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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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128
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123 Kupfervergiftmlg

durch Kupfersalze fehlt es nicht. In Haushaltungen führt unverständiger Gebrauch kupfernerund messingener Kochgeschirre nicht selten üble Zufälle herbei. Da das metallische Kupfer, wievben erörtert, durch schwache Säuren und bei Luftabschluß nicht angegriffen wird, so ist zwardas Kochen selbst saurer, salziger und fetter Speisen in durchaus blanken Gefäßen unbedenklich,weil die entwickelten Wasserdämpfe den atmosphärischen Sauerstoff abhalten; sind die Gerätistindeß infolge mangelhafter Reinigung mit einer dünnen Oxydschicht überzogen, oder läßt ma»die Speisen selbst in blanken kupfernen Geschirren erkalten, so wird ein lösliches Kupfersalz ge-bildet; für alle Fälle ist es deshalb sicherer, sich gut verzinnter Geschirre zu bedienen. Unver-antwortlich ist der von Fabrikanten eingemachter saurer Früchte und Gemüse nicht selten ausge-übte Kunstgriff, zur Erzielung einer schön grünen Farbe dieselben in Kupfergeschirren erkalte»zu lasten oder gar im Essig absichtlich Grünspan zu lösen. Ordinäre Branntweine sind ni^selten infolge nachlässiger Bereitung kupferbaltig. Wird nämlich die Maische zu spät destillirt,nachdem sich in ihr schon Essigsäure gebildet bat, oder hatte man, um den Geschmack und Geruchdes Branntweins durch Essigäther zu verbestern, absichtlich Essig bei der Rectification zugesetzt-so wird in den kupfernen Destillations- rmd Kühlgeräthschaften leicht Grünspan abgesetzt. We>»-Bier und Essig können ebenfalls durch fahrlässige Bereitung und Aufbewahrung, namentlichdurch Berührung mit unsaubern Messinghähnen kupferhaltig werden. Beim Backen des Weiß-brots wird besonders in Belgien nicht selten Kupfervitriol zugesetzt, um auch aus schlechtem Meßein lockeres und weißes Gebäck zu erzielen. Kupferfarben findet man oft auf Zuckerwerk,Spielzeug, in Oblaten und Farbenkästchen; grüne Liquenre werden mit Grünspan, Danzig^Goldwasser statt des echten Blattgoldes mit dem kupfer- und zinkhaltigen unechten Goldschauwverfälscht. Die Ermittelung solcher Misbräuche ist eine der anr häufigsten vorkommenden Austgaben des gerichtlichen Chemikers, welche indeß meist leicht, sogar von Laien, zu lösen ist. In vKAuflösung eines Kupfersalzes, welche, wenn man z. B. mit unlöslichen Farben oder Legirunssi»zu thun hat, durch Behandlung mit etwas Salz- oder Salpetersäure leicht hergestellt wird, über-zieht sich-eine blanke Blesserklinge augenblicklich mit einer rothen Haut von metallischem Kupfer-die Lösung gibt mit Ammoniak anfänglich einen hellblaugrünen Niederschlag, der sich im Ueber-schnß des Fällungsmittels zu einer dunkelblauen Flüssigkeit löst; gelbes Blutlaugensalz erzeußin allen Kupferoxydsalzen einen braunrothen Niederschlag, und diese Reaction ist so empfindlicb-daß noch bei Gegenwart von Vsnono des Kupfersalzes eine deutlich rothe Färbung eintritt.

In medicinischer Beziehung wird das Kupfer im allgemeinen nur seltener benutzt, »oßain häufigsten als Brechmittel (Kupfervitriol), wenn schnell und sicher starkes Erbrechen bewirbwerden soll, wie beim Croup u. s. w. Weniger sicher sind seine Wirkungen auf das Nervensyl'"'"bei Epilepsie, Veitstanz, Neuralgien, Keuchhusten, Wechselfieber u. s. w., bei denen man 1^’namentlich früher, jetzt jedoch ungleich seltener des Kupfervitriols, besonders aber des Kupstr-salmiaks bediente. Dasselbe gilt von der Anwendung des Kupfers bei Skrofulöse, Rhachiti-'Syphilis u. s. w. Sicherer wirken Kupfervitriol, Grünspan und der Kupferalaun als Adstringentie"und Aetzmittel bei chronischen Geschwüren und Schleimhautflüsse,i (Tripper, Weißer Fluß u. s.

In der Augenheilkunde ist der Kupferalaun ein häufig und mit gutem Erfolge benutztes M>^bei chronischen Entzündungen und Schleimflüsien der Bindehaut, bei Hornhautgeschwüren u. f-»

Kupfervergiftimg. Wie bei mehreren andern Vergiftungen durch metallische Gifte ist all«hier zwischen den acuten, bei welchen auf einmal oder doch rasch hintereinander große Dost"löslicher Salze eingeführt wurden, und den chronischen, bei welchen die Einverleibung des Meta^oder seiner Verbindungen sehr langsam und allmählich geschieht, zu unterscheiden. AcuteKupßstintoxicatione» kommen am häufigsten durch Kupfervitriol und Grünspan vor und zwar dB«letztem noch häufiger, da er sich bei längerm Stehen Pflanzensäurcn enthaltender Speisen in schloßverzinnten kupfernen Geschirren leicht erzeugt. (S. Kupfer.) Beide Verbindungen des Kupferszeugen lebhafte Reizung der Magen- und Darmschleimhaut und durch diese sowie vielleicht a»unmittelbar infolge ihrer Aufnahme in das Blut eine Reihe nervöser Erscheinungen. Gering^Grade der acuten Kupfervergiftung haben Uebelkeit, Erbrechen, meist auch Durchfälle mitKob -schmerzen sowie reichlichere Absonderung von Harn und Speichel zur Folge; höhere Grade erzeug^scharfen metallischen Geschmack im Munde, ein Gefühl von Zusammenschnüren im Schlunde,stat^Schmerz in der Magengegend und über den ganzen Unterleib, heftiges Würgen, starkes ErbreM'und Abführen zuweilen selbst blutiger Massen, Kopfschmerz, Betäubung, Schwindel, Athemn^-schwachen, elenden Puls und Krämpfe. in schlimmen Füllen tritt selbst de/, Tod ein. Wer»kKupfergifte mit Speisen genossen (Grünspan), so pflegt eine Reihe nervöser Symptome,schmerz, Uebelkeit, Mattigkeit, Gliederzittern u. s. w., dem Erbrechen u. s. w. vorauszugehe'-