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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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438
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438 Masern

wcilig einer gewissen Klasse von Arbeitern die Beschäftigung entzog, dies doch keineswegs 3""'Verderben des Ganzen geschah. Jeder Geschäftszweig, welcher vorher ausschließlich durcharbeit auSgesührt worden ist, wird, sobald eine brauchbare Maschine sich desselben bemächtig •natürlich deshalb zurückgehen, weil der Handarbeiter mit der Maschine nicht mehr concurrirenkann, und daher sieht man in solchen Fällen immer eine zeitweilige Verarmung ganzer Bevölie-rungsklassen. Sprechende Beispiele liefern hier die Weberbevölkerungen in Sachsen und Schlepp-Aber deswegen wird das industriose Leben des Ganzen nicht beeinträchtigt, sondern entschiede"in die Höhe gehoben, da die Arbeit der Maschine stets billiger und fast immer auch besser ist "Handarbeit: die Nachfrage steigt, und der Handel, welcher die Fluctuatio» des Kapitals beding -wird lebhafter. Genug, es ist ein großer Fortschritt zu nennen, daß man einsehen gelernt >daß die Maschine eine nothwendige Bedingung unsers Wohlstandes ist und daß jeder Jndustr"'zweig, in welchen eine neue Maschine wiederum Eingang findet, zu einer neuen Stufe der 'endung gediehen ist.

Mascril, Morbilli (von morbus, die Krankheit). Die erste Nachricht über diese Krcustheiverdanken wir arabischen Aerzten; doch wurde in frühern Zeiten dieselbe vielfach mit Scharlaw-Rötheln und selbst Pocken verwechselt. Die Masern gehören in Rücksicht auf ihren Charakter J uden entzündlichen, mit einem bestimmten Typus verlaufenden und ansteckenden Hautkrankheit^'zu den sogenannten acuten Exanthemen. (S. Hautkrankheiten.) Der Ansteckungsstoff (Contagiunstder Masern ist theils ein flüchtiger, da schon die Nähe Maserkranker zur Jnfection hinreicht, the> fein consistenterer, wenigstens an die Secrete der bei den Masern katarrhalisch afficirten Schieß'häute gebundener, wie die in neuerer Zeit mit Nasenschleim gelungenen Impfungen bewelstn-während die mit Blut, Hantabschuppung Maserkranker versuchten Ilebertragungen des Exantbein-bisjetzt kein Resultat gegeben haben. Die Ausbreitung der Masern in ebenso zahlreichen alsgedehnten Epidemien durch die Ansteckung ist oft eine ganz enorme, daher denn auch dieselbe'zu deir häufigsten Krankheiten gehören, die zwar wegen der Leichtigkeit und vielfachen Gelegenbeider Ansteckung (in Schulen, Kirchen, Kinderbewahranftalteii u. s. w.) vorzüglich häufig bei denKindern (am häufigsten wol zwischen dem zweiten und achten Jahre) beobachtet werden,kein Alter verschonen. Das glänzendste Beispiel hierfür lieferten 1846 die Faröer-Jnseln.selbst waren 65 Jahre lang keine Masern beobachtet worden, als sie in gedachtem Jahre durein Schiff wieder eingeschleppt wurden und nun in kurzer Zeit an 85 Proc. der ganzenWeiterung, die jüngsten wie die ältesten Menschen daran erkrankten. Diese und ähnliche 6 r ( arungen sowie die gelungenen Jmpfversuche haben zugleich gelehrt (was unter gewöhnlichenhältnissen nicht immer leicht zu beobachten ist), daß zwischen der Ansteckung und dem Ausbruwder Krankheit im Durchschnitt 13—14 Tage vergehen. Die Zeit, wo die Ansteckung erfolg'beginnt bereits während des Stadiums der Vorläufer (s. u.) und währt bis zur vollständigesEntwickelung des Ausschlags (Exanlbems). Früher glaubte man, die Gefahr der Ansteckungallein oder hauptsächlich während der Abschuppung statt, was aber entschieden falsch ist. EinzelneMasernepidemien sind besonders gutartig, während andere sich durch schwere Erkrankungen, ,,a 'mentlich gefährliche Complicatione» und Folgekrankheiten (s. u.) auszeichnen und dann unter derKinderwelt bedeutende Verheerungen anrichten. Der Grund hiervon ist nicht bekannt. 3-Vorläufer der Masernepidemien werden mitunter Epidemien von Brustkatarrhen, Keuchhnste^Grippe, gleichzeitig mit den Masern manchmal Scharlach- und Pockenepidemien beobachtet. ~ a 'einmalige Ueberstehen der Masern mildert zwar außerordentlich die Disposition für neue Jnsti'tionen, doch sind die Fälle nicht gar so selten, daß Menschen zweimal von denselben befallen werde"'Auch schützt keine Krankheit gegen dieselben, ja manche (Lungen- und Herzentzündungen, Tuber-tulose u. s. w.) werden durch das Hinzutreten von Masern sogar viel gefährlicher und n>wselten tödlich.

Die Symptome und der Verlauf der Krankheit können sich durch Gegenwart complicirenbiAffectionen sehr verschieden gestalten. Mr beschreiben zunächst die Krankheit nach ihrem rege -mäßigen Verlaufe. Bereits eh,e das Exanthem erscheint, machen sich die Zeichen einer mehrweniger schweren Allgemeinerkrankung bemerklich (das Stadium der Vorläufer oder ersteStadium). Die Krankheit beginnt mit Frost, dem anhaltende Hitze folgt. Es zeigen sich^^uDurst, Kopfschmerz, Unbehaglichkeit, Appetitlosigkeit, Röthung der Augen, Thränenfluß, 2 chwelnng der Augenlider, vielleicht auch Lichtscheu, ferner Schnupfen, Gedunsensein des Ges>w^trockener, kurzer Husten. Halsschmerz und Heiserkeit, Erbrechen und Durchfall werden nur au-nahmsweise beobachtet, ebenso Krampfanfälle und Schlafsucht höchstens bei ganz kleinen .Dieser Zustand pflegt drei Tage, seltener nur zwei oder vier bis fünf anzuhalten. Mit Beendigu