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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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29
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zurück, welcher bereits wieder eine Form gefüllt hat. So gehen diese beiden Arbeiten immer Handin Hand, und wenn etwa 540 Bogen auf diese Weise zwischen Filz gelegt sind, wird eine Pausegemacht. Der ganze Stoß wird abermals mit einem Breie bedeckt, und Schöpfer und Kantschertragen den Stoß gemeinschaftlich zur Presse. Man preßt den ganzen Stoß stark zusammen, läßtihn aber nur wenige Minuten darin. Jetzt beginnt die Arbeit eines dritten Arbeiters, des Leger».Derselbe hat die Presse wieder zu öffnen, den Papierstoß herauszunehmen, die einzelnen Bogenvon dem Filze abzulösen und dann gleichmäßig ohne Zwischenmittel aufeinander zu schichten.Die Filze können wieder zum nächsten Stoße gebraucht werden. Man nimmt dann mehrere solcheStöße aufeinander und preßt sie zum zweiten mal. Anfangs zieht man die Presse nur gelindean, verstärkt aber den Druck allmählich und läßt das Papier mehrere Stunden lang dann.Nachher werden die Bogen zum Trocknen gebracht, indem man sie auf geheizte oder lustige Bodenaus Leinen hängt. Es wurde vorher gesagt, daß etwa 540 Bogen jedesmal einen Stoß bilden.Man wählt gerade diese Zahl, weil nach Entfernung des Ausschusses dann circa 500 Bogen,ein Ries, übrig bleibt, sodaß also jeder Stoß ein Ries bildet.

Wenn das Papier noch nicht im Zeuge geleimt war, so geschieht dieses jetzt nach dem Trocknen.Man bereitet sich ein Leimwasser, welches so dünn sein muß, daß es nicht mehr kle^t, und versetztes mit einer Alaunauflösung. Da hindurch zieht man das getrocknete Papier in fingerdickenLagen, legt es auf Stöße und preßt es schnell und scharf aus, woraus man die Presse sofort wiederlöst und die Bogen zum abermaligen Trocknen aufhängt. Hierauf folgt nun das Ausputzen undZurichten der Bogen. Alle schadhaften Bogen werden entfernt, etwa daran gekommene Unreinig-keiten mit einem Messer oder auf sonst eine Weise entfernt und dann die Bogen zwischen Glätt-papier (Preßspäne) aufgeschichtet und einem starken Druck in der hydraulischen Presse 24 Stundenlang ausgesetzt. Hierdurch bekommen sie eine Glätte und einen matten Glanz, welchen manan dem Schreibpapier schätzt. Nachher werden sie in Lagen gebracht, gezahlt, wenn nöthig zusam-mengelegt, beschnitten und riesweise eingepackt. Nur die feinern Papiere erhalten außer demGlätten in der Presse auch noch eine Satinage, indem man sie zwischen Zinkblechen legt und einemesserstarke Lage von diesen zwischen zwei eiserne Walzen hindurchzieht, welche mit einem starkenDruck gegeneinander arbeiten.

Die Papiersorten sind sehr verschieden und haben ihre eigenthümlichen Bezeichnungen.Nach einer Zusammenstellung von Karmarsch in dessenHandbuch der Technologie" sind folgendezu erwähnen:

A. Nach der Qualität: I. Lösch-, Schrenz- und Packpapier, ungeleimtes, gröberes und dickeresPapier. 1) Löschpapier oder Fließpapier, stets ungeleimt, wenig gepreßt, schwammig und wasser-einsaugend. Der Farbe nach hat man graues, weißes, rothes. 2) Schrenzpapier, ein dünnesPackpapier aus ungebleichten leinenen oder baumwollenen Lumpen, ungeleimt oder halbgeleimt.3) Packpapier, dick, ungeleimt, aus leinenen, halbbanmwpllenen oder halbwollenen Lumpen.Der Farbe nach unterscheidet man blaues, rothes, braunes, graues, violettes, gelbes Packpapier,welches zum Theil auch nach der Verwendung besondere Namen erhält, z. B. Nadelpapier, Zucker-papier u. s. w. II. Druckpapier, ungeleimtes oder halbgeleimtes weißes Papier. 1) EigentlichesDruckpapier für Buchdrucker. Der Güte nach unterscheidet man vom schlechter» zum bessern auf-steigend Concept-, Kanzlei-, Post-, Velinpapier. Eine besondere Art davon ist das Filtrirpapier,bei dem man, namentlich wenn es zu chemischen Zwecken dienen soll, sehr reines kalkfreies Wasserund gute ebenfalls schmuz- und kalkfreie Lumpen anwendet und eine sehr sorgfältige Wäsche vor-nimmt. 2) Rotendruckpapier, stärker als das vorige. 3) Kupferdruckpapier, weiß, dick, weich,beinahe schwammig, stets ungeleimt. 4) Seidenpapier, sehr dünn und ungeleimt. III. Schreib-und Zeichenpapier, geleimtes weißes Papier. 1) Schreibpapier. Der Güte nach unterscheidetwan ebenfalls wieder Concept-, Kanzlei-, Post-Velin-Schreibpapier. 2) Notenpapier, dick und inbesondern Formaten. 3) Zeichenpapier, die feinsten Sorten ganz weiß, nicht gebläut, im allge-weinen dicker als das entsprechende Schreibpapier.

Nach der Größe. Es haben sich in der Praxis verschiedene, aber doch bestimmte Formenausgebildet welche mit besondern Namen bezeichnet werden, und die man durch bestimmte Maßeunterscheid^. In Deutschland sind besonders folgende Formate gebräuchlich: