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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Minze

war, machte die Kenntniß der Mineralien wenig Fortschritte; dagegen waren die abenteuerlich!^Meinungen über die Wirksamkeit derselben, namentlich der Edelsteine, verbreitet. Einauf der Brust getragen sollte gegen Trunkenheit schützen, Diamant beherzt, Topas keusch,fromm machen, Magnetstein Sympathie zwischen Menschen herstellen; Karfunkelstein und SaP,dienten gegen Pestbeulen, Karneol gegen Blutstürze, Chrysolith und Chrysopras gegen Melanch ^und Hexerei; Smaragd galt als augenstärkendes Mittel, Siegelerde, namentlich die von Loinn ^als untrüglicher Schutz gegen Gift, Schlangenbiß und Liebestrünke. Den ersten Grund zuwissenschaftlichen Lehrgebäude der Mineralogie legte der sächsische Arzt Georg Agricola (,, n—1555), welcher in seinen „Zehn Büchern von der Natur der Fossilien" die äußern Kennze>v^der Mineralien zur Unterscheidung und Classification anzuwenden suchte. Auf seine Schulztraten Gesner, Cäsalpin, Boetius, später Henkel und der große Linus. Ihnen folgten die Schw^^Wallerius und Cronstedt, welche sich dadurch große Verdienste erwarben, daß sie gleichzeitigAeußere und die chemische Natur der Fossilien berücksichtigten, und Bergmann, der eine grZahl von Mineralaualysen ausführte. Eine Mineralogie als Wissenschaft kennt man indetzseit Werner (1750 —1817) und Hauy (1743—1822). Ersterer unterwarf die äußern Ke>zeichen einem besonders sorgfältigen Studium, schuf eine bestimmte Terminologie und erinög"^dadurch die Aufstellung eines streng gegliederten, auf naturhistorische Merkmale gegründeten -neralsystems; letzterer ist der Schöpfer der neuern Krystallographie und wies zuerst den 3 u ' sl , cmenhang zwischen Form und chemischer Zusammensetzung nach. Seitdem hat sich die Mineralognamentlich unterstützt durch die Fortschritte der Physik und Chemie, einen ehrenvollen Platz ,nReihe der Naturwissenschaften erobert und wird von einer großen Zahl Fachmänner und 9*deter Laien mit Vorliebe cultivirt. Beständig werden neue Mineralien entdeckt, Form und osammensetzung der bekannten genauer untersucht. Erführt somit das Detail der WissensäMBereicherungen, so ist leider die Hauptaufgabe, ein allen Anforderungen genügendes 3$»^■system, bisher ungelöst. Einseitig ist jedes System, welches, wie das von Werner undSchüler Mohs, nur die äußern Merkmale in Betracht zieht; derselbe Vorwurf trifft die rein ^mischen Systeme von Berzelius, Gmelin u. a. Neuere Mineralogen haben den richtigen M j fweg eingeschlagen, namentlich ist Gustav Rose's krystallochemisches Mineralsystem, in welches ^Krystallsorm die Gattung, die Zusammensetzung die Art des Minerals bestimmt, als e ’ n L*schiedener Fortschritt anzusehen. In der Nomenclatur der Mineralien, der Bezeichnung der - •stallformen herrscht ebenfalls noch große Verwirrung; leider ist bisjetzt wenig Aussicht zu elEinigung vorhanden. >,^

Die Mineralogie im weitern Sinne, welche alle unbelebten Naturkörper in ihr Bereich ä'Szerfällt in die Lehre von den einfachen Mineralien (Oryktognosie), den Felsarten (Geogü".^und Versteinerungen (Paläontologie); die Lehre von der praktischen Verwendung derMiner^zwird wol als besonderer Zweig der Wissenschaft, Lithurgik, bezeichnet. Unentbehrlich O* 1 ' ^Studium der Mineralogie ist vor allem eine möglichst vollständige Mineraliensammlung, ^ 'jdurch die besten Abbildungen und Beschreibungen in keiner Weise ersetzt werden kann. Vonzahlreichen kleinern, auch dem Laien zugänglichen Lehrbüchern heben wir die von Blum, § a ' fc,1, !LiiNaumann und Quenstedt als einige der besten hervor; die'angewandte Mineralogie behn^^

vortrefflich Blum's Lithurgik, die Kenntniß der Edelsteine das Handbuch von Kluge.genauere chemische Kenntniß der Mineralien ist Rammelberg's Mineralchemie unentbehrlich-,,^.

Minze. Die Gattung Mentha L. gehört unter die Labiaten. Der Kelch ist glockig 6^.,zähnig. Die Blume ist trichterförmig oder glockig, der Saum vierzähnig, der oberste Zahn 9gerundet. Die Staubgefäße sind zweimächtig oder gleich, die Fächer aneinander gelegticbmal. die Mittelbänder ickmal. bisweilen nmt dritten Tbeil aänllick fehlend. Der GriP .

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an der Spitze zweizähnig. Die Früchte sind rundlich. Die Minzen sind ausdauernde g.jwelche aus den zuletzt niedergebogenen aufliegenden Stengeln wurzeln und Schosse treiben- j (gibt in der Regel zweierlei Formen, die eine mit langem, die andere mit kurzem Griffel- ,kahlen Formen riechen meist viel stärker, als die zottigen. Die Arten dieser Gattung tzN^ ^glaublich vielgestaltig und boten jenen Botanikern, die aus persönlicher Eitelkeit jede Fo^s ;,ieine neue Art ausgaben, einen sehr reichen Tummelplatz. Die Gattung zerfällt zunachl^,Menthastrum Coss. Germ. mit nacktem Kelchschlund und nur fünf Kelchzähnen, und in 7 .^gium Coss. Germ. mit nacktem Kelchschlund. und Zwischenzähnchen zwischen den KelchZ^^oDie erste Abtheilung zerfällt in Menthae spicatae mit ganz kleinen Hochblättern und M-ticillatae mit großen Hochblättern, in deren Achseln die zu Knäueln vereinigten Trugd"