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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Kresse 77

geschworen, sowie auch bei skorbutischem Zahnfleisch, cariösen Zähnen u. s. w. benutzt. Auchbei einigen chronischen Hautkrankheiten (Krätze, Ekzem, Lichen u. s. w.) hat es mitunter guteDienste geleistet. Es wird mit Wasser oder Spiritus verdünnt, mit Oelen oder Fetten ver-mischt angewendet.

Kresse. Die Gattung Lepidium L. ist ein Kreuzblütler, Tetradynamist aus der Abtheilungder Schötchentragenden. Sie bildet den Typus der sogenannten Lepidineen, welche im Schöt-chen eine ganz schmale Scheidewand haben und deren Würzelchen im Keimling auf dem Rückendes einen Samenlappens stehen. Das Schötchen ist seitlich gedrückt, länglich, ziemlich rund odereiförmig, die Fächer einsamig. Die Klappen sind kahnförmig, auf dem Rücken gekielt oder ge-äugelt. Die Staubfäden haben keine Zähne. Die Blumenblätter sind gleich und weiß. Diegemeine Gartenkresse gehört in die Abtheilung Cardamon K., ausgezeichnet durch ein ziemlichkreisrundes, ausgerandetes Schötchen und einen so kürzen Griffel, daß er beinahe zu fehlenicheint. Das Wunderlichste aber ist, daß die Samenlappen dreitheilig sind. Da man zur Bestim-mung der Kreuzblütler einen Schnitt querdurch den Samen führen muß, so werden unvorbe-reitete Anfänger durch diese seltsame Eigenthümlichkeit sehr irre geführt, indem sie leicht glauben,mit Keimlingen zu thun zu haben, deren Samenlappen infolge mehrfacher Windungen undBeugungen mehrere Durchschnitte geben. L. sativum L. ist ein einjähriges Gewächs, welchesselten über fußhoch wird. Es ist ganz kahl und seegrün. Die dünne Wurzel ist spindelförmig.

Der Stengel ist stielrund,obenhin verzweigt. Die ge-stielten Blättersind doppelt-fiedertheilig oder blos fie-dertheilig. - Die mittlernsind ungestielt, die oberstenwerden lineal. Es gibtauch eine Abart mit krau-sen Blättern und eine mitbreitem Blattlappen. DieTrauben sind vielblütig undendlich lang ausgezogen.Die Kelchblätter habenHautränder. Die Blumen-blätter sind länger, verkehrt-eiförmig. Die Schötchenwerden J / 4 Zoll lang undsind oben ansgerandet. Die.Samen sind länglich, leder-gelb. Sobald die Samen-reife eintritt, wird dieganze Pflanze gelb. SchonHippokrates und Diofkori-des kannten unsere Pflanzeals xapSajiov. Man hatKraut und Samen vielfachgebraucht, um antiskorbu-tisch zu wirken. Herlmundsie sind 4 , Semen Nasturtii horten-

M Salat k ^ Uni> "fsicinell. Im Garten spielt die Kreffe eine Rolle, da die jungen Pflänzchen

14 ^aa er a,U ^ gehackt auf Butterbrot gestreut verwendet werden. Man muß sie allegethane Ä ” n ® ommer im Freien an einer schattigen Stelle, im Frühling auf alte aus-ppram't, dEerde. Berühmt sind die Kreffenpyramiden. Man nimmt eine kleine Holz-Eame^ % einen stark benähten Ucberzug von Tuch und bewirft sie mit gequollenem

wenia"' ~* >arC11 ^ setzt man die Pyramide in das warme Zimmer und hält sie feucht. Nachmcm ß”.. ? en geht der Same auf und die Pflanzen werden abgeschnitten. Im Winter giebtSann * ™ ^^deeterde in einem Kasten von mäßiger Höhe und läßt die Samen aufgehen,

ist das 's 9 *- 111011 den Kasten an das Licht und hält nach Befinden seine Ernte. Viel besprochenpari>er Geheimniß, binnen 24 Stunden Kresse zu säen und von ihr reifen Samen zu

gemeine Gartenkresse (Lepidium Cardamon).