens springt die Feder zurück, der Zeiger bleibt auf seinem Fleckestehen, und damit durch den Rückschlag der Feder keine nachtheiligen Erschütterungen hervorge-bracht werden, ist ein kleines schweres Schwungrad 0 vorhanden, welches durch die zurückfahrendeFeder in Drehung versetzt wird und dadurch deren Kraft erschöpft.

Sowol bei dem einen als bei dem andern dieser Apparate muß mau, um die Kreisbogenrichtig zu graduiren, vorher die Kraft oder die Festigkeit bekannter Materialien darauf prüfen unddann die betreffenden Nummern an die entsprechenden Punkte setzen. Man prüft z. B. das Dy-namometer, indem man der Reihe nach Kräfte von 10, 20, 50 u. s. w. Pfd. darauf einwir-ken läßt, und den dynamometrischen Apparat, indem man Substanzen von bekannter Festigkeitdarauf zerreißt.

Fig. 1. Kopf des Krammets-vogels.

Krammetsvogel (Turdus pilaris). Vorn November bis zum Januar ziehen durch unsereWälder und Büsche Scharen von Drosseln aus dem Norden, wo sie ihre Standquartiere in

Tannen- und Birkenwäldern haben, gegen Süden, wo Feigen,Oliven, Lorbern ihnen leckere und häusige Nahrung bieten. Schonim März kehren sie auf demselben Wege wieder zurück, indem sie,wie bei der Römerfahrt, nachts ruhen, in der Dämmerung wan-dern, am frühen Morgen Beeren suchen, mittags ruhen, nachmit-tags äsen und abends wieder einem Gebüsche oder Walde zuwan-dern, in welchem sie Nachtruhe halten. Alle Arten von Beeren, be-sonders aber Vogel- und Wacholderbeeren sind ihre Licblingsgerichte,doch verschmähen sie auch Schlehen und Hagebutten nicht. ImNorden, in Schweden und Norwegen, nisten sie, soweit die Tanne und die Birke gehen, im Märzund April, brüten bis zu sechs Eiern aus und haben flügge Junge Anfang Juni.

Das sind die Krammetsvögel, denen überall auf ihrem Zuge mit Schlingen und Netzen, jaauch, doch seltener, mit der Flinte nachgestellt wird. Scheu und vorsichtig, laffen sie sich doch ihrerGefräßigkeit halber leicht in Dohnen und Schlingen mit Beeren als Köder fangen und werdendes schmackhaften, fetten und würzigen Fleisches wegen sehr geschätzt. Gefangene lasten sich leichtals Lockvögel nicht nur für Vögel der eigenen Art, sondern auch für alle übrigen Drosteln verwenden.

Der eigentliche Krammetsvogel,den die Franzosen Litorne nennen und-der in Deutschland auch Ganzvogel undWacholderdrossel genannt wird, erreichteine Länge von 10 Zoll, hat einen orangc-gelben Schnabel mit brauner Spitze, grauenKopf, Hals und Bürzel, kastanienbraunenRücken und Schulter, schwarzen Schwanz,gelben Hals, weißen Bauch mit schwarzenFlecken und Strichen und schwarze Füße.Sei» Fleisch ist besonders würzig, wenn erWacholderbeeren gefresten hat, weshalb manauch beim Verkaufe oder beim Braten oftWacholderbeeren in seinen Magen zu schie-ben pflegt. Weniger gut, aber weit fetterist das Fleisch, sobald er sich einige Zeit vonOliven und Feigen im Süden genährt hat.Feinschmecker werden jedenfalls zu allenZeiten das Fleisch der Zippe oder Singdrossel, die man auch den kleinen Krammets-vogel oder Halbvogel nennt (Turdus luusious, stanz. Grive), weit vorziehen, da es feiner,saftiger und würziger ist. „Taute de grives", sagt das französische Sprichwort, „ou mangedes merles" (Hat man keine Zippen, so ißt man Amseln). Die Zippe wird nur 8 Zoll lang,hat einen hellgelben Schnabel mit dunkelbrauner Spitze, olivengrauen Rücken, braune Flügelund Schwanz, gelblichweiße Unterseite mit braunen Flecken und fleischfarbene Füße. Sie brütetauch bei uns in einem kunstvollen, mit zerkautem Holz ausgekleideten Neste, geht nicht so hoch inden Norden als der Krammetsvogel, zieht früher, schon im September, nach dem Süden, kehrtaber mit ihm im März zurück. Für die Unterschiede ihres Fleisches je nach der Nahrung giltdasselbe wie beim Krammetsvogel.

Fig. 2. Der Krammetsvogel (Turdus pilans).