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Meteorologie
Heilung der Wärme auf der Erdoberfläche erfahren, so genügen die Isothermen keineswegs,muß vielmehr noch diejenigen Orte, welche gleiche Sommerwärme, und diejenigen, welche gl^Winterkälte haben, durch Linien verbinden und wird so Curven erhalten, welche von den Ä 'thermen beträchtlich abweichen. Man nennt die Linien gleicher Sommerwärme Jsotheren undie gleicher Winterkälte Jsochymcnen. Fig. 3 gibt hiervon eine Ansicht. Die ausgezogenLinien sind die Jsochymenen, die punktirten die Jsotheren. Sie sind nur für Europa genau -stimmt. Man ersieht hieraus z. B., daß die Westküste des nördlichen Norwegen, der mittlere aWvon Schweden, Esthland, Smolensk, Orelle, die Wolgamündungen, die nördliche Spitze de-Kaspischen Meeres und der Aralsee eine gleiche mittlere Wintertemperatur von — 4° habe», j®gegen sich diese Länderstriche in Bezug auf die Sommerwärme auffallend unterscheiden. 3Kaspischen Meer steigt dieselbe bis auf 18°, in Norwegen nur bis auf 8°. Auffallend ist®'Verschiedenheit in der Wintertemperatur der Küstenländer am Eismeer. Während das Norden
— 4° hat, herrscht im unmittelbar danebenliegenden Theile von Lappland eine Temperatur ®°
— 8°, und die Kälte steigert sich am Obischen Meerbusen bis zu — 16°, während alle genannt®Länderstriche ziemlich unter demselben Breitengrade liegen. Man sieht überhaupt, daß dielichen Küstengegenden Europas viel mildere Winter besitzen als die im Osten gelegenen Landestheile. Die Schwankungen in der Sommerwärme sind nicht so auffallend, doch aber in einzelu ,Fällen beachtenswerth. So hat z. B. Irland und das nördliche England dieselbe mittleremerwärme (+ 12°) wie der mittlere Theil von Schweden. Die Differenz beider Länder betrag10 Breitengrade.
Aus dem bisher Entwickelten und namentlich aus der zuletzt gegebenen Karte ersieht uw)'wie groß der Einfluß ist, welchen die Lage eines Landes in Bezug auf das Meer ausübt. DU! ^Einfluß ist in der That so hervortretend, daß man einen Unterschied zwischen Continental- ul ®Küstenklima machen muß. Die Unterschiede zwischen der mittlern Winter- und der mittlern S°®'mertemperatur wachsen, je weiter man von der Küste landeinwärts geht. An den Meeresküst®sind kühle Sommer und milde Winter vorherrschend, im Innern des Landes dagegen heiße Sow®'und strenge Winter. Ganz auffallend zeigt sich dies, wenn man die Temperaturverhältnisst ®Westküsten von Europa mit denen des nördlichen Asien vergleicht. Folgende Zusammenstell®"macht dies anschaulich.
Küstenklima.
Nordcap.
0,1 Jahresmittel.
6,4 Sommermittel.— 4,4 Wintermittel.
Kontinentalklima.
Jakutzk,
Jrkutzk
. — 8,2 Jahresmittel.0,3
>ttel'
16,3 Sommer»»'
Wintcrwittck-
14,6 Sommern»
— 15,7
Wintermittk®
Ratzkiavig
3,3
Moskau. .
3,6
l£,3 Sommer«»
,tte>-
8,2 Winter»»'
ttkl-
10,7 Sommermittel.
' — 1,0 Wintermittel.
Die Differenz zwischen der Winter- und Sommertemperatur beim Küstenklima beträgt f ß ®‘\.ungefähr 11°, dagegen beim Continentalklima 24—50°. Besonders ausgezeichnet ist hierinKlima von Jakutzk. Hier ist der Sommer kurz, aber heiß, und zwar wird es infolge dessen nrög»^'Weizen und Roggen auf einem Boden zu bauen, welcher in einer Tiefe von 3 Fuß beständig 8froren bleibt. Dagegen kann man auf der Insel Island, deren mittlere Jahrestemperatur ®
0° beträgt, also 8° höher ist als die von Jakutzk, keine Cerealien mehr bauen, weil die SoMs®temperatur viel zu niedrig ist, um dieselben zur Reife zu bringen. Dieser UnterschiedContinental- und Seeklima kommt nur daher, daß das feste Land die Sommerwärme viel lel»'und schneller absorbirt, aber auch wieder leichter und schneller verliert als das Meer. Die D® ^sichtigkeit des Wassers gestattet den Sonnenstrahlen ein tieferes Eindringen, sodah sich ein®größere Masse von Materie durch die Strahlen der Sonne erwärmt als beim festen Lande, f ^wegen dauert es auch eine viel längere Zeit, ehe sich die ganze Wassermasse wiederumDas Erdreich erwärmt sich durch die directen Sonnenstrahlen nur auf eine geringe Tiefe. _z. B. im heißen Sommer bei uns die Temperatur der Erdoberfläche unter günstigen Unista®bis zu 56° steigt, herrscht zu derselben Zeit in einer Tiefe von einem Fuß vielleicht nur ^Temperatur von 20° und von iy 2 —2 Fuß nur von 10—12°. Wo also große Continent® 'befinden, da wird der Einfluß der warmen Jahreszeit sich schneller und stärker bemerklichwährend bei einem vielfach eingeschnittenen Seeufer überall der Einfluß des Wassers überi®und eine Ausgleichung der extremen Temperatur bedingt. , t ü
Je tiefer man auf dem festen Lande in den Erdboden eindringt, desto beständiger wir®^,Temperatur. Während die obersten Schichten des Bodens ganz unter dem Einfluß der So® ^strahlen stehen und sich dem entsprechend also im Sommer stark erhitzen, im Winter stark abM