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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Krampf

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Bei den alten Römern war die Züchtung dieser beiden Arten und rhre Mästung ebenso einZweig der Landwirthschast wie bei uns die Züchtung der Gänse und Hühner. Man hielt sie rndunkeln Bauern, fütterte sie mit einer Mischung von Mais und Lorbern mit Felgen und hieltsolche Mäffen, daß man mit ihrem Miste die Felder düngte und die Schweine mästete. Barroerzählt von einer Villa im Sabinerlande, die jährlich 60000 Stück mästete und einmal ouuogemästete auf einen Satz verkaufte. § .

Behufs der Zubereitung für den Haushalt rupft man sie bis an den Hals, zieht ihnedie Haut über den Kopf, sengt sie, entfernt den Kröpf, schneidet den »ordern Theil des -üvplbis an die Augen, die ausgestochen werden, hinweg, bricht die Beine im Kniegelenk ab, wischdie Vogel mit einem Tuche sorgfältig ab, nimmt sie nur dann aus, wenn sie nicht mehr ganzfrisch sind, troussirt sie, wickelt sie mit Faden in Speckschnitte ein, steckt ihnen einen hölzernen vpeilerdurch die Rippen, befestigt sie mittels desselben am Spieß und bratet sie, indem man sie mit zer-laffener Butter und ausgebratenem Speck bezieht, nach Vorschrift gar. — Krammetsvogelim Ofen gebraten. Sie werden wie die vorigen vorbereitet, troussirt, wie bei den Hühnernbeschrieben, in Butter und ausgebratenem Speck auf beiden Seiten angebraten und zuerst nur

mit dem Fett begoffen, dem man erst später nach Bedarf Waffer und etwas gestoßene Wacholder-beeren hinzufügt.

Krampf. Die hierfür gebräuchlichen Fremdwörter sind theils von allgemeiner Bedeutung, wieHyperkinese (von ürcsp, über, und xiviqaic, Bewegung), oder werden dem Sprachgebrauche gemäßvorzüglich für einzelne Krampfformen gebraucht, wie Convulfion (von convellere, losreißen),Spasmus (von crcäv, ziehen), Crampus u. s. w. Krämpfe sind krankhafte Bewegungscrschei-nungen, welche sowol in dem Systeme der willkürlichen als unwillkürlichen Muskeln (s. d.) auftretenkönnen, unter allen Verhältniffen aber dem Willenscinfluffe größtentheils oder vollständig entzogensind und zu den unzweckmäßigen Bewegungen gehören. Um die hier berührten Erscheinungen zuverstehen, ist eine Einsicht in die verschiedenen Arten der Bewegungen unerläßlich, und wirmüffen daher zuvörderst den Leser auf den Art. Bewegung verweisen, wo (Bd. II, S. 163) dieBegriffe der willkürlichen und unwillkürlichen, der Mit- und Reflexbewegungen erörtert sind. EineVergleichung hiermit wird zeigen, daß die Krämpfe ihrem Wesen nach sich den Mit - und Re-flexbewegungen eng anschließen; wie beide sind sie unwillkürliche Bewegungen und, wie die ersten,zugleich unzweckmäßige. Alle Bewegungen, welche zunächst in Zusammenziehungen oder Con-tractionen der Muskeln bestehen, werden durch den Einfluß der Bewegungsnerven (motorischenNerven, von movere, bewegen) erzeugt (vgl. die Art. Nerven- und Nervenkrankheiten), welcheihrerseits wieder ihre Anregung von den Gefühlsnerven oder dem Hirn oder Rückenmark, oftgleichzeitig von mehreren dieser Stellen aus empfangen. Es sind daher alle Bewegungserschei-nungen vielfach und oft recht verwickelt zusammengesetzte Acte, die dem in physiologischen Vor-gängen nicht bewanderten Beobachter aber meist einfach erscheinen, weil die Aufeinanderfolge derverschiedenen Ursachen und Wirkungen außerordentlich schnell (wie auf einen Schlag z. B. Reflex-bewegungen) geschieht, obwol sie nur unter vielfältiger Betheiligung der Empfindungsnervenund der Nervencentren (Hirn und Rückenmark) zu Stande kommen. Infolge dieses ausgebrei-teten Zusammenhangs der Bewegungserscheinungen mit der Thätigkeit des gesammtcn Nerven-systems find auch die Krampfkrankheiten von viel höherer und unheilvollerer Bedeutung für diekörperliche und geistige Gesundheit als die entsprechenden Störungen in den sensibeln oder Ge-sühisnerven, als die Nervenschmerzen, Neuralgien (s. d.), da bei diesen in den allermeisten Fällennur die eine Veite der Nerventhätigkeit einer Störung unterliegt.

, Rücksicht auf die Formen, unter denen diese krankhaften Bewegungsvorgänge, die Krämpfe,auftreten, pflegt man zwei Hauptgruppen zu unterscheiden: erstlich Krämpfe, welche in abwech-ftlnden, rasch aufeinander folgenden Zusammenziehungen (Contractionen) und Erschlaffungeneinzelner oder mehrerer Muskclgruppen oder Beugungen und Streckungen einzelner Gliederbestehen: klonrsche Krämpfe (von xXovsiv, erschüttern), Zuckungskrämpfe, Convulsivnen;zweitens solche, bei denen eine mehr oder minder anhaltende Contraction, Anspannung mehrerer,mitunter selbst der meisten Muskelgruppen stattsindet: tonische Krämpfe (von xewsiv, dehnen,spannen), Starrkrämpfe n. j. w. Atz prägnantes Beispiel für die klonischen Krämpfe dienen dieepileptischen Krämpfe, für die tonischen der glücklicherweise weniger bekannte Wundstarrkrampt(s. Starrkrampf) oder die bekanntem Wadenkrämpfe. Doch reichen diese beiden Unterscheidungenbei weitem nicht hin, um alle die verschiedenen Krampfformen, welche theils in diesem allgemeinen,theils in Specialartikcln besprochen sind, vollständig zu charakterisiren, zumal sich die verschcedens cn

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