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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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82
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82 Krokodile

Die Behandlung der Krankheit ist, abgesehen von der Beseitigung der schädlichen Ursache,eine ziemlich ohnmächtige und kann nur gegen die einzelnen Symptome, nicht gegen dasWesen der Krankheit gerichtet sein, da wir kein Gegengift gegen die giftigen Wirkungen desMutterkorns kennen.

Krokodile oder Panzerechsen, eine wohlgeschiedene Familie der Reptilien, welche zwarmit den gewöhnlichen Eidechsen die allgemeine gestreckte Körperform, den langen Schwanz, dievier kurzen Beine gemein hat, sonst aber durch den aus Knochenschildern gebildeten Panzer, dieBildung des Herzens, Ohres und der Geschlechtstheile sich weit mehr den Schildkröten nähert,während sie durch die eingekeilten Zähne und viele Eigenthümlichkeiten des Skelets sich sogarzunächst den Säugethieren anschließt.

Es sind meist riesenhafte Thiere mit langem, gekieltem Schwänze, schwerem, breitem, aufdem Boden schleppendem Körper, kurzen, kräftigen, vorn fünfzehigen, hinten vicrzehigcn Füßen,die mit starken Krallen bewaffnet sind, langem, niedrigem, fast dreieckigem Kopfe, der einenungeheuer weiten, mit zahlreichen Zähnen bewaffneten Rachen zeigt. Das Knochengerüst, welchesdas Gelenk des Unterkiefers trägt, erstreckt sich schief nach hinten, sodaß die Rachenspalte weithinter den Schädel gegen den Hals hin sich erstreckt. Die mit Klappen verschließbaren Nasenlöcherstehen vorn auf der Schnauze, die Augen oben auf der Fläche des Kopfes, häufig wie von einerBrille oder einem vorspringenden Ringe getragen.

Die gewaltigen kegelförmigen, an der spitzen Krone mit Längsriesen versehenen, zuweilenetwas nach hinten gekrümmten Zähne stecken in tiefen Höhlen der Oberkiefer- und Unterkiefer-knochen, in welchen sich Ersatzzühne bilden, welche durch die Wurzel der alten Zähne heranwachsenund diese ersetzen, sobald sie ausfallen. Sie bilden nur lange einfache Reihen längs den Ränderndes Rachens, niemals sinden sich, wie bei den übrigen Eidechsen, Zähne auf dem Gaumen. Meist

DaS Nilkrokodil (Crocodilus niloticns).

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unterscheiden sich einzelne Zäbne in der Reihe durch Größe und Krümmung als Fangzähne. DieZunge ist unbeweglich zwischen den Unterkiefern sestgewachsen. An dem Kopfe, besonders amUnterkiefer, finden sich Drüsen, die einen durchdringenden Moschusgeruch verbreiten.

Der Panzer besteht aus einzelnen Knochenschildern, die auf dem Kopfe mit den Knochen desSchädels verwachsen, auf Nacken und Rücken in Reihen stehen und dicke Höcker oder kielartigeVorspränge tragen, auf dem Schwänze einen hohen, sägeförmigen Kamm bilden, während sie andem Bauche in Form platter, vierseitiger Tafeln und an den Weichen und den Füßen als einzelnekörnige Warzen erscheinen. Eine Flintenkngel dringt auf dem Rückenpanzer kaum ein, wohl aberan den Weichen und dem Bauche, wo überhaupt nebst den Augen die verwundbaren Stellen derKrokodile sich finden. Im südlichen Nordamerika üben sich die Schützen häufig, indem sie dastückische, durch die senkrechte, spaltenförmige Pupille dem Katzenauge ähnliche Auge der Alligatorenzum Zielpunkte ihrer Büchse wählen.

Man unterscheidet unter den Krokodilen nach dem Bau der Zähne, Kiefer und Füße dreiHauptgattungen: die echten Krokodile (Lroeoäilus), welche höchstens 25 Fuß Länge erreichenund zu denen das seit den ältesten historischen Zeiten bekannte Nilkrokodil sowie einige kleinereArten von den Antillen und den Sundainseln gehören. Der vierte Fangzahn des Unterkiefers,der durch seine Größe besonders hervorragt, greift in einen Ausschnitt des Oberkiefers ein, sodaßdie Schnauze wie abgeschnürt von dem Schädel erscheint und als breiter, rundlicher Wulst vortritt.Die Zehen der Vorderfüße sind ganz frei, diejenigen der Hinterfüße dagegen durch Schwimmhäutebis zu den Krallen verbunden.

Die Käimane (Alligator), mit gleichsörinig auslaufender, nreist kurzer, abgestutzter Schnauze,bei welchen der vierte Fangzahn des Unterkiefers nicht in eine Ausbuchtung, sondern in einLoch des Oberkiefers eingreift, und mit unvollständigen Schwimmhäuten an den Hinterfüßen,