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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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178 Landschaftsgärtnerei

ger Reiz erwächst. Der Grund selbst mag durch ein feines Drahtgitter von dem Park abgegren-kwerden. Ist der Garten mit Gewächshäusern ausgestattet, so bringe man beim Wohnhaus einConservatorium an, wo die eben blühenden Gewächse in mittler Temperatur ausgestellt stehc»-Ein besonderer Blumengarten, wo er möglich, gehört in die Nähe des Konservatoriums-Man legt ihn gern südlich oder südöstlich an. Den Rasen sollte man nie ganz aus demselben ver-bannen, da allemal Blumenmassen sich schöner Präsentiren, wenn sie vom Grünen absteche»-Den Blumenbeeten gebe man eine mittlere Breite, 3—4 Fuß sind völlig genügend. Rundtheilemuß man zerlegen, sobald ihr Durchmesser größer wird. Ist der gegebene Raum klein, so wir»man gut thun, ihn regelmäßig einzutheilen, ist er größer, so zieht man den unregelmäßigesStil vor. Sehr angenehm ist es, wenn man über ein durch Tiefen coupirtes Terrain zu ver-fügen hat. Man kann dann ganz besondere Partien für besondere Floren benutzen. Wie reizendist in Chiswick-Garden jenes kleine ganz abgesonderte Thälchen, welches, rings abgegrenzldurch Alpengesträuch, eine liebliche Alpenflora bietet. Wasierpartien sind sehr zu empfehlen-Sind auch manche unserer einheimischen Gewächse ganz nett und brauchbar, so wird man demlieber das Fremde benutzen. Welchen reizenden Anblick gewähren in Borsig's Garten zu Moabllbei Berlin jene Hunderte von Lotosblumen, die gleichzeitig von den sammtigen, ewig schöne»Blättern sich abheben! Man wird von der Blumencultur viele Hunderte von Arten ausschließe»'welche nicht besonders prächtige, reine Farben haben. Als Uebergangsvermittler zum Rasen wirdman die Blumen gern mit mattern Gewächsen umgeben. Nie vergefle man den Werth der Masse»*Wirkung. Beete, voll von einer Art, machen einen ganz andern Eindruck als zusammen*gewürfelte Erscheinungen. Gern hat man die Beete in fortwährender Blüte. Man mag in be*sondern Mistbeeten einjährige Gewächse in Masse aufziehen, die man alsdann rechtzeitig in Balle»einpflanzt. Andere pflanzen, gleich nachdem der Zwiebelflor vorüber, solche Gewächse ein, tlCbis zum Herbst fortblühen. So Petunia, Verbena melindris und Konsorten, Salvia coccine»/patens, Penstemon gentianoides, Cuphea platycentra, Calceolaria, Heliotropium per»'vianum. Von beliebten Sommerpflanzen nennen wir Prismatocarpus Speculum, Matthiol»annua, Delphinium Ajacis, Wlntlavia grandiflora, Brachycoma iberidifolia, Omphalode»linifolia, Nemophila insignis, atomaria, Calliopsis Drummondi, Ismelia carinata, Sän'»'talia procumbens, Zinnia, Escholtzia californica, Erysimum Perowskyanum, Clark 1 »pulchella, Gilia alle Arten, Nigella alle Arten, Linum grandiflorum, Schizanthus porrige» su. s. w., Silena pendula. Von Stauden von kurzer Blütendauer nennen wir: Primula acaub s 'Antirrhinum majus, Bellis perennis, Dielytra spectabilis, Digitalis purpurea, Viol®altaica, Alyssum saxatile, Aquilegia, Gentiana acaulis, Myosotis sylvatica, alpestP s /Arabis albida. Blaue Blumen nimmt man gern an dem Rasen hin und läßt sie dstandern Farben einfassen. Schaden sich zwei benachbarte Farben, so thut man gut, sie durch e>»Band weißer Blumen zu trennen, wodurch man ihre Reinheit auffrischt. Wo ein Zweifel übekeine Combination von Farben ist, construire man sich das bekannte Farbenschema, einen Krei--bei dem am Nordpol Rotb, am Südpol Grün, in Nordost Orange, Südost Grau, Nordwest VioleisSüdwest Blau steht. Die gegenüberstehenden Farben sind die gut passenden Gegenfarbe»/die nebeneinander stehenden thun einander Abbruch. Mehr als drei Farben kann man nicht g 1 ^auf einem Beete anbringen. Blumenbeete heben sich sehr durch Wege mit einem rothbrauiü»Kiesgrund. Weite Aussichten sind nicht gut mit Blumengärten zu verbinden. Eine schöntAnnehmlichkeit bietet ein Rosengarten, den man gern als ein abgeschloffenes Ganzes faßt.muß die Rosen stets auf frischen Rasen stellen, da die grüne Unterlage sehr wohlthätig auf 6el ’Beschauer wirkt. Angenehm ist eine Erhöhung, etwa mit einer Laube von Rosen (Rosa sepi» 1 " 1in der Mitte des Gartens. Gern stellt man vor die hochstämmigen Rosen niedrige Buschrosi»'um die Stämme zu decken. Andere lassen an den Stämmen Schlingpflanzen, wie Winv^sMaurandia, Cobaea, Lophospermum, Tropaeolum, hinanranken und verbinden sie w« tcl 'einander mit Festons. Manche lieben es, die Rosen mit Einfassungen duftiger Kräuter, besonder-'von Lavendel, Reseda, Küchenthymian zu umgeben, um sich vollends im Gemisch des Wol^geruchs zu berauschen. Der Geschmack der Besitzer wird sich noch in der Anwendung der Garte 1 »Möbel spiegeln, welche so einfach, nett und leicht wie möglich sein sollen. Obst - und Küche»'garten vereinigt man gar gern. Man bringt sie nicht zu weit vom herrschaftlichen Gebäude ^doch wo möglich maskirt, also gegen die Rückseite desselben, etwa in der Nähe der Ställe. 'ist gut, die Aufsicht durch die Nähe erleichtert zu haben. Feuchte, dumpfe Stellen sind durch»^zu meiden. Gute Hügelabhänge mit fruchtbarem Boden sind vorzüglich vorzuziehen. Man »»gibt die ganze Anlage mit einer hohen Mauer; geht dieses nicht, so nimmt man Planken o