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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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betreffenden Platze einen größern Namen verlieh, als es der Anlaß dieses Verkehrs jemalsthun können. Von dieser zweiten Entstehungsart aber leitet sich der deutsche Name der Nab, welchen sie der kirchlichen Messe, dem Hochamte verdanken, welches bei jenen Festen celewurde, ein Name, den übrigens die großen Märkte nicht früher als in der ersten Hälfte desJahrhunderts angenommcit haben, und der im nördlichen Deutschland (z. B. für dieschweizer Messe) erst im 10. Jahrhundert der allgemein übliche wurde. Auch das noch u .Ein- und Ausläuten der Messen deutet aus jenen Ursprung hin. In Asien wie in Afrika 1die herkömmlichen Stationen der Karavanen regelmäßig auch durch die Spuren irgende'•religiösen Cultus gekennzeichnet, und dieser durch den Mohammcdanismus aufrecht orha ^Zusammenhang zwischen Religion und Handel dauert noch heute im Orient fort. Alle beträchtU^^^Märkte und Messen werden an heiligen Orten abgehalten, die den Zeitpunkt frommer A ^fahrten bilden; daß Mekka der Mittelpunkt des arabischen Handels geblieben ist, verdankt eKaaba, und alle die zahlreichen Pilgergruppen, welche alljährlich diese Stadt besuchen, sind * . £oder weniger zugleich Handelskaravanen. Was endlich den Einfluß der Staatsgewalt aus ^Bildung eines großen Marktvcrkehrs betrifft, so ist auch die Gesetzgebung im Stande, den H"" .nach einem bestimmten Orte hinzuleiten, namentlich aber dem Handel eines Ortes feste «ü tzzu geben, auf denen er wächst und sich ausbreitet, sodaß dieser Ort zu einer wahren Handel»!und je nach den Umständen zu einer Markt - oder Meßstadt wird. Die betreffende Gesetztverfährt aber dabei nicht, wie das bei den beiden vorigen bewegenden Ursachen der Fall, ursprüngaus sich bestimmend, sondern sie baut auf das Gegebene. In der Regel wirkten daher die ! taa frAnordnungen nicht die Gründung, sondern vielmehr die Hebung eines Handels-, einesPlatzes, in welcher Rücksicht besonders die Zollgesetzgebung von hervorragender Bedeutung 10Rein politische Schöpfungen auf diesem Gebiete versprechen keinen Erfolg, da sich die Bedingungdes Verkehrs nicht nach Belieben erzeugen lassen und der Handel eines Ortes eine naturwüwWurzel geschlagen, eine Geschichte gefunden haben muß, ehe von einer Messe die Rede seinDas haben die neuesten Versuche deutlich belegt; nachdem der Zollverein sich gebildet hatte, w ^vor dessen jetziger erweiterter Gestalt das Großherzogthum Hessen in Offenbach, Kurhessen^Kassel, Hannover in Lüneburg eine Messe begründen (die erstem beiden als Concurrenzw"gegenüber Frankfurt a. M.), und man ließ es an allen äußern Mitteln nicht fehlen; alle'" ^keinem der genannten Orte stellte sich ein nennenswerter Umsatz ein; Offenbach zwar ^sich bis zum Anschlüsse Frankfurts an den Zollverein eines beachtenswerten Verkehrs. 2ogmit diesem Anschlüsse aber hörte der Besuch auf, und kaum spricht jetzt jemand noch von l ^drei Messen. Ebenso resultatlos werden die aus dem Handelsstande selbst hervorgehenden ®bestrebungen sein, eine Messe zu schaffen, wo die Vorbedingungen fehlen, und die neuernmühungen, eine solche in Köln und Augsburg zu gründen, sind wol für immer verklungen-Der sachliche Unterschied zwischen Messe und Markt (Jahrmarkt) ist schon oben angcg^,'und es ist bemerkt worden, daß auf jener der Großhandel als erster Zweck erscheint undbesondere der Großhandel zwischen fremden Verkäufern und fremden Käufern, die sich ° u ! f) itMesse das Rendezvous geben. Alle Messen sind zugleich mit einem Jahrmarktsverkebr, der fl „kleinen örtlichen Gebiete dienstbar ist, verbunden; auf manchen gewöhnlichen Jahrmärktenwol auch einzelne Großhandelsgeschäfte abgeschlossen werden, dadurch sind aber diese Märkte ..keine Messen. Was die Namensbezeichnung angeht, so ist gleichfalls erwähnt worden, »ap

die Bezeichnung Messe erst verhältnißmäßig spät eingebürgert hat, und noch heute werden ein) ^Großverkehrsmärkte, die wol dieselbe beanspruchen können, einfach „Märkte" genannt. Unter „großen deutschen Markten werden nur diejenigen von Leipzig, Frankfurt a. M., Frankfurt a '.^tund Braunschweig Dom Handel- und Fabrikantenstande als eigentliche Messen aufgefaßt.andere führen zwar noch diesen Namen, sind aber von wesentlich lokaler Bedeutung (z. ‘ .^il

Trier), zum Theil zu einer solchen zu gewöhnlichen Jahrmärkten von ihrer ehemaligen Wiwherabgesunken (z. B. Naumburg a. d. S.). Befaßte sich der Großverkebr mit nur Einem ur ^Z. B. Wolle, Flachs, Oelsaat, so wird bei aller Erheblichkeit der Umsätze und der Frequenz ^in der Regel nur von einem „Markte" gesprochen, indeß gibt es Ausnahmen, und man bä! ^sogenannte Ledcrmesse in Köln, Ulm und Zürich, eine Tuchmesse in Augsburg, Stuttgu^^,,Ulm. Außerhalb des Gebiets der deutschen Sprache ist ein unserer Bezeichnung „ Messt ^sprechender Ausdruck für die gedachten großen Märkte nicht gebräuchlich; für Markt und tf ,dient in Frankreich das Wort faire (vom latein. forum), in England, Nordamerika u-das Wort fair, in Italien das Wort fiera.