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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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176
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176 Landschaftsgärtnerei

Branchen, in welche die Dilettanten so gern eingreifen wie in diese, und nicht wenige Garten-besitzer haben große Summen in Erdarbeiten u. dgl. verausgabt, bis sie einsahen, daß es besterwäre, den rechten Mann schaffen zu lassen.

Zunächst ist es nöthig, daß für die Schöpfung im ganzen die nöthigen Grundsätze fei''stehen. Die oberste Aufgabe wird sein, einen Typus, einen Grnndton für das Ganze festzustelle»-Alles muß sich natürlich entwickeln, die Contraste müsten versöhnt sein druck, Uebergänge. M«"muß weder etwas vermissen, noch etwas überflüssig finden. Ist es uns aber unmöglich'eine tiefere Harmonie in der Anlage zu erkennen, so überkommt uns das Gefühl des Wider-willens, vielleicht so stark, wie bei der Betrachtung eines Zimmers, dessen Möbel, Tapeten l '"Bilder den verschiedensten Geschmacksrichtungen angehören. Schon Alison bemerkt gewißtreffend, daß das größte Geheimniß der Landschaftsgärtnerei darin beruhe, sorgfältig denrakter der Scene zu wahren, mag er nun ursprünglich dageweserr oder erst eingepflanztEine besondere Aufgabe wird es sein, die Anlage, wenn thunlich, mit der freien umgebende"Natur in Einklang zu bringen und etwaige Naturschönheiten der Umgebung durch eröffn»'Aussichtspunkte in den Bereich des Panoramas zu ziehen. Will man natürlichen Stil entwickeln,so müssen Master, Rasenflächen, Gehölze ebenso wie in der freien Natur gegeneinander abg»grenzt sein. Das Wasser ist allemal der gewichtigste Factor. Dasselbe muß mit seiner Läng'-"richtung die Längsrichtung der Rasenplätze und der gestreckten Hügelzttge, wo solche vorhast'den oder gebildet, beherrschen. Immer gehört das Wasser auf die tiefsten Stellen. Wickst'§ist es, ein richtiges Verhältniß zwischen den Schattenbahnen der Pflanzungen, der Gehöl^'zu jenem der Lichtbahnen, Rasen und Wege und Wasser, zu gewinne». Das richtige Verhä"'niß wird gewonnen, sobald die Summe der Lichtbahnen kleiner ist als die der Schatzbahnen. Als Kernpunkte der Pflanzungen nimmt man gern die höchsten Stellen, sobald salckvorhanden, und sucht dann durch Vorschieben derselben nach verschiedenen Richtungen ein Glei"^gewicht zu erzielen. Zahlreiche Baumgruppen, in die Rasenplätze versprengt, machen eist^ungünstigen Eindruck. Es ist ein großer Gewinn, die schönsten Blicke an Ruheplätzen beRAustritt aus Waldesdunkel entwickeln zu können. Gern faßt man dieselben alsdann in eine'Rahmen, der gleichmäßig sein muß und bei dem es sehr zu wünschen ist, daß er auch oberwärbedeckt sei. Für jede Partie suche man einen speciellen Hauptstandpunkt, von dem aus stsich besonders concentrirt. Der Hauptpunkt aber für das Ganze bleibt immer die Aussicht vstWohnhaus. Ist es möglich, so ziehe man noch den Punkt des Eintritts in das Ganze mit''Rechnung. Die besten Gartenkünstler waren stets einig darin, daß sie es nie wagen dürste'"ohne genau vorausstudirte und ausgearbeitete Pläne an ihr Werk zu gehen. Jenes wilde Rat"'ralisiren, wie es manchen Routiniers gefällt, bringt stets unerfreuliche Folgen.

Will man den unregelmäßigen Stil einem Terrain einprägen, so hat man immerhin ci"^Anzahl von Regeln festzuhalten. Vor allem möge jede einzelne Partie in sich selbst ein Gangstbilden und demnach ja keine Contraste in sich selbst enthalten. Es schickt sich nicht, eine mstj»stätische alte Ulme mit einem Kranz grellblumiger Gewächse zu umgeben; eine Ruine darfmitten in einer Rosenplantage sich abheben. Sind ja verschiedene Baulichkeiten dabei, soman nicht eine japanische Pagode mit einem gothischen Thurm verbinden. Man möge auch dastsorgen, die Vegetation in einem Einklang zu halten. Düstere Eibengesträuche, untermengt st'buntblätterigen Zuckerrüben, also finstere Romantik mit modernen, grell angeputzten Jndustr'^objecten, werden den Anblick unharmonischer Figuren eines Maskenballs veranlasten. PapM'"^stauben gehören ans Master, aber nicht in Nelkenbeete. Der orientalische Silberbaum möge ^Platanen und andern Genoffen zusammen-, aber nicht zwischen Kiefern stehen. Die Partien nullstin eine richtige Zahl von zusammensetzenden Theilen zerfallen und in richtiger Verbindung fleh^Nie möge man zu viele Theile annehmen. Je bedeutender das Bild, um so stärker, je »»bedeute^der, um so leichter der Rahmen. Jede einzelne Scenerie muß ein Hauptobject haben, sei esBauwerk, ein Hügel, eine Wasserpartie, ein besonders schöner Baum; hat aber diezwei oder mehr Hauptobjecte, so leidet sie dadurch, denn sie weckt Unsicherheit im Beschst" ;Die Theile müssen aber auch in einem richtigen Größenverhältnisse zueinander stehen. D'estwird wiederum abhängen von der befolgten Tendenz. Will man den Eindruck des ® r0 ^w{,f.verursachen, so können die Abstufungen viel plötzlicher sein als bei einem lieblichen 'Indem man gelernt hat, über Licht und Schatten richtig zu verfügen, hat man ganz beso" 8Effecte auf das Gemüth des Beschauers in seiner Hand. Man möge sie wirksam vertheilen "besorgt sein, daß daß Auge nicht durch zu große Lichtflächen gereizt werde. Besonders wickM^die Linie gegen den Horizont. Je mannichfaltiger sie ist, um so heiterer der Eindruck. J