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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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537
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Milz Milzbrand und Karbunkelkrankheit 537

m irgendeiner Weise unterstützten oder direkt forderten. Das Trinken von einem Gla» Milch beidiueni Morgenspaziergange im Frühling ist noch keine Milchcur, obwol es unter Umständen rechtNützlich 'fein kann.

Sein medicinische Anwendung findet die Milch nur in geringer Ausdehnung, so bei Vergif-tungen mit scharfen metallischen Giften (Silber-, Quecksilber-, Bleisalze u. s. w.) oder äußerlichäu Ueberschkägen bei Verbrennungen, zu Gurgelwästern bei Hals- und Mandelentzündungen u. s. w.

Die Buttermilch liefert ein kühlendes Getränk, was zugleich, in größerer Menge genossen,über nicht immer leicht zu vertragen, bei den meisten gelind abführt.

,. Eine zweckmäßige Abendkost bei solchen, welche an Magenkatarrhen, an Verstopfung u.tklden. nik >>:«-n. s "" ■ 1 .-

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gibt die geronnene Milch; sie wird meist auch in den Fällen gut vertragen, wo die reine

neue Verdauungsbeschwerden erzeugt.

Milz. Die Milz ist eine tiefrothe, lang-ovale, platte, vom Bauchfell überzogene Drüse,^"che linkerseits hinter den untern Rippen dicht unter dem Zwerchfell gelegen und um die linke^üsbuchtung des Magens, den sogenannten Magengrund, herumgeschlagen ist. Sie gehört zu^ sogenannten Blutgefäßdrüsen und ist außerordentlich blutreich. Ihr innerer Bau ist noch?St genügend aufgeklärt, und ihre Leistungen sind ebenfalls noch in Dunkel gehüllt. Man ist^nsichr, paß sich neue Blutkörperchen in ihr bilden, und neuerdings wird von einem tüchtigenForscher angegeben, daß sich in ihr ein für die Verdauung sehr wichtiger Stoff bilde, der dann,Blute zur Bauchspeicheldrüse und zum Magen geführt, in demselben zur Bildung der Ver-^Ungssäfte verbraucht werde. Interessant ist, daß nach Entfernung der Milz, wie man sie bei^eren vielfach versucht hat und wie dieselbe nach Verwundungen auch bei Menschen nöthig ge-^°rden ist, die Gesundheit nach Heilung der Bauchwunde keine merkliche Störung erfährt. Mankrrnuthet, daß dann die Lympbdrüsen die Arbeit übernehmen, die früher die Milz leistete, mitAnsicht übereinstimmt, daß nach Exstirpatio» der Milz die Lymphdrüsen sich vergrößern,^ daß dieselben in ihrem Bau viel Aehnliches mit der Milz haben. Nach alledcm steht so vieldaß die Milz eine gewisse Umbildung des sie reichlich durchströmenden Blutes herbeiführt.^ Alten suchten in ihr den Sitz der Hypochondrie; heutzutage schreibt man ihr nur öasb>tenstechen zu.

. Die Milz, für gewöhnlich nur etwa y a Pfd. schwer, kann krankhafterweise 20, ja 40 Pfd.^wer werden und dann bis aus Becken hinabreichen. Im Wechselfieber und im Typhus schwilltregelmäßig an; die Gründe dieses Verhaltens aber sind unbekannt.stEg^^brand und Karbimkelkrailkheit. 1) Der Milzbrand der Thiere ist eine an-wende und oft in so großer Verbreitung, wie keine andere, auftretende Krankheit der Rinder,J*>', Schafe, Schweine und des Wildes. Leider ist die Pathologie dieser Thierkrankheit noch^^hinreichend aufgeklärt, und es mögen nicht selten andere verwandte, ähnliche Afsectionen^Milzbrände beigezählt werden. Nach Untersuchungen, welche durch ihre Gründlichkeit undI>Pcht sehr glaubwürdig erscheinen, ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Milzbrand als eine, . oriakrankhcit (erzeugt durch Sumpfmiasma, s. Kaltes Fieber und Malariakrankheiten) auf-i[5%n ist, bj e sodann einmal ausgebildet (abweichend von den meisten Malariaaffectionen beimrauschen) sich durch Ansteckung rasch weiter verbreitet. Für diese Ansicht spricht, daß der Milz-vorzugsweise in Malariagegenden (s. Kaltes Fieber u. s. w.) vorkommt, daß große KälteEnjsibhung beschränkt, daß, abgesehen von der Ansteckung , der Genuß sumpfigen, fauligenfeuchten, schimmeligen Futters, der Aufenthalt der Thiere in nassen, moderigen Ställen^ ^istehung begünstigt. Die wesentlichsten pathologischen Veränderungen bei milz-Obigen Thieren scheinen im Blute und den von ihm Herstammenden Säften (Exsudaten) statt-Qhne daß wir genauere Kenntniß von den chemischen Vorgängen im Blute besäße»,doch annehmen, daß sich dasselbe in einer fauligen Zersetzung, befindet; es erscheint(sg, A' gallert- oder theerartig, gerinnt nur sehr selten, und die aus ihm stanunenden Flüssigkeiten»>>d "^ntte und Ausschwitzungei, in das Zellgewebe) unterliegen bald einer fauligen Zersetzungitz» ^ben zu brandigen Abscesscn (Karbunkeln), rosenartigen und ebenfalls schnell in Verjauchung, gehenden Entzündungen Anlaß. Die Leiche» milzbrandiger Thiere unterliegen gleichfalls einer^.^ordentlich schnellen und vollständigen Fäulniß und Zersetzung. Nächst dem Blute zeigt die»st?^vher der Name der ganzen Krankheit) die auffallendsten Veränderungen; sie ist vergrößert,^ bedeutend, sehr blutreich, zeigt zuweilen wirkliche Blutergüsse in das Gewebe, ist brüchig,b»tb^"^bßend und wird schon bald nach dem Tode (durch die jauchige Zersetzung des in ihriihE^vEn Blutes) von Luft erfüllt und aufgetrieben. Auch Leber, Nieren und Lungen zeigen'che Veränderungen. Nach Symptomen und Verlauf lassen sich zwei große wesentlich