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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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538
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538 Milzbrand und Karbunkelkrankheit

verschiedene Gruppen von Milzbrandformen unterscheiden, das Milzbrandfieber und der KarbunkelsDie Milzbrandfieber (die nervöse Form des Milzbrandes) haben oft einen höchst acuten Verund tödten mitunter schon nach wenigen Stunden, während die Karbunkel (der lokalifirtebrand) oft mehrere Tage, selbst 1 —2 Wochen dauern und eine günstigere Aussicht auf H» 11 -gewähren. Das Milzbrandfieber befällt meist gerade die kräftigsten Stücken der Heerde; nntunfallen die Thiere, wie vom Schlage getroffen, todt nieder, oder sie zeigen in der kurzen 3 eI * 1 VKrankheit starke Hitze, heftigen Herzschlag, schnelles, krampfhaftes Athmen, Zittern und 3 u “ en ?einigen Muskeln oder Körpertheilen, zuweilen Krämpfe, Schaumkauen, blutigen AusflußMaul, Nase, After, und der Tod erfolgt unter den Zeichen der Erstickung; mitunter gerathenThiere in große Aufregung, brüllen, beißen, stoßen, schlagen, bis sich ein lühmungsähnlicher Zstand einstellt, dem nach 2—3 Tagen der Tod folgt. Der Milzbrand mit einzelnen Lokalisatw"(Karbunkel) tritt zum Theil in rosenartigen, leicht brandig werdenden Entzündungen (z. B.und Hinterbrand bei Schafen und Schweinen, Bräune bei Schweinen u. s. w.) auf. Es entsteh ^einzelne rothe Flecken (an der Zunge, im Maul und am Gaumen, an den Weichtheilen des Hau ''am Mastdatm u. f. w.), die bald zu größern zusammenfließen, von leichter Geschwulst und de>licher Hitze begleitet sind, nach kurzer Zeit blau werden, auf denen sich nach und nach Blasen Wjj 'aus denen bald eine wässerige Flüssigkeit aussickert und welche zu brandigen Geschwürendie rasch zerstörend um sich greifen. In andern Fällen, namentlich bei lokaler Jnfection d"Milzbrandgift, entstehen an den inficirten und weiterhin bei ursprünglich allgemeiner Erkrankn^an den verschiedensten Stellen des Körpers mehr oder minder tief in den Weichtheilen liege"harte, anfangs unschmerzhafte, heiße Knoten (der Milzbrandkarbunkel im engern Sinne l .'Worts)/ die schnell wachsen, anfänglich, besonders wenn sie tief liegen, eine weiße, später Mbald nach der Entstehung, wenn sie oberflächlicher liegen, eine bläuliche bis blanschwarze 8'^zeigen, sodann aufbrechen und eine trockenere brandig, zerstörte Gewcbsmaffe oder blutige I"" ^entleeren. Allermeist gehen die Thiere auch hier zu Grunde, doch pflegt die Krankheit, wie bemer -etwas langsamer zu verlaufen. ....

2) Die Karbunkelkrankheit beini Menschen hat immer in der Ansteckung durchbrandige Thiere ihren Grund. Unter den Trägern des Contagiums nimmt das Blut nulzbr" ^feiges Thiere den ersten Rang ein; nach ihm sind die Exsudate, die Milz, die jauchigen Flüsstgu'^der Karbunkelbeulen zu nennen. Diese Stoffe sowie andere Theile der Thiere, an sich oder'jenen verunreinigt, bewahren die ansteckende Kraft (Jnfectionsfähigkeit) auch noch lange nach.'wenn sie bereits eingetrocknet oder mancherlei andere Veränderungen untergangen haben;sind außer den Personen, welche unmittelbar mit milzbrandigen Thieren zu thun haben (2>' •,Wärter, Hirten, Thierärztc, Fleischer, Abdecker u. s. >v.), auch noch solche gefährdet, welcheducte dieser Thiere verarbeiten (Gerber, Kürschner, Seifensieder, Tapezierer u. s. w.). 3^wirkt das Contagium nicht immer in gleicher Stärke, zeigt nicht immer dieselbe Dauerhaft^(Tenacität, s. Ansteckung), worüber der Charakter der Epizootic und der Specialerkrankung entsch^Für gewöhnlich scheint das Fleisch und die Milch nnlzbrandiger Thiere die Ansteckung nicht tMitteln zu können; doch gibt es namentlich in Bezug auf ersteres entschieden constatirte Aus»men, weshalb mit Recht der Verkauf solchen Fleisches polizeilich verboten ist. Ob unter Umst")' ^der Milzbrand auch ein flüchtiges Contagium entwickeln könne, ist nicht bewiesen, dochnicht unmöglich, selbst wahrscheinlich. Der menschliche Karbunkel scheint durchaus nicht ansteoO,zu sein. Eine einmalige Jnfection des Körpers schützt durchaus nicht vor neuer Ansteckung- ^Wege der Verbreitung des Contagiums sind sehr mannichfaltig, und es können alle nutBlute, den Säften, dem Geifer nnlzbrandiger Thiere verunreinigte Gegenstände (GerätW.^ten, Kleidungsstücke, Instrumente u. s. w.) zu Trägern des Giftes werden. Es sind auch ^zelne Fälle vorgekommen, wo Insekten (Fliegen), welche vorher auf lebenden oder todten >",brandigen Thieren ihre Saugwerkzeuge mit dem Gifte verunreinigten, dasselbe aufübergetragen und diese angesteckt haben. Am schnellsten und sichersten wirkt dasselbe, tvon> ^mit verletzten Hautstellen, seien die Wunden, auch noch so klein, also mit dem Blute inBerührung tritt. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergeht meist nur eine'Zeit (Jncubationsstadium) und um so weniger, wie es scheint, je länger und je vielfacher d>k ^ficirten mit den milzbrandigen Thieren oder infectionsfähigen Theilen derselben in Berühr ,kamen (Viehwärter, Metzger), und es kann dann Jnfection, Ausbruch der Krankheit und' ,

selbst im Verlaufe eines Tages erfolgen. Doch ist dies seltener der Fall. Symptome und, ^lauf. Wie schon die Ueberschrift dieser zweiten Abtheilung unsers Artikels vermuthenkommt das Milzbrandfieber nur sehr selten bei dem Menschen vor; es soll dies beim^e