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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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177
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Landschaftsgärtnerei 177

dtlanzung habe eine oder ein paar harmonische Baumarten zum Grundton. Rothbuchen undwichen eignen sich vorzüglich dazu. Hellere und dunklere Gehölze, als Licht und Schatten auf-müsien besonders im Vordergrund recht angebracht werden. In der Entfernung ver-schwinden sie ja ohnedem. Große Effecte bringt man durch Schneißen (Gänge) und cvuliffen-^tige Verschiebungen hervor. Sie sind wegen ihrer prächtigen Schatten am wirksamsten, wenn| e Sonne tief steht. Man berücksichtige auch die herbstliche Färbung der Bäume, damit sie nichtEju papageiartig auftreten. Man bilde lieber kleine Gruppen derselben Arten, als daß man~ äu sehr zerstreue. Als kalte Töne betrachtet man die Nadelhölzer und die immergrünen^iräucher, als warme das dünnblätterige Laubholz und die Lärche. Durch eine geschickte Ver-ödung beider erzielt man die schönsten Effecte. Die Gebäude möge man womöglich hell-grau oder hellbraun herstellen. Weiße Gebäude stechen zu grell ab, rothe Bauwerke haben alle-ci etwas seltsam Unheimliches, wenn sie auch ab und zu pittoresk wirken mögen. Die An-^gung der Contraste möge immer nur vermittelt stattfinden und nie gesucht erscheinen. Was^ürde man dazu sagen, wenn mitten auf einer Wiese eine Rothtanne und eine Traueresche neben-rrnander gestellt wären? Die Bevölkerung ist eine Aufgabe, die sehr häufig einen Widerspruch mitrr Erhaltung in sich schließt. Auf alle Fälle ist sie nicht so wünschcnswerth wie auf Bildern, woJ*® ja ohnehin von manchen Meistern unterdrückt wird. Einige schöne Vögel, welche möglichst wenig^den, wie Kraniche, Schwäne, fremde Enten u. s. w., werden wir am häufigsten antreffen, wäh-len *> wir die so oft beliebte Anbringung von Schildkröten für weniger erfreulich halten.

Viel stärker wird die Gesetzlichkeit bei der Anlage regelmäßiger Partien vorwalten^ffen. Meistens befolgt man gern in der Nähe des Wohnhauses selbst die Regeln derselben^ genauesten. Vor allem gilt es, die Bauart des Gebäudes zu berückpchtigen. Die Linien^kser Partie müssen mit den Vorsprüngen und einzelnen Theilen des Bauwerks Harmoniken.Ethischer Stil wird alle runden Bogen ausschließen. Alles strebt nach pyramidalem Typus.

Beete, alle Rasen werden die Rundungen in Spitzbogen aufgelöst zeigen müssen. DieMische Architektonik dagegen bedient sich der Bogen häufig neben rechteckigen Formen. Durch“’ e Anwendung ersterer unterscheidet sie sich von der griechischen Architektonik, welche sie meidetsobald in untergeordneten Fällen angebracht, mindestens gern bricht. Man wird also bei"bbäuden letzterer Art gern Polygone, Sterne, Rosetten anbringen, denen man bei solchenet sterer Art durch eingestreute Rundungen eine größere Varietät gibt.

Der Rococostil endlich benutzt die Grundlinien nur als Skelet, auf das er seine zahllosen,^>st rundlichen Schnörkel aufsetzt. Selbst die Bogen sind oft unterbrochen, die geschwungenens-üllen herrschen vor. Die Gartenkunst hat diesem Stil gedrückte elliptische Bogen entlehnt,Ache häufig wieder in sich selbst gebrochen vorkommen.

Wir betrachten nunmehr die Hauptbestandtheile eines landschaftlichen Gartens. Hat manWächst die Wahl des Terrains, so fliehe man möglichst die Nähe von Fabriken, welche allen>. >z der Ursprünglichkeit beeinträchtigen. Man ziehe stets ein coupirtes Terrain einem offen-'Penden vor, da jenes viel größere Varietäten gestattet. Das Wohnhaus möge, wenn irgend-

.. Kuh, durch Wald vor den widrigsten Stürmen, besonders den südwestlichen und, wenn mög-den östlichen, gedeckt sein. Die Lage sei angenehm und Trinkwaffer reichlich und bequem zu-^dglich. Hat man Höhen zur Verfügung, so kann man Lauben u. dgl. dort anbringen, dasWohnhaus aber stehe möglichst geschützt. Die Hauptfacade richtet man gern gegen Mittag. Kann^ inn, so stehe das Haus so erhöht, daß man die Hauptzimmer parterre anbringen kann. Die

^Ngebäude sind möglichst gegen die Hinterseite des Gebäudes anzubringen und etwa durch

^^anzungen zu maskiren. Praktische Institute, wie Scheunen, Viehställe, Baumschulen, bringe“ n weit vom Hause, Küchengärten nahe bei demselben, aber maskirt an. Die nächste Partie^ das Haus, gewiffermaßen die Putzstube der Anlage, hat die Aufgabe, für das VergnügenFamilie zu sorgen. Gemeinhin nennt man sie kleasuro-Zrounä. Man findet freilich nichtte "wr dieselbe Auffassung in England. Manche nennen so jene weiten, immer geschorenen Mat-fidi der großen Parks, auf denen zum Entsetzen continentaler Kleinstädter die englische Jugend^ ' tummelt, etwa im Verein mit sonderbaren Schafheerden, die man viel zur Staffage dort^wendet. Andere bezeichnen so die hübschen Beete, wo Blumenmassen durch die großen Farben-^ddrücke wirken. Noch andere, Repton an ihrer Spitze, nennen klsaours-grounck, wie gesagt,Vartie ums Haus. Unser Gewährsmann ging so weit, so viele Abtheilungen derselben zuß wie das Haus Zimmer hat. Ist es möglich, solche Partien abzugrenzen, so kann mane *wch bestimmten Vegetationsreihen bepflanzen, wodurch für den feiner Gebildeten kein gerin-

Hou«,

und Familien-Lexikon. V.

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