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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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48
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48 Krankenpflege

sogar Krankenhäuser, welche nur gewiße Einzelkrankheiten (Lungen-, Herzkrankheiten u. s. w.)aufnehmen. Daß ferner auch nach Ständen (Militär-, Marinespitäler u. s. w.) Unterscheidungengemacht werden, ist für unsere Betrachtung irrelevant, wohl aber noch nöthig zu bemerken, daß inden meisten Spitälern die Einrichtung sogenannter Privatzimmer besteht, in denen einzelne Krankeeine besondere Pflege und Behandlung, natürlich dem entsprechend gegen höhere Vergütung,finden können. Krankenhäuser sollen zwar nicht zu entfernt von der Stadt, aber doch niemalsin der Mitte einer solchen, nicht in der unmittelbaren Nähe von großem Flüssen oder von Mo-rästen, nicht in der Nachbarschaft von lärmenden Werkstätten oder Fabriken init dampfendenEssen u. s. w. liegen; sie sollen auf trockenem Grunde und so liegen, daß die Sonne die Ge-bäude im Lauf des Tages von allen Seiten bescheint. Die den Kranken bestimmten Räumlich-keiten müssen ungefähr nach Süden gelegen sein. Bei ihrer Einrichtung und ihrem Bau sind denRücksichten auf Gesundheit und Bequemlichkeit und leichte Ausführung der Krankenpflege alleandern unterzuordnen. Die Gebäude müssen hinreichend geräumig, mit Garten- und Park-anlagen umgeben, die Höfe offen und ebenfalls geräumig sein. Die Gebäude dürfen höchstensaußer dem hochgelegenen Parterre noch zwei Stockwerke haben, es muß die Anzahl und Größeder Krankenzimmer von der Art sein, daß sie für gewöhnlich nicht erfüllt sind und für Zeitenvon Epidemien ohne Beeinträchtigung der einzelnen Kranken noch eine hinreichende Zahl neueraufzunehmen vermögen, oder bei vorzunehmenden Reparaturen und Reinigungen ein Verlegender Kranken aus einem Zimmer in ein anderes gestatten. Die Treppen müßen breit, leicht zusteigen, feuerfest und licht sein, die Corridore geräumig, leicht zu lüften und für den Winterheizbar, damit in rauhen Tagen die Kranken sich einestheils auf denselben Bewegung machen,anderntheils von ihnen aus die Krankenzimmer mit guter Lust versehen werden können. In dieSouterrains sind die Vorräthe an Feuerungsmaterial, die Küche mit allem Zubehör und nachBefinden auch die Apparate für Heizung und Ventilation des ganzen Krankenhauses zu verlegen.In den Bodenräumen können Trockenräume, Speicher für Utcnsilien, Mobilien, Wasserreser-voirs (zu Wasserleitung, zu Löschvorrichtungen u. s. w.) untergebracht werden. Die Kranken-säle sollen nicht zu groß, womöglich nicht für mehr als 16 — 20 Kranke berechnet sein. DieBetten, in zwei Reihen stehend und zwar so, daß das Licht von der Seite auf sie fällt, solleneinen wenigstens 10— 15 Fuß breiten Gang in der Mitte und einen mindestens 5 — 6 Fußbreiten zwischen den einzelnen frei lassen. Die Säle müßen bei der oben bezeichneten Raum-vertheilung so hoch sein, daß mindestens 1000 Kubikfuß Luft auf den Kranken kommen. Eswerden also die Säle ungefähr eine Höhe von 14—16 Fuß haben müssen. In den äußern Mauernund den Thüren müssen Ventilationsöffnungen angebracht werden. Doch reicht diese Ventilationmeist nicht hin, und man ist bei verschiedenen großen Krankenhäusern darauf bedacht gewesen,noch in anderer Weise einen schnellern Wechsel der Luft und gesundheitsgemäße Erneuerung der-selben zu bewirken. (S. Ventilation.) Die Fußböden müssen gefirnißt sein, um sich leicht reinigenzu lassen, ohne viel Feuchtigkeit aufzunehmen. Die Heizung geschieht entweder in jedem Kranken-zimmer durch besondere Oefen, die, wenn sie zweckmäßig construirt (Berliner Oefen) sindund gutes Brennmaterial verwandt wird, allen hygieinischen Anforderungen genügen und zu-gleich die Ventilation wesentlich unterstützen, oder von einer Centralstelle aus (Lust-, Wasser-,Dampfheizung, vgl. den Art. Heizung), bei welcher eine gleichmäßige Erwärmung des ganzenHauses und eine größere Ersparniß an Brennmaterial erzielt wird. Doch sind dann für dieVentilation noch ganz besondere Einrichtungen zu treffen. Eine Waßerleitung muß womöglichdas ganze Haus mit gutem fließenden Wasser und besonders die Aborte versorgen, damit hierdie größte Reinlichkeit erhalten und jede Entwickelung von stinkenden Gasen und deren Austrittin die Corridore oder gar in die Krankenzimmer vermieden werde. Jede Etage muß an den ge-eigneten Plätzen ihre Badestuben haben, damit auch in der kalten Jahreszeit mit Hülfe der eben-falls erwärmten Corridore die Kranken in die Bäder gebracht werden können, ohne sie der Ge-fahr der Erkältung auszusetzen. An jede Krankenabtheilung muß eine kleine Küche stoßen, inwelcher von dem Wartcpersonal warme Umschläge, Theeaufkochungen u. dgl. bereitet werdenkönnen. Die Waschanstalten sollen womöglich in besondern Häusern untergebracht sein. DieBeleuchtung kann mit Hülfe von Gas geschehen, nur muß die größte Vorsicht in Bezug auf dasSchließen der Röhren verwandt und für ganz besonders ergiebige Ventilation gesorgt werden,weil durch die Gasflammen außerordentlich viel Luft verbraucht wird. (Man rechnet, daß eineGasflamme in einer Stunde an 500 Quart Luft für das Athmen untauglich macht.) Uebrigenserweisen sich gute Argand'sche Lampen am zweckmäßigsten. Für den Winter sind Doppelfensterunumgänglich nothwendig. Für jeden Krankensaal ist wenigstens ein Wärter zu rechnen.