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Magenkrankheiten
Die durch scharfe Gifte erzeugten Magenentzündungen gehören zu denund gefährlichsten Magenafsectionen. Am reinsten gestaltet sich das Krankheitsbild bei denstanzen (Schwefel-, Salpeter-, Salzsäure, Königswasser, Aetzkali, Natron u. s. w.), welcheihre ätzende, zerstörende Wirkung nur örtliche Läsioncn und dadurch erst weiterhin allgeiuei ^Erscheinungen veranlassen; anders und viel complicirter jedoch bei solchen, denen neben der lora eWirkung auch noch eine allgemeine, constitutionelle zukommt (Blei-, Silber-, Zink-, KuPIs'Quecksilberverbindungen, scharfe Pflanzen- und Thierstoffe, wie Herbstzeitlose, Nießwurz,ling u. s. w., spanische Fliegen u. s. w.). Auf das Nähere hierüber einzugehen, ist i e . iC)ldiesem Orte nicht nöthig, da die speciellen Symptome und Hülfsleistungen theils einzeln beibetreffenden Stoffen, theils übersichtlich in dem Art. Gift und Gegengifte besprochen sind.
Das Magengeschwür ist seiner Häufigkeit und Wichtigkeit wegen vom größtenEs wird häufiger bei Frauen als bei Männern gefunden und hat meist seinen Sitz in derdes Magenausgangs am obern Theile der Hintern Magenwand. Seltener ist gleichzeitig "eins vorhanden. Es wird vorzüglich in den Blütejahren, nur ausnahmsweise in der KlEgefunden. Es ist häufig mit Bleichsucht und Lungentuberkulose combinirt. Seine Ursachen l l ^_nicht hinreichend bekannt und die hierüber aufgestellten mehr oder weniger wahrscheinlichenthesen einer Besprechung an diesem Orte nicht zugänglich. Die Geschwüre selbst erscheinen als ru>nliche, flache Vertiefungen von verschiedener Größe (V 2 —2 und 3 Zoll im Querdurchmesser), wein ihrer Mitte am tiefsten sind und in den schlimmsten Fällen daselbst schließlich sämmtlichehäute (Schleimhaut, Muskelhaut und den äußern serösen Ueberzug des Magens) durchbrcw 'woraus sodann, kam es nicht bereits vorher an dieser Stelle zu einer Verwachsung des Magen» >einem nachbarlichen Organe (Leber, Bauchspeicheldrüse n. s. w.), Mageninhalt in die Untermhöhle ergossen und eine immer tödliche Bauchfellentzündung hervorgerufen wird. Von den SY"tomen des Magengeschwürs ist keinS so charakteristisch und so beständig, daß aus seiner Änweiheit oder seinem Fehlen allein mit vollständiger Sicherheit auf die Gegenwart oder Abwesenheit^Geschwürs geschlossen werden könnte. Der Laie wird daher auch niemals in dem Falle sein, Iselbst hierüber mit Sicherheit Rechenschaft geben zu können. Die verschiedensten MagenaffectMund selbst die Gailensteinkolik, die mit dem Magen direct gar nichts zu thun hat, weisen zuin *die gleichen Erscheinungen auf. Ueberfichtlich und die verschieden verlaufenden Fülle zu cl ’Krankheitsbilde vereinigt, gestaltet sich dasselbe folgendermaßen. Neben der mitunter (durchnischen Magenkatarrh unterhaltenen) andauernden dumpfen Empfindlichkeit der MageNIrg^stellen sich zeitweilig (wie beim Magenkrampfe) heftige Schmerzen in der Magengrube ein, ,meist über den ganzen Unterleib und nach dem Rücken hin ausstrahlen und in der Bdurch Druck auf die Stelle der Magengrube, welche der Lage des Geschwürs entspricht, aufftm ^verniehrt werden. Diese acuten Schmerzanfälle scheinen mitunter mit einem wettern UmsichsM^deS Geschwürs zusammenzufallen; doch können sie auch außerdem und selbst dann noch, wen", ^Geschwür durch Bernarbung heilte, sich wiederholen. Das Erbrechen, ein zweites wich"^Symptom, kann in einzelnen Fällen ganz fehlen oder doch nur in sehr geringer Frequenz^,Heftigkeit stattfinden; meist bildet es jedoch ein hervorragendes Zeichen und wird namentlich ^ ^für die Erkennung des Geschwürs von hoher Bedeutung, wenn Blut (hellroth oder dunkel ^geronnen, selbst theerartig, wenn es lange Zeit vorher im Magen verweilte) mit ausgestoßcnDoch ist nicht jedes Blutbrechcn Zeichen eines Magengeschwürs. (S. u. hämorrhagische Erossw" ^Bei größern Blutungen erscheint dann auch Blut im Stuhlgange. Andere Verdauungsstörung^Appetitlosigkeit, Widerwille gegen manche Speisen, Uebelkeit, Ausstößen, Stuhlverstopfung n- 1' ^können vorhanden sein, aber auch ganz oder doch lange Zeit hindurch fehlen. AussehenKörperfülle des Patienten leiden ebenfalls in vielen Fällen außerordentlich wenig; beiDauer und Zunahme des Leidens stellen sich Blässe des Gesichts, Abmagerung, Blutarw ^manchmal selbst wassersüchtige Ausschwitzungcn und Anschwellungen ein. Der VerlaU.^,Magengeschwürs ist allermeist ein exquisit chronischer (wenn nicht Durchbruch der Magr"^^,düngen oder massenhafte Blutverluste ausnahmsweise dem Leben schnell ein Ende machen),meisten Magengeschwüre gehen in Heilung über, obwol auch dann noch mancherlei qnR ^Störungen zurückbleiben können. Die Behandlung ist je nach den Umstünden ähnlich ^Magen- und Darmblutungen, bei Magenkrampf und bei chronischem Magenkatarrh bezeichn^,,und bedarf daher hier keiner weitern Besprechung, um so mehr, als die Specialverordnungen ^einzelnen Kranken von dem Arzte besonders angepaßt werden müssen. Was wir indie Diät warnend und ermahnend beim chronischen Magenkatarrh gesagt, ist hier natürUWnoch eindringlicher zu wiederholen,da die Gefahr eines Übeln Ausgangs doch viel größer ist a