Kupfer 127
Holzessig erwärmt, so entsteht das neutrale Salz, ebenso, wenn man Lösungen gleicher^uivalenle Kupfervitriol und Bleizucker, an dessen Stelle auch essigsaurer Kalk oder Baryt3kwählt werden können, mischt, das unlösliche schwefelsaure Salz durch Filtration trennt, dies*- ^' un ? m ' t etwas Essigsäure versetzt und zur Krystallisation eindampft; es schießen undurch-nchtige Krystalle von der Zusammensetzung CuO, C 4 H 3 0 3 -f-HO an, die unter dem widersinni-gen Namen destillirter Grünspan im Handel gehen und in der Färberei als grüne Saftfarbe,g^ine Finte n. s. w. gebraucht werden. Blauer und grüner Grünspan dienen als Oel- und^Nlerfarbe, zur Bereitung von Schweinfurtcrgrün, in der Färberei und Druckerei, zum Färbenes Goldes und als Arzneimittel. Salpeter saures Kupferoxyd entsteht durch Löse» vonl^^ser in Salpetersäure und starkes Eindampfen der Flüssigkeit in schön blauen, sehr zerfließ-ühen Krystallen, welche als Beize in Färbereien, zu grüngefärbtcn Weingeistflammen und zur. Erstellung des schwarzen Kupferoxydes verwendet werden. Fällt man das neutrale Salz mitr>ner znr vollständigen Zersetzung unzureichenden Menge eines kohlensauren Alkalis und läßt^'ge Zeit stehen, so verwandelt sich der anfangs entstandene flockige Niederschlag von basisch-koh-rusaurem Kupferoxyd allmählich in ein schweres grünes Pulver des basisch-salpetersauern Salzes;'rd dieses nach Habich's Vorschlag mit einer Lösung von Zinkoxyd in Aetzkali übergoffen, sogebt es in eine tiefblaue, sehr lockere und stark deckende Farbe über, die wesentlich aus zinksaurem^hseroxyd besteht und das Bremerblau vortheilhast ersetzen kann.
Bon besonderer Wichtigkeit für die Farbentechnik ist das arsenigsaure Kupferoxydgeworden, welches von dem schwedischen Chemiker Scheele entdeckt wurde und nach ihm denlamen Scheele'sches Grün (Schwedischgrün, Mineralgrün) führt. Man bereitet dasselbe in derT^gel durch Fällung einer Kupfervitriollösung mit arsenigsaurem Kali oder Natron. Nach R.^gner wird 1 Kilogramm reiner Kupfervitriol in 12 Liter Wasser gelöst, die Flüssigkeit mitd>Ner Auflösung von 350 Gramm arseniger Säure und 1 Kilogramm gereinigter Potasche inLiter Wasser erhitzt, der entstandene grüne Niederschlag mit warmem Wasser ausgewaschengetrocknet. Die nicht sonderlich lebhafte und nur mäßig deckende, deshalb jetzt wenig beliebteMrbe, ein Gemisch von arsenigsaurem Kupferoxyd mit Kupseroxydhydrat, läßt sich nach Habich's^"gaben brillanter darstellen, wenn man Kupfervitriollösung mit 12 — 15 Proc. arseniger®Äure versetzt und die Flüssigkeit mit der oben erwähnten Lösung von Zinkoxyd-Kali niederschlägt,'kl feuriger sind die Verbindungen des arsenigsauren mit dem essigsauren Kupferoxyd, welche,Mch verschiedenen Verhältnissen zusammengesetzt und durch Zusätze von gelben Chromfarben,^dferoxvdbvdrat, Erden u. s. w. vielfach nuancirt, als Neuwiedergrün, Schweinfurtergrünst w. im Handel vorkommen. Beide Farben sind besonders besprochen. Die große Ge-%[icfcft!it dieser Präparate, auf welche bereits im Art. Arsenik verwiesen wurde, hat die Farben-^chniker zur Herstellung zahlreicher Surrogate geführt, von denen bisjetzt keins den Arsenik-eierfarben gleichkommt. In den meisten dieser Ersatzmittel spielen ebenfalls Kupferverbindungen^Hauptrolle, sodaß sie ihre Bezeichnung als giftfreie Grüne nur relativ verdienen. Dahinschort z. B. Struve's arsenfreies Grün, ein Gemenge von basisch-kohlensaurem Kupfer-mit Chromgelb, als Verunreinigung etwas Eisenoxyd und kohlensauren Kalk enthaltend;blner Elsner's Grün, ein Gemisch von Bremerblau mit einer gelben Lackfarbe, welches nachentele bereitet wird, indem man aus einer mit Zinnsalz versetzten Gelbholzabkochung durch^. e bEaIi zunächst einen gelben Lack fällt, diesen noch feucht zu frisch bereitetem Bremerblau setzt,die gewünschte Nuance erreicht ist, dann auswässert, absiltrirt und trocknet. Gentele's^Nnkupfergrün entsteht durch Fällung einer Kupfervitriollösung mit zinnsaurem Natron als^hgelber Niederschlag, der beim Auswaschen und Trocknen allmählich in schön grünes zinnsau-Kupferoxyd übergeht. Kuhlmann's Kupfergrün ist basisch-schwefelsaures Kupferoryd. CuO + S0 3 + 3 HO) und bildet sich bei Einwirkung einer Kupfervitriollösung auf Kreide oder"lomit bei einer Temperatur von 60° Grad und darüber. Weinsteinsaures Kupseroxyd (Auers-Etger Grün) und phosphorsaures Kupferoxyd, welches früher zuweilen als grüner Ultramarinblaust wurde, sind jetzt aus dem Verkehr verschwunden. Außer den zahlreichen blauen und»füne» Kupferfarben hat auch das dunkclbraunrothe, in großer Verdünnung violett rothe Kupfcr-^i^ncyanür (Hatchett's Braun) im Zengdruck und als sehr beständige Wasserfarbe Ver-ladung gefunden. Dasselbe fällt beim Vermischen einer Kupferoxydsalzlösung mit gelbem'utlaugensalz.
. Obgleich die Kenntniß von der Schädlichkeit der Kupferfarben, namentlich des Grünspans,, ^wljch verbreitet ist, so kommen doch immer noch durch Unwissenheit und Sorglosigkeit Vergif-"g-fälle durch Kupfer vor, sogar an leichtsinnigen absichtlichen Verfälschungen der Lebensmittel