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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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111
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Künstliche Mineralwässer 111

ebenfalls nur durch beiderseitige Willensübereinstimmung gelöst werden können, hat seine Wirk-?^eit hauptsächlich da, wo ein einmaliger und mit seinem Eintritt abgeschlossener Erfolgeabnchtjgt wird. Es kann also z. B. ein verabredeter Kaus durch eine einseitige Kündigungrückgängig gemacht werden. Indessen gibt es auch Rechtsverhältnisse, die zwar auf eine^"Jrre Dauer berechnet sind, jedoch keineswegs als unwiderruslich bezeichnet werden können.

solche Verhältnisse sind die Handelsgesellschaften, die Dienst- und Miethverhältnisse, sowies>us auf unbestimmte Zeit gegebene Tarlehn zu nennen, sofern bei dem letztem eine Kündigungs-r>l> verabredet wurde. In Ermangelung einer solchen kann das Darlehn jederzeit zurückgefor-rrt werden. Die vorgedachten andern Rechtsverhältnifle können keineswegs, wie wohl einleuchtet,"gleich und ohne weiteres gelöst werden, vielmehr muß der wirklichen Aufhebung in gesetzlichEstiininter Zeit eine Rechtshandlung (Kündigung) vorausgegangen sein. Die Kündigungsfrist iste > den einzelnen Vertragsverhältnissen eine verschiedene. Namentlich ist zu erwähnen, daß beiHandlungsgesellschaften nach Vorschrift des Allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuchs die Kün-^ung pxr Gesellschaftey mindestens sechs Monate vor Ablauf des Geschäftsjahrs erfolgen muß.^ Aufkündigungssrist der Dienst- und Miethverhältniffe (letztere auch hinsichtlich der Wohnun-^ n ) richtet sich, wenn etwas darüber nicht verabredet wurde, in der Regel nach den Lohn- oder^aszahlnngsterminen, sodaß es jedem (Dienstherrn und Dienstboten, Vermiether und Abmie-. er ) freisteht, so lange vorher aufzukündigen, als Zeit zwischen zwei Lohn-, beziehendlich Mieth-!'a»zahlungen inneliegt. Würde also die Zahlung vierteljährlich, monatlich oder wöchentlichfolgen, so ist die Aufkündigung beziehendlich ein Vierteljahr, einen Monat oder eine Woche vor"r wirklichen Auflösung zu bewirken. Hierbei ist jedoch noch darauf aufmerksam zu machen, daß die. '•"fcigmig nicht an jedem beliebigen Zeitpunkte geschehen kann und alsdann nach Ablauf eines"ch beweglicher Zeit (s. Jahr) gerechneten Vierteljahrs, Monats u. s. w. die Trennung erfolgt.'Peliiiehr muß die Kündigung stets bei den Zeitabschnitten der Lohn-, beziehendlich Miethzahlungenfolgen und auf einen solchen Zeitabschnitt hinsichtlich der Auflösung gerichtet sein. Ausnahms-bestimmt das Handelsgesetzbuch, daß das Dienstverhältniß zwischen dem Principal undHandlungsdiener von jedem Theile mit Ablauf eines jeden Kalendervierteljahrs nach vorgängigcrl"ch-wöchcntlichcr Kündigung aufgehoben werden kann.

Künstliche Mineralwässer sind entweder Nachbildungen der natürlichen Mineralwäfler,^ "che denselben in Bezug auf ihre chemische Zusammensetzung gleichkommen und daher auch mitEinselbcn Namen belegt werden, oder Salzlösungen, welche nach bestimmten Vorschriften bereitet^den, eine gewisse Achnlichkeit mit den eigentlichen Mineralwässern besitzen und zu inedicinischcnsvecken Verwendung finden. Zu den letzter» rechnet man z. B. das Sodawafler, das kohlensaure"lerwafler u. s. w.

- Ta die Mineralquellen von jeher als ein wichtiges Heilmittel geschätzt worden sind, der Ge-^"Uch derselben aber für den Patienten die Gegenwart am Orte der Quelle nöthig macht, wasH den meisten Krankheitsfällen sich schwer oder gar nicht ausführen läßt, so kann es nicht wundera "len, daß der Gedanke, die Quellen künstlich nachzubilden, schon in früher Zeit aufgetaucht ist.der That versuchte zuerst Thurneißer im Jahre 1560 künstliche Mineralwäfler darzustellen.Versuche führten indeß ebenso wie die spätern von Hosfmann (1685) und Geoffroy (1724)^ 'einem Resultate. Es war dies auch nicht anders zu erwarten, denn an eine künstliche Nach-düng irgendeines Stoffs kann ja nicht eher gedacht werden, als bis man die Natur des Stoffsichjenen Zeiten aber und bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts war die chemische Wisien-^ Rt noch ein so unbestimmtes Ehaos von Vorstellungen aller Art und lag namentlich die che-’lße Analyse noch so sehr in ihrer Kindheit, daß eine richtige Analyse eines Mineralwaflers^""dezu z>, den Unmöglichkeiten gehörte. Die neuere Chemie hat gelehrt, daß ein großer Auf-^ Md chemischen Wiflens, große Geschicklichkeit und Vorsicht und Ausdauer gerade zur Analyse^ n Natürlichen Wässern gehören, und daß selbst derjenige, welcher in der allgemeinen chemischen"^dse immerhin einige Erfahrungen besitzen mag, doch nicht ohne weiteres fähig ist, die Zusam-^Retzung eines Wassers mit genügender Genauigkeit festzustellen. Wenn dieses bei dem heutigen^?"^dunkle der chemischen Analyse Gültigkeit hat, jetzt, wo diese Wiflenschaft auf eine außer-^ Etliche Stufe der Vollendung gelaugt ist, so darf es durchaus nicht überraschen, daß es unsern^ ren nicbt gelang, jenen in Rede stehenden Zweck zu erreichen; denn weit entfernt, die An-icu, etU ’ l9en cincr genauen chemischen Untersuchungsweise überhaupt zu überschauen, waren die-g e Cn >°gar noch über die ersten Grundlagen der Ebcmie im Unklaren, welche bekanntlich erstW/" ta ' Ende des vorigen Jahrbunderts festgestellt wurden. Die frühern Versuche dieser Art"n daher für uns nur einen historischen Wcrtb, und alles, was auf dem Gebiete der Mineral-