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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Nachtkerze

Wir haben in Europa zwei Arien, die eigentliche Nachtigall und die etwas größereNachtigall oder den Sprosser (L. philomela), der besonders im östlichen Europa, in P° 'Ungarn, Oesterreich und der Schweiz, heimatet, einen tiefern Schlag mit kürzerer Strophe v 'sonst aber in Lebensart und Federkleid so auffallend der eigentlichen Nachtigall gleicht, daßein geübtes Auge und Ohr ihn 511 unterscheiden versteht. , i;

Die Nachtigall hat die Größe des Sperlings, ist dunkel rothbraun aus dem Rücken, hsRPJam Bauche, rostbraun am Schwänze, der Schnabel dunkelbraun, die feinen dünnen Füße bräun ^fleischroth, die Augen groß, lebhaft, braun. Sie kommt etwa in der Mitte April und Met s>w"liebsten in Gebüschen, niedern Gehölzen, Parks und Gärten ein, nie im Hochwald, gern bei Bä >oder feuchten Wiesen. Das Nest wird in Hecken nahe dem Boden auS trockenen Reisernund weich ausgefüttert. Das Weibchen legt 4 —6 grünlich - braungraue Eier, brütet abwechst .mit dem Männchen 14 Tage und macht eine zweite Brüt, wenn die Eier oder Nestjungenein Unglück zu Grunde gehen. Die Nachtigall fliegt schlecht, von Zweig zu Zweig, ist im 9 ^'^ein ruhiger, behäbiger und sehr dummer Vogel, der sich von Raupen, Käfern und Würw^nährt, auch gern weiche Beeren frißt, seine Jungen aber nur mit Gewürm aufzieht. Sie m 8traulich, durchaus nicht scheu, läßt sich leicht, fast mit der Hand fangen und baut ihr Nest w*auf derselben Stelle, wenn es auch vom Menschen oder von kleinen Raubthieren (Wiesel, $Katzen) ausgeraubt wurde. .u

Die Nachtigall ist die Königin der Sänger. Nur das Männchen schlägt, das Weibchen ^

und ini Freien dauert der Gesang eI ^zwei Monate, von der Ankunft bis SFlüggewerden der Jungen, wo er ^mählich verstummt. Sie beginntabends nach Sonnenuntergang, ^

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Die Nachtigall (Lusciola Luscinia),

und schmettert, wie wenn esWettkampf gälte, besonders dann - ^müdlich, wenn andere Nachtigam"^der Nähe antworten, die ganze ^hindurch oder gönnt sich nur umIü^,nacht einige Stunden Ruhe. Der ^Bechstein hat die Geduld gehabt,^,,Strophen verschiedener Nächtig«^'^Silben fassen zu wollen, eine Am ^die eine ebenso vollkommene 3 & ee ^dem schönen Gesänge gibt wie ^Zeichnung der Coneertirenden von clSymphonie. ( it

In der Gefangenschaft verlw^die Nachtigallen sehr viel Sorgfalt in Futter und Reinlichkeit, belohnen aber dann auch * jlängere Dauer, des Gesangs, die man häufig schändlicher- und grausamerweise noch b«zu verlängern strebt, daß man ihnen die Augen aussticht. Täglich frisches Wasier zumund Baden ist erstes Bedürfniß. Das liebste Futter sind Eier (Puppen) der großen Waldauw ,,die man in Städten, wo Nachtigallen gehalten werden, zu kaufen bekommt, und Mehlwu^die man im Mehl ziehen oder von Bäckern und Mehlhändlern kaufen muß. Nach und naw Jman sie an ein Universalsntter gewöhnen, das täglich aus frischer Mohrrübe, gest"Rindsherz und trockener Semmel zusammengerieben werden muß.

In vielen Theilen Deutschlands ist der Fang der Nachtigallen bei harter Strafe verbot^das Halten derselben in Käfigen mit hoher Steuer belegt. .

Nachtkerze. Die Gattung Osnotlrera L. gehört in die Familie der Onagrarien. ® er ‘|jiJiist lang über dem Fruchtknoten ausgezogen. Die dem Rohre nicht anhängende Partie ist ^gestreift und löst sich wie infolge eines Querschnitts nach der Blüte von dem übrigen The' }l ,|fDie Blumenblätter sind meist umgekehrt herzförmig Mit keiligem Grunde. Sie stehen amKelchschlunde. Staubgefäße zweimal vier, dem Kelchsaum eingefügt. Die Kapsel istvierfächerig, öffnet sich mit vier Klappen und enthält in jedem Fache mehrere, bis sP) ,,zschopflose Samen. 0. biennis L., die gemeine Nachtkerze. Die Wurzel ist walzig und spEgezogen, einfach oder verzweigt, ziemlich fleischig, außen rothbraun, innen weih ntit j,/fleischrothlilaen Ringen. Der etwas eckige Stengel erreicht die Höhe von 5 Fuß und ist nn