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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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70
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70 Kreide Kreis

Viertelstunde kochen und richtet es, durch ein feines Sieb geschlagen, über gerösteten Semmel-schnitten an. — Krebsbutter, s. Butter.

Kreide. Wegen ihrer großen Weichheit und des geringen Zusammenhangs ihrer Theilefärbt die Kreide leicht ab und eignet sich daher in der bekannten Weise zum Schreibmaterial;außerdem wird sie in ausgedehntem Maße in geschlämmtem Zustande angewandt, als Anstreich-farbe, zum Putzen von Metallgegenstände», in der Chemie zur Neutralisation von Säu-ren, zur Darstellung von kohlensaurem Ammoniak u. s. w.; auch zur Entwickelung von Kohlen-säure wird sie mitunter benutzt, da sie mit concentrirter Schwefelsäure und sehr wenig Mastereinen gleichmäßigen Kohlensäurestrom gibt. Die aus Kreide entwickelte Kohlensäure ist indestensehr übelriechend und daher für manche Zwecke nicht sehr verwendbar. Die Kreide wird auchvielfältig zu Aetzkalk gebrannt, obgleich sie keinen so guten Mörtel gibt wie festere Kalksteine.Rothe Kreide (Röthel, Rothstein) ist meistens ein tboniges Rotheisenerz, nähert sich oft aberauch in ihrer Zusammensetzung dem Bolus; sie wird zum Schreiben und Poliren und als Farbegebraucht. Schwarze Sireibe ist ein kohlenstofsreicher, leicht abfärbender Alaunschiefer, derzum Zeichnen gebraucht wird. Brianconer, Spanische und Venetianische Kreide sindBenennungen für Speckstein, der gleich der Kreide zum Schreiben benutzt wird.

Krcideforilllltio». Im engern Sinne wird darunter die Ablagerung der weißen Kreide ver-standen , welche, mehrere hundert Fuß mächtig, durch das ganze südliche England und nördlicheFrankreich verbreitet ist und sich östlich über die dänischen Inseln bis nach Rügen und nock etwasweiter verfolgen läßt. Man pflegt aber sehr oft diese Bezeichnung aus eine ganze Grupve vonAblagerungen verschiedener Art auszudehnen, die mit großer Mächtigkeit durch ganz Europa,Nordafrika, Westasien, Nord- und Südamerika verbreitet sind. Wir wollen diese geologischzusammengehörigen Ablagerungen hier gemeinsam als Kreidegruppe oder als Ablagerungen derKreideperiode bezeichnen. Ihre Gliederung ist in England, wo man sie zuerst recht vollständigkennen lernte, von oben nach unten die folgende:

1) Obere weiße Kreide mit Feuerstein-Knollen und Lagen. Erdig und schreibend, ganz aus kleinenkalkigen Thierschalen bestehend und oft auch größere Versteinerungen von Meerthierenenthaltend.

2) Untere weiße Kreide ohne Feuersteine. Nicht so weiß und schreibend als die obere, oft ein hell-grauer fester Kalkstein mit vielen Versteinerungen.

3) Kreidemergel, noch kreideähnlich, aber thonreich. Voll Meeresversteinerungen.

4) Oberer Grünsand, ein mürber Sandstein mit vielen Grünerdekörnchen, dadurch zuweilenganz grün gefärbt. Mit vielen Ueberresten von Meerthieren.

5) Gault, eine Mergel - und Thonbildung mit sehr vielen Versteinerungen.

6) Speeton-Elay, wieder eine Thonbildung voll Versteinerungen.

7) Unterer Grünsand, dem obern ähnlich, ebenfalls voll Versteinerungen.

Wählt man diese Gliederung zum Maßstab, so lasten sich beispielsweise die Kreidebildungeneiniger anderer Gegenden, wie folgt, damit vergleichen oder als gleichzeitige Ablagerungenbezeichnen. Ungefähr den vier obern englischen Abtheilungen (Kreide bis oberer Grünsand) ent-spricht in Sachsen und Böhmen der Quadersandstein, welcher wieder zerfällt in: 1) obern Quader-sandstein, 2) Pläner, Mergel, Kalk- und Sandstein, 3) untern Quadersandstein. DenselbenAbtheilungen entsprechen ferner auch die westfälischen Quadersandsteine und Plänerablagerungen.In den Alpen dagegen gehören dazu: die sogenannte Gvsauformation und die Hippuriten-kalksteine; bei Ruszkberg im Banat sogar eine Steinkohlenformation. Dem Gault und Speeton-Elay entsprechen gewiste sehr ähnliche Ablagertingen in Westfalen und in den Alpen. Dem unternGrünsand Englands entsprechen die sogenannten Hilsbildungen Westfalens und die Neocom-bildungen im Jura wie in den Alpen.

Die organischen Reste oder Versteinerungen, welche sich in den Kreidebildungen finden, rührengrößtentheils von Meeresorganismen her und gehören alle ausgestorbenen Species an, währendin den zunächst darüber folgenden Tertiärbildungen schon einige solche auftreten, welche mit leben-den Species übereinstimmen.

Die Gesteine der Kreidegruppe werden auf mancherlei Weise verwendet: die Kreide selbst alssolche; der Feuerstein jetzt seltener als früher; Mergel zum Düngen; Kalkstein zu Mörtel undCäment; Sandstein, besonders der Quadersandstein, als sehr guter Baustein. Bei Gosau in denAlpen und bei Ruszkberg im Banat kommen auch bauwürdige Kohlenlager darin vor.

Kreis. Ein Kreis ist eine in sich selbst geschlossene krumme Linie, deren sämmtliche Punktegleich weit von einem innerhalb gelegenen Punkte entfernt sind (Fig. 1). Dieser Punkt heißt