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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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336
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336 Luftschiffahrt

von diesem nach dem Ballon geleitet. Allmählich bläht sich letzterer auf, und wenn er eine gewllstRundung angenommen hat, so hält er sich selbst aufrecht. Von diesem Augenblicke an mußan Stricken, welche um in die Erde geschlagene Pflöcke gewunden sind, festgehalten werden, "er genügend gefüllt ist. Dann wird, während die Stricke immer noch gehalten werden, eine ^Gondel daran befestigt, welche zur Aufnahme der Passagiere und des Ballastes dient. Ist tu^ualles in Ordnung, so werden aus ein Signal alle Stricke gelöst; der Ballon schwebt mit größer^oder geringerer Geschwindigkeit aufwärts, je nachdem er mehr oder weniger gefüllt ist. Da die unterSchichten der Atmosphäre beträchtlich dicker sind als die obern, so muß namentlich darauf iPachtet werden, daß der Ballon von Anfang an nicht zu straff gefüllt wird; denn da in ^Höhe der äußere Druck nachläßt, so muß sich das innere Gas ausdehnen, und ein Platzen dfUUeberzugs wäre unvermeidlich. Man füllt daher gewöhnlich nur die Hälfte des Gases hinrU 'welches der Ballon überhaupt fassen kann. Die Größe des Auftreibens läßt sich aus den Dinu"sionen und dem Gewichte des Ballons leicht berechnen. Alan berechnet aus dem Durchmesser s 'aufgeblasenen Ballons seinen Kubikinhalt und bestimmt dann das Gewicht des eingeschlosstu^Wasserstoffgases. Hierzu rechnet man das Gewicht des Ueberzugs, der Schnüre, der Gondel u>zieht diese Summe von dem Gewicht derjenigen Luftmasse ab, welche der Ballon überhäufn vdrängt. Der Rest ist die Steigkraft. Bei der Fahrt muß der Schiffer es in der Gewaltden Ballon beliebig steigen und sinken lassen zu können; ersteres kann nur durch Auswerfen vBallast geschehen, letzteres, indem er das Ventil öffnet und Wasjerstosfgas ausströmen läßt. M^il ^theils ist unten an der Gondel ein Anker angebracht, welcher dazu dient, um beim Landen st!Boden zu gewinnen und den Ballon vor dem Geschleiftwerden an der Erdoberfläche zu .Erfahrene Luftschifsahrer besitzen im Landen eine solche Geschicklichkeit, daß sie schon aus eI 'Höhe von mehreren hundert Fuß herab fast genau den Punkt bestimmen können, an welchemBoden gewinnen wollen, vorausgesetzt, daß der Wind nicht zu heftig weht.

Die Montgolfiören sind fast gairz außer Gebrauch gekommen, namentlich seit man nach ® te J ^Vorschlag die Charliören nicht mehr mit Wasserstoffgas, sondern mit leichtem KohlenwasserstvM ^füllt, welches in Gasfabriken in beliebiger Menge dargestellt werden kann. Die Steigkrast Pj*Ballons ist zwar nicht so beträchtlich als bei denjenigen, welche mit Wasserstoffgas gefülltallein immerhin groß genug, um ein Aufsteigen bis zur Höhe von 8 —10000 Fuß undUmständen auch noch höher zu gestatten. . . 0 , t

Der praktische Nutzen der Luftballons ist bisjetzt ein sehr geringer gewesen. Außer jenen 1erwähnten wissenschaftlichen Resultaten, welche durch die Fahrten Gay-Lussac's und Charles ^Wonnen worden sind, hat man fast nur in Kriegszeiten davon Nutzen gezogen, indem BallvU'-^Säulen emporgeschickt wurden, in deren Gondel Beobachter saßen, welche über die Stellung ^Feindes Auskunft geben konnten. So stiegen zum ersten mal am Tage der Schlacht vonim Jahre 1794 französische Offiziere in einem Luftschiffe auf, um das österreichische Lagersbeobachten. Der Ballon wurde bei widrigem Winde von 30—40 Pferden gehalten,die Offiziere ihre gemachten Beobachtungen auf Zetteln mit Blei beschwert an einer Schnur heließen. Aehnliches geschah später häufig, und in der neuesten Zeit hat man besonders imnischen Kriege die Telcgraphie mitbenutzt, um vvm Ballon aus mit der Erde in Verbindung zu ^Einen Nutzen als wirkliches Transportmittel hat bisjetzt die Luftschiffahrt nichtobgleich maunichfache Vorschläge gemacht worden sind, wenigstens in beschränktem Maßstabs^theile nach dieser Richtung zu ziehen. So ist namentlich der Vorschlag eines schweizerischentekten zu erwähnen, welcher den Luftballon als Mittel vorschlägt, um Berge damit leicht zu bestem^,Er läßt den Ballon nicht frei gehen, sondern befestigt am untern Ende desselben eine oder uM^.;Rollen, welche an einem Schienenstrange hingleiten, der von dem Thale aus bis zum Gipst,Berges führen soll. Eine darunter hängende Gondel dient zur Beförderung von Pastug' -,,rOffenbar ist der Vorschlag rationell und die Ausführbarkeit nicht zu bezweifeln. Gleicht ^zur Zeit, soviel uns bekannt, noch keine Versuche gemacht, um das Project zu realisire». ^Ballon bleibt immer gefüllt; wenn er oben angekommen ist, so wird Ballast aufgenommen, w ^ihn auf demselben Wege wieder herabzieht. Dieser Ballast besteht in Wasser, welches obe^ ^dem Berggipfel selbst in großen Gruben aus dem fallenden Regen und Schnee fortwährengesammelt wird. Unten angekommen, läßt er das Wasser wieder abfließen, und neuekönnen die Fahrt unternehmen. Von den niancherlei andern, wirklich abenteuerlichen ^ ,gre>>'

möge hier nur einer erwähnt werden. Nach, demselben soll man einen Ballon con!dessen Tragkraft gerade groß genug ist, um das Gewicht eines Menschen fast, doch nicht g ' ((1 |iäquilibriren. Diesen Ballon soll man sich im gefüllten Zustande so anschnallen, daß uian