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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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376
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376 Magnetismus, Magnetnadel

Norden, also nach einem bestimmten Punkte der Erde richtet, muß man unbedingt schließen, daddie Erde selbst ein Magnet ist. In der That ist dies auch die allgemeine Annahme. Man nunan, daß in der Nordhälfte des Erdkörpers ein magnetischer Pol liegt, welcher demjenigen Punder Nadel, der sich nach Norden richtet, ungleichnamig ist, d. h. also ein magnetischer Südpo -Umgekehrt muß in der Südhälfte des Erdkörpers ein magnetischer Nordpol liegen. Hier erg> ^sich eine gewisse Ungenauigkeit in der Art der Bezeichnung der magnetischen Pole. Wenn »iadie nach Norden gerichtete Hälfte der Magnetnadel Nordpol nennt, so muß unbedingt derNorden gelegene Pol der Erde ein magnetischer Südpol genannt werden und umgekehrt. »VFrankreich verfährt man anders. Man bezeichnet dort den Pol der Magnetnadel, welcherNorden liegt, mit dem Namen Südpol, den andern mit Nordpol; dem entsprechend kann man danden in der Nordhälfte des Erdkörpers gelegenen magnetischen Pol auch wirklich einen magnetischeNordpol nennen und umgekehrt. n

Die magnetische Kraft, welche in der Erde liegt, ist nur eine richtende, d. h. sie ertheilt de>^frei hängenden Magnetstabe nur eine Drehung um seine Axe, keineswegs aber zieht sie den ga>UStab an. Dies läßt sich sehr leicht zeigen, tvenn man eine Magnetnadel auf einem Kork befestwund diesen auf Wasser schwimmen läßt. Die Nadel wird alsbald unter dem Einflüsse des &'■'Magnetismus sich zu drehen beginnen, bis sich der Nordpol nach Norden gerichtet hat. Eine Or jVeränderung des Korks aber findet nicht statt. Noch auf eine andere Weise läßt sich der M®Maller anziehenden Kraft durch den Erdkörper beweisen. Wenn nian nänilich ein Stück weich JEisen an eine Wage hängt, durch Auflegen von Gewichten auf die andere Wagschale genau tc>rund nun den Stab abnimmt, magnetisch macht und endlich wieder anhängt, so wird das Gew> >

desselben nachher um keine nur irgend bemerkbare Größe zugenommen haben. Der Grund

fieser

ginnt sie wieder westlich zu werden, u. s. w. Man hat näin durch zahlreiche Versuche fast an.®^Punkten der Erdoberfläche die Größe der Declination überall genau festzustellen gesuchtdarüber Tabellen angelegt. Dadurch ist ein Hauptmittel gegeben, um sich mit Hülfe einer M®g' ^nadel in jedem Augenblicke leicht auf der Erdoberfläche orientiren zu können. Nehmen wir ?•an, für einen bestimmten Punkt der Erdoberfläche sei die Declination — 12° westlich, f®man mit Hülfe einer Magnetnadel sofort die Himmelsgegend genau auffinden. Zu diesem W ^hat man ein vielgebrauchtes Instrument construirt, den Kompaß. Derselbe besteht au» e •,Dose, auf deren Boden ein in 360 Grad getheilter Kreis sich befindet. In dessen Mitte stehStift und auf diesem schwebt die Nadel. Man stellt nun die Dose horizontal, läßt die Mag ^nadel zur Ruhe kommen und dreht dann das Instrument so, daß die Nordspitze der Nadel aus

Erscheinung läßt sich leicht einsehen, da beide Pole des Erdkörpers auf beide Pole des Mag"s<wirken, diese aber wegen ihrer großen Entfernung von den magnetischen Polen der Erdeund in dem entgegengesetzten Sinne angezogen werden. Es wird nämlich der Nordpol 'Magnetstabs von dem einen Pol der Erde angezogen und der Südpol von demselben +'abgestoßen. Diese Kräfte sind aber gleich und entgegengesetzt und müssen sich demnach aufh^° iDasselbe gilt von dem Südpol des Magnetstabs. Die Art der Aufnehmung der Magnet»®.^(Fig. 3) ist die Ursache, weshalb dieselbe ihre horizontale Lage nicht verlassen kann. Hängt nuaber einen Magnetstab so auf, daß er sich frei um seinen Schwerpunkt drehen kann, so stelu l ,der eine Pol desselben unterhalb, der andere oberhalb der horizontalen Ebene, welche durchSchwerpunkt geht, und seine Axe nimmt in der Ebene des magnetischen Meridians eine f D ' a .Richtung an, daß in unserer nördlichen Halbkugel der Nordpol sich schräg nach unten zieht.Abweichung von der horizontalen Ebene nennt man die Jnclination der Magnetnadel. 3allgemeinen wächst die Jnclination mit der geographischen Breite des Beobachtungsortes. ^magnetische Aequator ist eine krumme Linie, welche alle die Punkte der Erdoberfläche ' 'einander verbindet, an denen ein um seinen Schwerpunkt frei beweglicher Magnet in Horizont® (Lage stehen bleibt, d. h. an denen die Jnclination — 0 ist. Der magnetische Aequatornicht mit dem geographischen zusammen; er ist mehrfach und gebogen, und seine Gestalt wevon der eines Kreises beträchtlich ab. Er schneidet den magnetischen Aquator in zwei Punkte (Knoi®' LDa der magnetische Nordpol nicht mit dem geographischen zusammenfällt, so muß diedes magnetischen Meridians für verschiedene Orte der Erde eine verschiedene sein. Bei u« ^die Declination eine westliche; je weiter man sich nach Westen bewegt, um so kleiner wird .Declination und ist bei einer bestimmten Gegend Nordvmerikas — 0. Dies kommt daher, ^dann der magnetische Nordpol im nördlichen Theile von Nordamerika gelegen ist. Gehtdieser Gegend aus noch weiter nach Westen, so wird die Declination östlich, nimmt allmählE ^Größe zu, dann wieder ab und wird abermals ^ 0, was in Asien der Fall ist; von da ® 1P