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Lungenkrankheiten
Zu den häufigsten Ursachen von Lungenaffectionen zählen
Anlaß zu Lungenkrankheiten.. . w. r .~,..—. „ • n<
die atmosphärischen Einflüsse, und zwar einestheils das, was wir Erkältung (s. d.) nennen, antheils die durch die Winde bedingten Eigenthümlichkeiten der Luft. In unsern Breiten sin ^kalten und trockenen Nord- und Ostwinde in dieser Beziehung besonders nachtheilig und bie* “so mehr, wenn gleichzeitig große Respirationsanstrengungen (angestrengte Märsche, schwere Ar -lautes Sprechen, Singen u. s. w.) im Freien dazukommen. Secundär sehen wir endlich Lungekrankheiten mit mehr oder weniger Sicherheit im Gefolge anderer Körperleiden auftreten, soHerzfehlern, bei starken Misbildungen des Brustkastens (infolge der verschiedenen Arten der Mgratsverkrümmungen), bei acuten Exanthemen (namentlich Masern und Pocken), bei Typhus u-l-, 1 .
Indem wir uns zu der Behandlung der Lungenkrankheiten wenden, bemerken wir nvoraus, daß wir von der direkten durch Arzneimittel oder andere Maßnahmen (wie Blutentziehuugeu.s. w.) hier absehen, da diese, soweit möglich und nützlich, in den Specialbeschreibungen besprE^ist; wir werden uns vielmehr nur mit ganz allgemeinen Fragen der Prophylaxis (Verhütung) ü"Diätetik beschäftigen. Erstere anlangend, so ist zu unterscheiden, ob es sich um Personen handelt,welchen eine erbliche Anlage zu derartigen Afsectionen zu befürchten ist, oder um solche, die ^ exe !2verschiedene oder schwerere Lungenkrankheiten überstanden und vielleicht noch an den Folgen derstden oder an Krankheiten, besonders Herzfehlern leiden, die zu Lungenerkrankungen disponiren,oendlich um solche, bei denen weder das eine noch das andere der Fall ist, die also in Rücksicht auf w 3Brustorgane als gesund und kräftig bezeichnet werden können. Auf das Einzelne einzugehen,unter diesen verschiedenen Umständen nothwendig und rathsam erscheint, gestattet uns der Ra>nicht und ist das Nöthige in Rücksicht auf die erster» Fülle auch bereits bei den verschiede'^Krankheiten besprochen. Im allgemeinen ergibt sich aus den angedeuteten Ursachen der Langkrankheiten leicht das richtige Verfahren. Für solche, welche aus der einen oder andern dergeführten Ursachen zu Lungenkrankheiten oder zu Rückfällen derselben disponiren, kann nicht ge"/eingeschärft werden, daß sie sich möglichst gegen die Schädlichkeiten der atmosphärischen EE. (gegen Erkältungen, gegen die nachtheiligen Einflüsse einer ungesunden Beschäftigung und e»)ungünstigen Wohnorts zu schützen haben. WaS hierbei durch Kleidung geschehen kann, ist in dielArtikel sowie in dem Art. Erkältung angegeben. Um den schädlichen Einfluß rauher oder d"''Staub verunreiuigtcrLuft oder scharfer Winde möglichst fern zu halten, dienen die RespiratosEs bestehen dieselben aus mehreren sehr feinen, übereinander gelegten Drahtgittern, die durch ^paffende Vorrichtung vor den Mund befestigt werden und so alle Staubtheile der Luft abhalfmit der eingeathmeten Luft in die Respirationsorgane zu dringen, namentlich aber dazu beflißsind, die einzuathmende kalte Luft, bevor sie in die Lungen tritt, hinreichend zu erwärmen und Iden Träger des Respirators gleichsam in ein milderes Klima zu versetzen. Die Erwärmung ° ^eingeathmeten Luft geschieht dadurch, daß die Drahtgitter (die von Metallen, also guten Wär>"^leitern, am besten von Silber, angefertigt sind) die Wärme von der durch sie streichenden erweck'»'^ausgeathmeten Luft aufnehmen und sodann wiederum an die eindringende kalte abgebe».türlich muß, wenn der Zweck des Respirators erreicht werden soll, dann nur durch denaus- und eingcathmet werden. Je niehr Drahtgitter übereinander gefügt sind (wodurch derdes Respirators natürlich auch steigt), desto vollkommener wird der Zweck erreicht. Man IMJ*jedoch vor den billigen Respiratoren (zu 1—2 Thlrn.), welche unter der Umhüllung nur ein l'durchlöchertes Blech enthalten und in Rücksicht auf die Erwärmung der Luft fast gar nlnützen und höchstens zum Schutze gegen staubige Lust von einigem Werthe sind. Besser, aber Idie meisten nicht möglich, ist es freilich, unmittelbar mildere Klimate (s. Klimatische Curorte)zusuchen; doch darf sich kein Patient der trügerischen Hoffnung hingeben, daß ein Aufenthalt^einigen Monaten an einem solchen Orte ein bereits längere Zeit bestehendes Brustübel vollstän ^heilen könne; immer gehört, so wohlthätig ein in Italien, Aegypten, Madeira u. s. w. zugebrach'Winter auch wirkt, eine zwei- oder mehrmalige Wiederholung der Cur dazu, um bleibende He> 1 /zu sichern. Auch ist es von größter Wichtigkeit und ungleich sichererm Erfolge, wenn derartige »regeln möglichst früh ergriffen werden. Leider entschließen sich unsere Lungenkranken undUmgebung meist erst zu spät zu einem solchen Schritte, und es wird dann der unvollkommenevollkommen verfehlte Zweck auf die Unwirksamkeit einer solchen Cur geschoben. Die für Lungeule)^nützlichen Bäder und Quellen können hier ebenfalls nicht speciell bezeichnet werden, dadium des Leidens, die etwa bereits vorhandenen secundären Störungen, die Beschaffenste'^ganzen Constitution große und nicht ungestraft übersehene Verschiedenheiten bedingen.
Badecnren sind im allgemeinen nur ausnahmsweise von Nutzen; ungleich wohlthätiger ^Trinkcnren und der von Sorgen und Geschäften freie Aufenthalt in der uüldern Luft der )' 5
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