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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Meteorologie

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daß die Temperatur der Heistern Erdstellen gemildert, die der kältern erhöht wird.alles nun unter der angegebenen regelmäßigen Weise von statten gehen, so müßten alle nörvom Wendekreis des Krebses gelegenen Länder einen ununterbrochenen Nordwind, alle suvom Wendekreis des Steinbocks gelegenen einen ununterbrochenen Südwind haben. AllemRegelmäßigkeit findet nur in der Nähe des Aequators statt. In den Ländern der gemäßlgZonen dagegen erleiden beide Luftströme vielfache Veränderungen durch sich selbst sowol wie^du ^die Formation der Erdoberfläche. Der von Norden nach Süden kommende oder der Polarstro^muß nothwendig mit dem von Süden nach Norden fließenden oder dem Aequatorialstrdort, wo beide aneinander vorüberfließen, in Collision gerathen, und je nachdem der eine oder andere an einem betreffenden Landestheile der stärkere ist, wird bald dieser, bald jenerdort das Uebergewicht gewinnen; dafür muß natürlich dann an einem andern mehr oder wenigbenachbarten Landstrich der zweite in der Oberhand bleiben. Die ganze gemäßigte Zone ist s» ^der Schauplatz eines fortwährenden für unsere oberflächlichen Beobachtungen scheinbarregelmäßigen Windwechsels, und aus diesem Grunde muß bald mehr Kälte, bald mehr Wärnach einem bestimmten Punkt der Erdoberfläche transportirt werden. Die speciellern Verhaltn'!dieser Luftströmungen werden in dem Art. Wind Besprechung finden. ,

Die Folge von alledem ist, daß die Vertheilung,der Wärme an der Erdoberfläche eine anwird, als sie der geographischen Breite zufolge sein müßte. Wenn man die Lufttemperatur ew-Landes bestimmen will, so bedient man sich dazu bekanntlich des Thermometers. Da aber ^rend der Dauer eines Jahres und auch schon während der Dauer eines Tages hier schonliche Schwankungen stattfinden, so muß man eine mittlere Temperatur aufsuchen, wenn manKlima des Landes näher berechnen will. Diese mittlere Temperatur findet man folgendermapZuvörderst werden im Laufe eines Tages mehrere in regelmäßigen Zeiträumen wiederkehre^Beobachtungen gemacht, meist drei, die eine früh, die andere mittags, die dritte abends. 3" ^gemeinen wird die Mittagstemperatur die höchste sein. Addirt man alle drei Temperaturen 'dividirt durch 3, so erhält man das Tagesmittel. Mehrere solcher Mittel von aufeinander!genden Tagen werden addirt, und man erhält so ein fünf-, zehn- u. s. w. tägiges Mittel. Asucht man das Monatsmittel auf. Ein jeder Monat des Jahres hat dann so ziemlich seink tMitteltemperatur; doch können hierin unter Umständen beträchtliche Schwankungen stattm"^Addirt man die Mitteltemperatur der zwölf Monate und dividirt durch 12, so ergibt fiwJahresmittel, und dies ist schon eine festere Zahl als das Monatsmittel. Will man aber' ^das wahre Mittel des betreffenden Ortes finden, so hat man die Mitteltemperatur einer grbpReihe von aufeinander folgenden Jahren zu addiren und durch die Zahl der Jahre zu divwj xHiermit stellt sich denn nun bei etwa zwanzig- bis dreißigjährigen Beobachtungen eine 2»*temperatur heraus, welche kaum um einen halben Grad schwankt. Die Mitteltemperatur_Paris ist hiernach 8,6, von Karlsruhe 8,3, von Prag 8,i, von Frankfurt a. M. 7,8, von Brüss» ^von Breslau 6,6, von Düsseldorf 8,8, von London 8,3, von Amsterdam 7,9, von Berlin 7,2,Dublin 7,6, von Moskau 3,6, von Edinburgh 6,7, von Petersburg 3,4,, von Bergen 6,6,Archangel 0,7 u. s. w. D£te «

Vorzüglich durch die Anregungen von A. von Humboldt sind an ganz verschiedenen ^ ^der Erde und in ziemlich erheblicher Zahl meteorologische Warten eingeführt, auf denen wauWitterungserscheinungen regelmäßig beobachtet. So ist man dahin gelangt, die mittlern 3"! ,temperaturen der wichtigsten Gegenden der Erde festzustellen. Verbindet man alleOrte, welche eine gleiche Jahrestemperatur haben, durch Linien, so wird man Curven erha ^deren Richtung im allgemeinen zwar von Osten nach Westen geht, welche aber keineswegs u>> ^Breitengraden parallel sind, sondern dieselben an mehreren Orten.schneiden. Solche Linwü, ^

denen also eine durchaus gleiche Jahrestemperatur herrscht, nennt man Isothermen, <>j e jer

gibt eine Abbildung derselben. Auffallend ist die außerordentliche Krümmung einzelner ^Isothermen, z. B. der mit 0 —4 und ■— 8 bezeichneten auf der nördlichen Halbkugel. r |j;haben z. B. folgende Länder die mittlere Jahrestemperatur 0°: das russische Amerika, das ^westliche Territorium, die Hudsonsbai-Länder, die Insel Island, das nördliche Norwegen, „land, der südwestliche Theil von Sibirien, die nördliche Mongolei, die nördliche Mandschu"das südliche Kamtschatka. Die südlichste Größe dieser Isothermen reicht bis zum 50.°, b>e ^ tllichste Ausbiegung bis etwa zum 75.° nördl. Br., also ein Unterschied von vollen 20 °. 3 ^beiden großen Kontinenten, im nördlichen Amerika und in Asien, geht die Linie gL^bei 1 'weit herunter nach Süden, dagegen biegt sie im Atlantischen Meer ganz bedeutend nachUeberhaupt sieht man, wie im Atlantischen Meer, daß die Isothermen alle eine auffallen