380 Magnetismus, Magnetnadel
einander, daß der Nordpol neben dem Südpol gelegen ist, und dann verbindet man beide durchvorgelegtes Stück weiches Eisen, welches angezogen und festgehalten wird. Dies muß .ebenso *auf der andern Seite geschehen. Hierdurch vereinigt man die Stäbe gewissermaßen zu einem ge-schlossenen System, innerhalb dessen der Magnetismus sich frei bewegen kann und dem Einflußdes Erdkörpers nun nicht mehr unterworfen ist. Magnete in Hufeisenform, sogenannte Hufeisen-magnete, hängt man an ihrem gekrümmten Theile auf und legt nur ein Stück weiches Este"?den Anker, vor, welchen man dann je nach der Tragkraft des Magnets belastet. Durch allmä)-lich stärker werdende Belastung kann man sogar den Magnetismus verstärken.
So deutlich wahrnehmbar die Wirkungen des Magnetismus auf Eisen und andere magnetst^Körper sind, so vollständig unempfindlich sind wir selbst gegen diese Naturkraft. Kein einzig^unserer Sinne gibt uns von der Existenz des Magnetismus auch nur die geringste AndeutungWir können uns allseitig mit Magneten umgeben, ohne auch nur im mindesten davon angenehoder unangenehm berührt zu werden. In der That, wäre die Wirkung des Magnetismus auf ^Eisen nicht vorhanden, so würden wir von dieser Naturkraft noch gar keine Kenntniß besitzen. ""dennoch ist sie eine gewaltig wirkende; obwol die Aeußerungen des Erdmagnetismus uns "schwach erscheinen, so geben sie doch wahrscheinlich zu manchen großartigen Naturerscheinung^Veranlassung oder begleiten dieselben zum mindesten. So ist es eine ziemlich allgemein angenehmene Ansicht, daß der Magnetismus der Erde in inniger Beziehung zu den Nordlichtern, z" ^elektrischen Zustande der Erde, zu gewissen Temperaturveränderungen derselben, zu Erdbeben u.I- 'steht. Welches die Ursache des Erdmagnetismus ist, darüber können wir zur Zeit noch keine H'feststehende Ansicht haben, allein man neigt sich sehr der Annahme zu, daß es der Wärmeznsto"des Erdkörpers sei, welcher den Magnetismus bedingt.
In dem Art. Elektricität ist gezeigt, daß Metalle oder metallartige Körper von verschiebt ^Natur sowie auch gewisse Mineralien, wenn sie ungleichmäßig erwärmt werden, elektrisch, d. h-'?,einem elektrischen Strome durchkreuzt werden. Dieser Strom geht in einer ganz bestimmten Mtung, welche abhängig ist von der Erwärmungsstelle und von der Natur der Körper. Unser L r 'ball nun, der sich fortwährend um seine Axe dreht, bietet den erwärmenden Sonnenstrahlen^"unterbrochen andere Theile seiner Oberfläche dar; er muß also dem entsprechend auch große ^peraturschwankungeu, welche gleichwol in bestimmter Regelmäßigkeit aufeinander erfolgen, erleid •Da nun im Innern des Erdkörpers überall Substanzen vorkommen, welche elektrisirungssähig st" ^so müssen diese infolge der ungleichmäßigen Erwärmung von einem elektrischen Strome durctM"»werden, und da die Erwärmung der Erde täglich regelmäßig von Osten nach Westen fortschre" 'so muß auch der elektrische Strom einen ganz bestimmten und immer gleichartigen Lauf h""^ sJeder elektrische Strom aber übt, wie in dem Art. Elektromagnetismus gezeigt worden ist,netische Wirkungen aus, ja man kann geradezu einen geschlosienen Leiter, der von einem elektrisch^Strome durchkreuzt wird, mit einem Magnete vergleichen. Dem entsprechend würde es sich erklärt"daß ein unsere Erde umkreisender elektrischer Strom gerade dieselben Wirkungen hervorbringtmüßte wie ein großer Magnet mit zwei festgelegenen Polen. Aus dieser Annahme würden st
dann auch recht wohl zunächst die täglichen Schwankungen erklären, denn diese stehen, wie
oben
gezeigt ist, in ziemlich genauer Beziehung zu dem täglichen Stande der Sonne. Aber auchsäcularen Schwankungen finden vielleicht eine Erklärung, da der Erdkörper ja im Laufe der I" .hunverte nach einer ganz bestimmten Gesetzmäßigkeit seine Stellung gegen die Sonne allmäyändert. Die Nordlichter würden dann ausströmende Elektricität sein, welche in den obern P°verdünnten Luftschichten, wo kein Widerstand ihrer Verbreitung vorhanden ist, sich inFlächen verbreitet und ausgleicht. Man nimmt an, daß einem Nordlichte immer ein Südentspricht, und diese beiden Naturerscheinungen würden dann im großartigsten Maßstabe die Au-gleichung der beideir elektrischen Fluida im luftverdüiinten Raume repräsentiren. Für diese A"stspricht endlich auch die Störung der Magnetnadel bei vulkanischen Eruptionen oder Erdbe ^Denn es ist ganz klar; daß bei diesen Naturerscheinungen stets Mengen von Elektricitätin fgung gesetzt werden, wie sich fernerhin ails den fast immer dabei auftretenden großartigen Geter» entnehmen läßt. u g f
II. Thierischer (animalischer) Magnetismus, Somnambulismus (Somnoliv'"^Mesmerismus, Psycheismus, Spiritualismus, Odismus). Der sogenannte thierische 2^ <J 3 ne l 1 lf, e uihat durchaus nichts mit dem mineralischen gemein. Zu dem Magnetismus als phystk"M e
Begriff hat unser Organismus durchaus keine nachweisbare Beziehung. Unser Körper besitztmagnetischen Eigenschaften, ebenso wenig läßt sich die Wirkung eines Magnets auf denselben st^constatiren. Die Vorgänge im Nervensystem sind vielmehr elektrischer Art. Die