78 Kreuzdorn Kreuzer
ernten. Die einfache Antwort ist: es geht nicht. Die Heimat ist der südliche Orient, besonderssoll sie in Aegypten Ackerunkraut sein. Wir bilden unter a eine Pflanze in */ 3 natürlicher Größeab; b ist eine Blüte ohne Blumenblätter und ohne Kelch, c eine in Lösung begriffene Frucht,ä ein Lame im Längsschnitt, s ein solcher im Querschnitt, alles dreimal vergrößert.
Kreuzdorn, Wegdorn, Rhamnus T. Diese Gattung ist die Hauptgattung der natürlichenFamilie der Rhamneen. Dieselbe besteht aus Bäumen und Sträuchern, doch sind erstereniemals erheblich groß. Die Zweige enden oft in Dornen. Die Blätter stehen meist spiralig,selten gegenständig. Sie sind gestielt, federnervig, in der Knospenlage etwas eingerollt undhaben freie, ab und zu dornige Nebenblätter. Die meist zwitterigen Blüten stehen einzelnoder büschelig in den Blattachseln. Der Kelchsaum ist vier- bis fünfspaltig, frei, das Rohrdesielben kreiselförmig oder glockig. Ebenso viele Blumenblätter stehen zwischen den Zähnen desKelchsaums, vor ihnen die gleiche Anzahl Staubgefäße, deren Beutel mit Längsspalten auf-springen. Der Griffel ist zwei- bis sünfspaltig. Die saftige oder trockene Steinfrucht hat 2—5Steinkerne, deren Wand mehr oder weniger stark ist. R. cathartica L., der gemeine Kreuz-dorn, ist ein stattlicher Strauch, der die Höhe von 10 Fuß erreicht. Seine sparrigen, aschgrauen,derben Aeste sind in der ersten Jugend flaumig. Die Blätter der seitlichen Schosse stehen büschel-ständig, die der Endschoffe abwechselnd oder paarig genähert, um fast gegenständig zu scheinen.
Sie sind eiförmig oder länglich, kurz gespitzt,kleinkerbig gesägt, in der ersten Zeit feinbehaart. Auch ihre Stiele sind zuerst fein be-haart. Die kleinen Nebenblätter sind pfrie-menförmig. Die zweihäusigen Blüten sindgrün und stehen zu 3—20. Die Kelchzähnesind dreieckig, die Blumenblätter viel kleiner,zungig. Die männlichen Blüten haben vierStaubgefäße und einen kurzen Griffel, aberkeinen Fruchtknoten und keine Narbe. Dieweiblichen sind kleiner und haben vier angedeu-tete Staubgefäße, dabei aber vier fadige Grif-fel mit Narben. Die Steinbeere erreicht dieGröße einer Erbse. Sie ist schwarz, erst grün,innen grüngelb. In ganz Europa ist derStrauch einheimisch. Die Beeren schmeckensehr widrig und riechen frisch ekelerregend.Sie sind ofsicinell als Raoeao cke Spina cervinaoder Baccae Spinae cervinae, Baccae Rhamnicathartici, Baccae Spinae domesticae. Siepurgiren stark, wirken auch brechenerregend.Die Jnnenrinde hat dieselbe Wirkung. Man brauchte sie ehedem auch viel gegen Wasiersucht.Sie werden sehr oft zur Verfälschung der Cubeben angewendet. Abgesehen vom verschiedenenAussehen, vom fehlenden würzigen Geruch und Geschmack, von der grünlichen anstatt schwärz-lichbraunen Farbe, unterscheidet man sie sogleich beim ersten Querschnitt, wo man die Vier-fächerigkeit wahrnimmt, während die Cubebenkörner einkörnig sind. Aus unreifen Beeren bereitetman unter Zuthat von Alaun ein schönes Saftgrün, mit Thonerde aber geben sie ein Schüttgelb.Wir bilden unter a einen männlichen Zweig in y 3 natürlicher Größe ab; b ist eine männliche,c eine weibliche Blüte, beide zweimal vergrößert, ck^eine Frucht in natürlicher Größe, e einesolche, deren oberer fleischiger Theil abgehoben, f ein Ltück Blattrand (man sieht an den Zähnendie Drüsen), dreimal vergrößert.
Kreuzer, eine kleine deutsche Scheidemünze, die ihren Namen von dem Kreuze erhaltenhat, welches ihr Gepräge anfänglich zeigte und welches im Mittelalter auf den Münzen derchristlichen Fürsten so gewöhnlich war; im mittelalterlichen Latein heißt sie Crosatus, Cruciatus,Crucifer, am häufigsten Cruciger. Zuerst wurde sie in Tirol geschlagen, wo sie schon im13 . Jahrhundert erscheint; man nannte die tiroler Kreuzer Etschkreuzer. Bald wurden sie auchaußerhalb Tirols beliebt, und sie fanden fast in ganz Deutschland sowie im größten Theile derSchweiz Boden, doch erwähnen die deutschen Münzedicte ihrer nicht vor dem Jabre 1490. Dieältesten Kreuzer wurden aus geringhaltigem Silber (Billon) geprägt und waren eine Klaffe dersilbernen Pfennige; erst später erscheinen auch kupferne Kreuzer. Sie führten sich überall ein, wo
Der gemeine Kreuzdorn (Rhemuus cathartica;.