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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Maß und Gewicht 441

^geführt zu werden. Abgesehen von den nach dem Stückmaße in den Tausch gelangendenaaren, erfolgt die Messung nach der räumlichen Ausdehnung oder nach der Schwere, und wirI 11 demgemäß zwischen dem Raummaße (der extensiven Quantitätsbestimmung) und dem, aße der Schwere oder des Stoffs, d. i. dem Gewicht (der intensiven Quantitätsbestimmung),g ^"terscheiden. Ueber das letztere handelt des Nähern der besondere Art. Gewicht (Bd. IV,

, fg.). Die Raummaße, welche im gemeinen Leben vorzugsweise Maße genannt werden,

^Uallen nach den Dimensionen, in welchen alle räumlichen Dinge liegen, in Längen-, Flächen-

Körpermaße. Die beiden letztem Kategorien bestimmen sich aus der erstem, indem bei den<5 ächenmaßen das Quadrat eines Längenmaßes, bei den Körpermaßen der Kubus eines solchenru Grunde gelegt wird, mag auch ein Flächen - oder Körpermaß ursprünglich ohne Rücksicht auf** Längenmaß bestimmt worden sein, wie z. B. ein Feldmaß auf Grund der Fläche, welche anlt,e m Tage mit einen: Paar Ochsen bepflügt werden kann, oder auf Grund eines gewissen Quan-tums Saatkorn.

Da alle Größen eines Maßsystems (auch die Gewichte) mit dem Längenmaße zusam-menhängen und von ihm abhängig sind, so ist die genaue Bestiinmung der Einheit dieses letztern,°. n hervorragender Wichtigkeit. Während man in dieser Rücksicht früher keine allzu große Sorg-et anwendete, verführt man jetzt mit Recht sehr scrupulös auf einem Gebiete, welches von somoßer Bedeutung für alle Zweige des wirthschaftlichen und wissenschaftlichen Interesses ist, hat‘ er auch bei dem vorgeschrittenen Standpunkte der physikalischen Wissenschaft und ihrer Jnstru-^Nte die Mittel, mit einer früher unerreichten Genauigkeit zu Werke zu gehen. Das Grundmaß, Entweder unmittelbar aus einem feststehenden natürlichen Verhältnisse abgeleitet oder durchc °Beg Uebereinkommen bestimmt; im erstem Falle heißt es natürliches, im letztern Falle"uventionelles Maß. Ein natürliches Maß hat den Vorzug, daß es aus der Natur jederzeit. 'bder entnommen werden kann, mögen auch alle Musterexemplare (Etalons) der Maßstäbe ver-,,^n gegangen sein, wogegen man bei einem conventionellen Maße nur auf die ursprünglichenAuster zurückgehen kann und, falls diese verloren sein sollten, auf Copien beschränkt ist, welche oft?^8enau und untereinander abweichend sind. Nach natürlichen Maßeinheiten suchte man schon^zeitig, und man entlehnte sie anfänglich theils den: menschlichen Körper (Klafter, Elle, Spanne,*.*7' Zoll), theils vegetabilischen Erzeugnissen (Gerstenkorn als Längenmaß und Gewicht, Johan-ebrotkorn als Gewicht). Da aber die organischen Theile gleicher Art rücksichtlich ihres Maß-sie ü Misses mehr oder weniger verschieden sind, wie die Individuen, denen sie angehören, so könnenbei der Veränderlichkeit und Vergänglichkeit des Individuums keine zweckmäßige, keine wahr-te brauchbare Grundlage bilden.' Das englische Dard z. B. stellte ursprünglich (unter dem^Meu Gyrd oder Girth) die Länge des Arms König Heinrich's VIII., bis zur Spitze desj ll tte(fi T1 g er g genommen, vor (Verfügung von 1101), und natürlich sank es alsbald zu einem^.^bentionellen Maße herab; das englische Pennyweight sollte das Gewicht von 32 Weizen-. Uern fein, diese mitten aus der Aehre genommen und wohl getrocknet. Eine dauernde Basis. äur in der unorganischen Natur zu finden, welcher man daher, wo es sich um die Herstellung^ neuen Maßsystems oder um festere Begründung eines schon bestehenden handelt, die°raussetzungen entlehnt. Die gebräuchlichsten und zweckmäßigsten Grundlagen natürlichermße sind;

,-j. k) Die Länge des einfachen Secundenpenvels an einem bestimmten Orte (unter einem be-Mmten Breitengrade), 2) die Entfernung zweier bestimmten Punkte auf der Erdoberfläche, derenS u >bder Zeit wiederholt werden kann. John Herschel schlug die Länge der polaren Erdaxedx und Vxo/oooooo derselben als Einheit des Längenmaßes vor; von anderer Seite ward

ftallraum eines schweren Körpers in einer Secunde mittlerer Zeit unter einem bestimmten'°'t°ngrade empfohlen. Der Vorschlag, das einfache Secundenpendel maßgebend zu machen,bri:? Bon Hnyghens aus, welcher zuerst eine vollständige Theorie des Pendels aufstellte und denw:d ^ desselben als Fundamentalfuß (Pes horarius) empfahl (1673). Ihm folgten viele^uujhafte Gelehrte, auch nachdem man erkannt hatte, daß das Pendel unter verschiede-'br ^Eengraden von ungleicher Länge (sodaß eine bestimmte Breite maßgebend sein muß),h^^o^chläge fanden aber keine unmittelbare Verwirklichung. Die Entfernung zweier Punktetz^^^°berfläche zu dem gedachten Zwecke empfahl zuerst der Astronom Gabriel Mouton in^ (1670), welcher die Länge eines Meridianbogens von einer Minute unter dem Namenlisch late 0 ^ er Meile als Einheit vorschlug. Die letztere Idee wurde während der Franzö-bkevolution wieder aufgenommen und besonders durch Laplace vertreten und zur Ver->chung gebracht, indem man die Größe eines Erdmeridian-Quadranten, und zwar die Ent-