Lungenkrankheiten 347
allgemeine, für alle Lungenkrankheiten mehr oder weniger geltende Gegenstände er=°«ert werden.
Da ohne ununterbrochene Zufuhr von Sauerstoff durch die Lungen das Leben nicht fortbestehena Wi, so erhellt hieraus die ungemeine Wichtigkeit der Lungenkrankheiten, da durch diese die Sauer-Afaufnahme in das Blut mehr oder weniger beschrankt und das Leben in größere oder geringere,ZPenblicklich sehr dringende oder in der Länge der Zeit sich doch erheblich steigernde Gefahr°k>etzt wird.
E ^eber die Untersuchung der Lungen und die Diagnostik der Lungenkrankheitenan ! x in einem populären Werke selbstverständlich nur wenig gesagt werden, und es finden sich die^eigneten Andeutungen theils in den Beschreibungen der einzelnen Lungenkrankheiten (f. die oben/inchneteten sowie die unten besprochenen), theils in verschiedenen Artikeln allgemeinern Inhalts.V ° ^uscultation und Percussion, Husten, Auswurf, Blausucht u. s. w.) Nur sei an diesem OrteMes Instruments noch gedacht, des Spiro Meters (von spirare, athmen, und p.si:pov, das Maß,4° ^lthemmesser), dessen man sich in neuerer Zeit vielfach bedient, die Menge der Luft, welche^unge aufzunehmen vermag (ihre Capaeität), zu bestimmen. Indem die von gesunden Lungen/Mären Luftmengen nach Alter, Geschlecht und Körperlänge bei den verschiedenen Individuendie gleichen sind, so können in vielen, aber bei weitem nicht allen Fällen unter Berücksich-t gedachter Verhältnisse erhebliche Abweichungen von der Norm mit Hülfe des Spirometerswohl festgestellt und daraus Schlüsse auf die Verbreitung gewisser Pathologischer Processe^ ^deutlich tuberkulöser Ablagerungen) gemacht werden.
Die Folgestörungen der verschiedenen Lungenkrankheiten haben theils in derClx angedeuteten mangelhaften Blutoxydation (verminderten Sauerstoffaufnahme), theils in den^änderten Druckverhältnissen im Gefäßsystem, welche dadurch entstehen, daß ein Theil derLungen-. "tgesäße undurchgängig wird, theils in dem die Luugeuasfectioneu begleitenden Fieber, theils"der Eigenthümlichkeit der Processe, welche leicht auch in andern Organen auftreten (tuber-uti5 fe Ablagerungen), ihren Grund. Es können daher bei Lungenkrankheiten durch den Einfluß^Keiner oder das gleichzeitige Zusammenwirken mehrerer dieser Umstände Störungen der Hirn-Mtjg^it (mangelhafte Blutoxydation und vermehrter Blutdruck im Hirn), wie Schwindel, Nei-P n 9 zu Kopfcongestionen, Abnahme der Denkkraft, Bewußtlosigkeit u. s. w., Störungen der Ver-^u»g, wie Magenkatarrhe (Blutstauung im Unterleibe), Durchfälle (tuberkulöse Ablagerungen° ^erschwärungen im Darm), Leberkraukheiten, wie Anschwellung derselben (durchBlutstauung)%} tuberkulöse Ablagerungen in dieselbe, Nierenaffectionen, wie Bright'sche Krankheit (durch diemtstauung), Herzaffectioneu (aus der gleichen Ursache), allgemeine Abnahme der Kräfte undj-j. n ' a gerung (durch mangelhafte Blutoxydation, durch die genannten secundären Verdauungs-»^Ungen, durch das anhaltende sogenannte hektische Fieber), wassersüchtige Anschwellungen deru. s. w. (durch die Blutentmischung, durch die Blutstauungen, durch die secundären Herz- und^enaffertionen) zu Stande kommen und zur Verschlimmerung des ursprünglichen Leidens wief Beschleunigung eines unglücklichen Ausgangs beitragen.
, . Ueber die Ausgänge der Lungenkrankheiten läßt sich im allgemeinen nichts sagen; es gibtll keine derselben, die nicht zum Tode führen könnte, obwol die Gefahr bei den einen geringer ist^ei den andern, aber auch keine, wo nicht mehr oder minder vollständige Heilung möglich wäre.
Die Ursachen vorliegenderAfsectionen sind außerordentlich mannichfaltig und zumTheil selbst! öti > gar nicht gekannt, und schon im Schose der Mutter kann das Kind von Lungenaffectionene Tallen werden. (S. u. Atelektase sowie den Art. Tuberkulose.) Die Anlage (Disposition) zu
^genkrankheiten ist nicht selten erblich, namentlich gilt dies von der Tuberkulose; doch kann diesesg a 3e auch in einer bloßen Reizbarkeit der Respirationsschleimhaut (Neigung zu Katarrhen und^^chiteu) bestehen. Sie ist ferner in vieler Beziehung abhängig von dem Alter. Kinder undsJf'fe neigen (freilich aus ganz verschiedenen Ursachen) zu katarrhalischen Afsectionen. In deni^^lejahren des Menschen treten leicht Lungencongestionen und infolge dessen Lungenentzündungenle Tuberkulose ein. Die spätern Lebensjahre haben außerordentlich häufig abnorme Erweite-j. n 3 en der Lungenbläschen (Emphysem, s. u.) und Luftröhrenverzweiguugen (Bronchiektasien, s.u.)
Gefolge. Ferner geben besondere Beschäftigungen, solche, welche mit heftigen Respirations-^ Itrengungen verbunden sind, wie angestrengtes lautes Sprechen, starkes Laufen, oder die denHainen zwingen, in unreiner oder scharfer Luft zu verweilen, wie das Einathmen von Staub_k etn ' Wollarbeitern, Cigarrenmachern, Steinmetzen u. s. w., oder die eine anhaltende^^brstellung erfordern, bei welcher die Brustorgane beeinträchtigt, namentlich ausgiebige Aus-'dungen der Lungen in der Respiration verhindert werden (Schuhmacher, Schneider u. s. w.),