Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit 139
doch der Klarheit wegen eine gesonderte Betrachtung: sie ist der eigentliche Gegensatz der^rzsichtigkeit und beruht, wie oben schon besprochen wurde, darauf, daß infolge abnormA^oßer Brennweite der lichtbrechenden Mittel des Auges oder infolge eines abnorm großen Ab-andes der Netzhaut die von einem Punkte der Außenwelt kommenden Lichtstrahlen, welche sichvormalsichtigen Auge auf der Netzhaut sammeln, dies erst hinter der Netzhaut thun, sodaß die°ßhaut selbst nur Zerstreuungskreise und entsprechend verwaschene Bilder enthält. Bei demkitsichlj^e,, findet das letztere (allerdings innerhalb anderer Grenzen) auch statt, aber seineNennweite und sein Netzhautadstand sind normal, nur sein Anpassungsvermögen ist mangelhaft:ec Uebersichtige dagegen kann ein ebenso großes, ja bisweilen noch größeres Anpassungsver-"gen besitzen als der Normalsichtigc. Beim Normal- oder Weitsichtigen vereinigen sich die (alsfallet anzusebenden) Strahlen eines sehr entfernten Punktes in einem Punkt auf der Netzhaut^me Zuthun seiner Anpassungsthätigkeit: der Uebcrsichtige kann sie nur'durch Benutzung der^tzteru auf der Netzhaut, in den schlimmsten Fällen sogar trotz aller Anpassung doch nur hinter" Netzhaut zur Bereinigung bringen. Selbst das deutliche Fernsehen ist also für ihn mit An-leVh 9Ul19 verknüpft oder ganz unmöglich. Mit der Näbe der Gegenstände wächst dann in denleUrf 11 ® äüen Eüriich die Anstrengung der Anpassungsmuskeln, in den schlinimern Fällen istbst durch die größte Anstrengung für nahe Dinge das Deutlichsehen noch viel weniger zu ermög-'chen als für ferne. Ist sein Anpassungsvermögen sehr groß, so kann der Kranke auch in dera ve scharf sehen, aber unter größerer Anstrengung als der Normalsichtige: sein Uebel wird sichänn nur durch die raschere Ermüdung seiner Augen verrathen. (Außerdem läßt es sich dadurch^weisen, daß man ihm eine schwache Sammelbrille gibt, durch welche er sehr ferne Dinge nochgütlich sehen wird, was einem Normal- oder Weit- oder Kurzsichtigen unmöglich ist.) Ist das.^el hochgradig, so wird selbst ein gutes Anpassungsvermögen dem Kranken wenig nutzen, denngroßer Theil desselben muß schon darauf verwandt werden, parallele Strahlen auf der Netz-^?Ut zur Vereinigung zu bringen, sodaß für divergente, wie sie von nahen Dingen ausgehen,'cht mehr viel übrig bleibt. Der Nahepunkt wird also dann stets hinausgerückt sein, um so mehr,/.schwächer das Anpassungsvermögen ist. Ist endlich das Uebel so hochgradig, daß selbst diearhte Anspannung der AnpassungsmuSkeln nicht hinreicht, um die Strahlen sehr ferner Dingeder Netzhaut in einem Punkte zu sammeln, oder ist bei geringen Graden des Grundübels^ das Anpasiungsvermögeu schwach oder ganz aufgehoben, so rückt der Nahpunkt gleichsamüber die unendliche Ferne hinaus (wird negativ), und der Kranke vermag in keiner Ent-, ^>ung deutlich zu sehen. Der Fernpunkt liegt nach dem Gesagten stets über die UnendlichkeitOt 1 stets negativ), und das ruhende Auge würde nur convergente Strahlen auf der Netzhaut. einem Punkte sanimeln können; solche Strahlen kommen aber nicht vor, es sei denn, daß manu e sammelbrille aufsetzt. Innerhalb seiner deutlichen Sehweite sieht der Uebcrsichtige gut unddoch nicht so ausdauernd wie der Normalsichtige. Dinge, welche außerhalb seiner deutlichenölveite, d. h. diesieit seines Nahpuuktes liegen, sieht er um so verwaschener, je näher sie sindbesonders je weiter seine Pupille ist, da von beiden Umständen die Größe der Zer-^^Uungskreise abhängt. Daher erzielt der Uebersichtige durch starkes Licht, welches die Pupille^ngt und durch halben Schluß der Lider, wobei dieselben die Pupille zum Theil verdecken,d>Nere Zerstreuungskreise und folglich relativ deutliches Sehen. Er gleicht hierin ganz dem^sichtigen. Auch bringt er kleine Dinge dem Auge sehr nahe, um recht große Netzhautbilder^. bekommen. Bei schwacher Beleuchtung, bei welcher die Pupille weit wird und zugleich das. ">zen nicht angeht, weil es die Netzhautbilder noch lichtschwächer macht, leidet der Uebersichtige"bpelt von seinem Uebel.
^ Äst ein abnormer Bau des ganzen Augapfels der Grund der Uebersichtigkeit, ist also dertz^^meffer des Auges von vorn nach hinten zu kurz und die Netzhaut der Linse zu nahe, so istP Uebel meist angeboren, wird jedoch erst in den Kiuderjahren deutlicher, um dann bis zurMertat sich weiter zu entwickeln oder in seltenern Fällen sich wieder mehr oder weniger auszu-^Elcheu. Später tritt dann meist keine Verschlimmerung der Abnormität ein, wenn auch anderetz E besonders Schielen und Schwachsichtigkeit, sich leicht hiuzugesellen. Im Alter nimmt infolge. Abnahme des Anpassungsvermögens und der bisweilen hinzutreteul
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hinzutretenden Abflachung der Linse
Uebel meist wieder zu. "Liegt der Uebersichtigkeit von vornherein die Abflachung der Linse^Grunde, so tritt sie meist erst mit dem Alter ein, und es gefeilt sich gewöhnlich eine starke Ver-änderung des Anpasiungsverniögens hinzu. Beide Fehler wachsen dann mit den Jahren. Au--^eichner'übersichtig sind natürlich diejenigen, die infolge einer Staaroperation ihre Linse em-9eb % haben, denn die Brennweite ihrer lichtbrechenden Mittel ist viel zu groß, und sie bedürfen