Masern . 439
desselben steigt das Fieber, was oft vorher etwas nachgelassen hatte, wieder, und der Ausschlagscheint (zweites Stadium oder Stadium der Eruption). Er beginnt in Form einzelnerkvther Flecken mit unregelmäßigen Rändern und leichten Hervorragungen, welche zuerst im Gesichtsuamentlich um den Mund) auftreten und sich sodann nach und nach auf Hals, Brust, Rücken,nterleib und Extremitäten ausbreiten. Sie stehen anfänglich vereinzelt, fließen aber weiterhin»>e»ft gruppenweise zusammen. Während dieser Zeit (1 —2 Tage) steigern sich die vorgenanntenOberweiten Symptome oft in hohem Grade; das Fieber ist hoch, die Haut wird trocken und breit-end, das Gesicht ist geschwollen, die Augen sind entzündeter und empfindlicher gegen das Licht,J c Husten ist quälend, und eine physikalische Untersuchung der Brust läßt meist ausgebreitete- ?°"chitis erkennen. Nächtliche Unruhe und Schlaflosigkeit fehlen ebenfalls selten. Diese Be-schwerden halten auch noch an, während das Exauthem in seiner Vollendung, Blüte steht (drittestadium, Stadium der Blüte), was 1—2 Tage lang der Fall zu sein pflegt. Nach dieser^>t, also am 6.—7. Tage der ganzen Krankheit oder am 4.—5. nach Ausbruch des Exanthems,bginnt dasselbe (ungefähr in derselben Reihenfolge, wie es aufgetreten war) zu schwinden: dievlecken werden blasser, die Haut bekommt ein unregelmäßig fleckiges, marinorirtes Aussehen, undsünit lassen auch die Fieber- wie die übrigen katarrhalischen und entzündlichen Symptome nach,sie in der Regel im vierten Stadium (Stadium der Abschuppung) ganz schwinden.. le Abschuppung tritt um den 8.—9. Tag ein; sie kann mit dem vierzehnten beendet sein, währtweist bis in die dritte Woche der Krankheit. Es wird dabei die Oberhaut (Epidermis) inseinen, klcienartige», oft für das bloße Auge kaum bemerkbaren Schuppen, nur höchst seltenÄnlich per Abschuppung beim Scharlach) in größern zusammenhängenden Lamellen abgestoßen.
«t der Vollendung der Abschuppung ist in der Regel auch die Krankheit vollständig ausgeglichen.5!(h verlaufen nicht alle Fülle in dieser gleichmäßigen Weise, eS treten vielmehr mancherleibweichungen (Anomalien) von diesem regelmäßigen Verlaufe ziemlich häufig auf. Allein>cht jede Abweichung ist ein schlimmes Zeichen, da gerade die leichtesten Fälle deren verschiedene^>»uweisen pflegen. Das erste Stadium (der Vorläufer) kann sich auf 7—10 Tage hinausziehen;’ e Reihenfolge in dem Ausbruche des Exanthems kann eine andere sein; es können sich dieOptionen nur sehr schwach entwickeln oder vorzüglich auf einzelne Körperregionen beschränktdlbe»; es kann das Exanthem sehr lange (8—10 Tage) stehen bleiben oder, was häufig von, ^ Bedeutung ist, schon nach wenig Stunden wieder verschwinden: es kann die AbschuppungW 1 durch langdauernde Folgekrankheiten bewirkt) sich erst sehr spät einstellen; es kann (in denEchtesten und in der Regel zu Anfang und Ende von Masernepidemien beobachteten Fällen) das?.^ver nur sehr gering sein; es kann das Exanthem mit Knötchen, Friesclbläschen, Blutfleckenl chwere Formen) untermischt sein; es können die die Masern begleitenden Erscheinungen von den^ dtleimhäuten u. s. w. sich zu gefährlicher Höhe steigern (Complicationen), so die Entzündungsq* Nasenschleimhaut, der Augen, des Rachens (Maserncroup), der Luftröhrenverzweigungen, der°uchial!atarrh und die Bronchitis zu wirklicher Lungenentzündung; es kann Keuchhusten ein-^orbut, Brand der Lungen, acute Tuberkulose. Unter solchen Verhältniffen, selbst aber^ bei normalem Verlaufe des Exanthems können sich später noch chronische Ohren-, Augen-ijündung, Lungenentzündung, chronische Tuberkulose u. s. w. entwickeln.
Räch allen diesen Verhältnissen bestimmt sich der Ausgang der Krankheit. Im allgemeinenzwar die Masern zu denjenigen Störungen der Gesundheit zu rechnen, welche die größteHoffnung^ ^ vollständige Heilung gewähren, doch können gedachte Complicationen und Folgekrankheiten^ namentlich dann, wenn die Krankheit zu bereits bestehenden andcrweiten schweren Störungen(s. v.) oder auch nur durch solche besonders geschwächte Individuen befiel, einen Übeln Aus-e -^ n 9 herbeiführen. Sehr bejahrte Individuen sowie andererseits sehr jugendliche (Kinder unter3ahre) unterliegen ebenfalls leicht der Affection.
^ Behandlung der normal verlaufenden und leichten Masemfälle beschränkt sich aufger diätetische Pflege. Die Kranken sollen, solange das Fieber anhält, das Bett hüten, ohne§tu "^vmäßig warm zugedeckt zu werden; während der Abschuppung können sie bereits mehrere^ üben täglich aufstehen, doch sind sie sorgfältig vor Zugluft zu schützen; das Zimmer habe einesin/^d 14—15° R. und sei (wegen der Augenaffection) nicht zu hell. Gegen den Husteng arme ' schleimige Getränke (Althee mit Süßholz, Leinsamenthee u. s. w.) anzuwenden. Saure"tack»" ^ (^lmonade u. s. >v.) meidet man gern, wenn nicht sehr starkes Fieber dieselben nothwendigv>eise r Nahrung diene» Milch, schleimige Suppen, bei vorhandener Verstopfung ausnahms-Und ^°"'p°ts. Mit Beginn der Abschuppung und bei Abwesenheit des Fiebers können Milch-ü nschbrühsuppen, kleine Mengen leichtverdaulichen Fleisches und leichte Gemüse gereicht