Murexid Bkurmelthicr 605
Papiergeldes durch Veränderung des Stempels und in der Absicht, dem gefälschten Gelde da-arch einen höher» Werth beizulegen. Diese Verbrechen laufen also auf eine Täuschung hinaus"b sind somit unter den Betrug im weiter» Sinne zu rechnen. Das Wesentliche des Ver- ■^chens besteht nächst der Fertigung falschen Geldes in der Absicht, das nachgemachte GeldUvzugeben. Auf die verbrecherische Absicht ist überhaupt im Criminalrecht das größte Gewichtick ' e»' rechtfertigt es sich denn, wenn derjenige, welcher z. B. ein Muster eines Kassen-^e,ns aus dem Gesetzblatt u. dgl. ausschneidet und ausgibt, nur wegen Betrugs bestraft wird,a der rechtswidrige Wille nicht auch auf das Nachmachen selbst gerichtet wär. Keinen Unter-. d macht es hinsichtlich des Verbrechens, ob die gefälschte oder widerrechtlich geprägte Münze’ n inländisches oder ein ausländisches Geldstück vorstellen soll, da jedes Geld als Ausgleichungs-- in fast allen Staaten wenigstens einen Curs hat. Selbst wenn die nachgemachten Geld-sme vollwichtig und von echtem Metall sind, wird das Verbrechen nicht ausgeschlossen, weil^bann die Staatsgewalt in ihrem Münzregal verletzt worden ist. Für ausgegeben gilt ein'^>ches oder verfälschtes Geldstück (Papiergeld) schon dann, wenn es behufs Zahlung (ungezählt£i-ürit der Post übersendet worden war, sollte auch die llnechtheit vom Empfänger vor der^nahme erkannt sein. Das . preußische Recht setzt auf die Münzverbrechen eine Zuchthausstrafe°n ö —15 Jahren, während in Sachsen das Nachahmen der Münzen (sogenanntes Falsch-^iinzen) mit Arbeitshaus bis zu zwei oder Zuchthaus bis zu zehn Jähren bestraft wird. Das^rfälschen echten Geldes zieht unter Umständen nur eine viermonatliche Gefängnißstrafe nach' bie indessen bis zu vier Jahren Arbeitshaus ansteigen kaun.
Murexid. Das Murexid oder saure purpursaure Ammoniak läßt sich auf verschiedene Weises>üs den ihm verwandten Körpern, Aloxan, Aloxantin, Dialuramid u. s. w., darstellen. Die ein-ochste Methode ist, Harnsäure (die man am zweckniäßigsten aus Guano darstellt) in Salpetersäureäu lösen und die Lösung mit Ammoniak zu versetzen, bis sie schwach danach riecht; dann läßtjj;an den Niederschlag sich absetzen, gießt die Mutterlauge ab und wäscht ihn so lange mit Master,^ das Waschwasser eine intensive Purpurfarbe annimmt. Das Murexid bildet durchsichtigeKusinen, die im durchfallenden Lichte roth, im reflectirten Lichte kantharidenflügelartig erscheinen.
löst sich ziemlich leicht in heißem, sehr ivenig in kaltem Wasser mit prachtvoller Purpurfarbe,g li löst es mit blauer Farbe, die beim Erhitzen verschwindet. Das Murexid wird seit längerer
•Seit
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zum Purpurfarben der Zeuge benutzt; in der neuesten Zeit ist es indessen gegen die Austin-en zurückgetreten. Es ist wahrscheinlich, daß der Purpur der Alten, der bekanntlich aus der^rpurschnecke gewonnen wurde, ebenfalls aus Murexid, wenn auch nicht in reinem Zustande, bestand. ', Murmeltier (Arctomys Marmotta, s. die Abb.). Trotz des gedrungenen plumpen Körpers,ds kurzen Schwanzes, der phlegmatischen Gemüthsart und des Lebens in Höhlen gehört dennochMurmelthier seinem innern Bau, der Struetur seiner Zähne und seines Schlüsselbeins nach^ der Familie der Eichhörnchen, die es in den baumlosen Regionen der Hochgebirge repräsentirt.
Das gewöhnliche Murmelthier, dasnur die höchsten Gebirge Europas, dieAlpen, Pyrenäen und Karpaten, zwischenWald und ewigem Schnee bewohnt, wirdfast 2 Fuß lang, hat einen dicken Kopf .mit stumpfer, stark beschnurrter Schnauze,kleinen Ohren, kurze Füße mit scharfen,schwarzen Krallen und nackten Sohlen,dicht behaarten, kurzen Schwanz undlanghaarigen Pelz, auf dem Rücken dun-kel graubraun, der nach und nach amBauche in lichtes Rothgelb übergeht.
Harmlose Thiere, die sich in der Näheder Gletscher, an sonnigen Abhängen,welchen aus sie sich frei umschauen können, eine große, mehrere Mß im Durchmesser haltendeMle ausgraben, in welcher ganze Familien (bis 20 Stück) ihren Winterschlaf abhalten. DieseUnterhöhlen haben nur einen einzigen Eingang, feste glatte Wände und werden mit Moos undlnnem Alpenheu weich austapezirt. Im Sommer hat jedes Murmelthier seine eigene, weit klei-Höhle, oft auch nur eine einsacke Röhre ohne kesselartige Erweiterung im Hintergründe..entfernen sich nie weit von ihren Höhlen, sonnen sich, spielen munter miteinander, nährenbch von den Kräutern und kriechenden Gebüschen der Alpenregion, sind äußerst wachsam und
Das Murmelthier (Arctomys Murmotta).