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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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Papier

2) Maschinenpapierfabrikation. Die Erfindung dieses Fabrikationszweigs gehört demFranzosen Robert Efionne und datirt aus dem Jahre 1799. Seit dieser Zeit sind Maschinenverschiedener Art construirt worden, von denen wir aber nur die gegenwärtig am meisten in Ge-brauch befindliche durch Wort und Bild erläutern wollen, welche von dem pariser MechanikerChapelle erfunden worden ist. Fig. 3 zeigt einen senkrechten Längsschnitt dieser Maschine, welchevon AZ ein einziges zusammenhängendes Ganzes bildet, in der Anordnung, welche in derZeichnung eingehalten ist. Wir beginnen mit der Beschreibung da, wo der Papierbrei durch dasRohr A, welches mit einem Hahne verschlossen ist, in den Kasten A' fließt. Dieser Kasten hat einmit vier Schaufeln versehenes Rührwerk, dazu bestimmt, den Brei immer in gleichmäßiger Mischungzu erhalten. Ein verstellbarer Schütze a gestattet den Ausfluß einer größern oder geringern Papier-menge zunächst in den Kasten A", welcher als Reinigungsvorrichtung dient. Solcher Kästenstehen gewöhnlich vier nebeneinander; sie werden ununterbrochen in einer schüttelnden Bewegungerhalten und sind unten mit einem siebartigen Boden vcrschloffen, welcher zwar den Papierbreidurchläßt, die Knoten aber zurückhält. Der Brei gelangt so in den Kasten B, in welchem sich einzweites Rührwerk befindet, welches demselben Zweck dient wie das erstere. Durch die Vorrichtung 0strömt dann der Brei weiter. Wie man sieht, ist dort zuvörderst wieder ein Schütze b angebracht;dann muß der Brei über ein auf der hohen Kante stehendes Vret fließen, ist aber in seiner Weiter-bewegung durch ein von oben berabkommendes bis beinahe aus den Boden des Kastens 0 reichendeszweites Bret derart gehemmt, daß nur eine ganz bestimmte Menge langsam in den Raum I) ge-langt. Die beiden Breter in dem Kasten 0, zwischen denen der Brei hindurchfließen muß, be-wirken namentlich eine gleichmäßige Vertheilung des Breies über die ganze Breite der Maschine,weil, wenn an einer Stelle ein etwas starker Zufluß stattgefunden hat, sich dort der Brei stautund seitlich abfließt, wo nur geringe Mengen hingekommen find. Aus dem Kasten O flieht nundie Papiermasse auf ein Siebnetz ohne Ende ddd. Dieses besteht aus feinem Drahtgewebeohne Naht und geht, wie man sieht, über die beiden Endrollen EF, zwischen denen noch einegrößere Menge anderer Walzen liegen, die bald das Sieb von der obern, bald von der unternSeite anspannen. Sie werden in einer solchen Umdrehung erhalten, daß das Sieb sich fortwährendin der Richtung der Pfeile bewegt. Die erste Hälfte dieses Siebes, von der linken Seite derFigur an gerechnet, ist von einer großen Anzahl Kupferwalzen unterstützt, welche im Anfang sehreng nebeneinander stehen, später sich etwas weiter voneinander entfernen. Unter diesen Walzenbefindet sich ein flacher Trog o. Es soll jetzt der Weg des Papierbreies bis an das rechte Endedieses Trogs verfolgt werden. Wie wir sahen, floß derselbe in gleichmäßigem Strome in denKasten!). Dieser dient dazu, daß etwaige Unrcinigkeiten, wie Sand u. dgl., sich au seinemBoden absetzen. Von hier aus fließt die Waffe so breit, wie die Maschine ist, auf das Drahtsiebund wird von demselben, da es sich gleichmäßig von links nach rechts vorwärts bewegt, mitge-nommen. Außer der fortschreitenden Bewegung hat aber das Drahtnetz noch eine ruckweise schüt-telnde von rechts nach links, wodurch der auf dem Sieb befindliche Papierbrei ganz gleichmäßigausgeschüttelt und der Abfluß des Wassers durch das Sieb beschleunigt wird. Im Anfang, woder Brei noch sehr dünir und locker ist, mußte das Drahtnetz besser unterstützt werden, daher liegendie kupfernen Walzen hier viel enger. Später erlangt der Brei allmählich einen etwas wenigerlockern Zusammenhang, sodaß die Walzen sich mehr voneinander entfernen können. Am Endedes Troges c angekommen, hat man nun schon eine halb entwässerte filzige Masse, welche abernoch bedeutend stärker ist, als das fertige Papier werden soll. Zu dieser Siebeinrichtung gehöre»noch zwei Bänder ohne Ende eee, von denen aber in der Figur uur eins gezeichnet ist. Es istnämlich an jeder Seite der Maschine ein solches Band, welches zum Zwecke hat, dem Papierbre«an der Seite eine scharfe Abgrenzung zu geben. Sie bewegen sich in derselben Richtung vorwärtswie das Sieb und berühren den Brei. Bei e' lösen sie sich von dem Siebe ab und gehen austwärts um die Walze 6. Den übrigen Weg kann man aus der Figur leicht verfolgen. Bei i istein Wasserhahn angebracht, welcher fortwährend einen feinen Strahl von Wasser auf jedes Ba»dfließen läßt, damit es sich von etwa anhaftendem Papierzeuge reinige. Ein untergestellter Trogbewirkt den Abfluß des Wassers. Dieselbe Röhre, welche den Hahn i speist, speist auch die horflzontale Kupferröhre i' , welche ihrer ganzen Länge nach mit Löchern versehen ist, sodaß auf dwsDrahtnetz d fortwährend Wasser fließt und dieses ebenfalls von dem etwa anhaftenden Papicrbre'befreit. Wenn das Papier über den Trog o hinaus ist, so ist es zwar noch nicht besonders ft» rgetrocknet, allein es ist jetzt in einem halbfeuchten Zustande, in welchem es von selbst durch bloß^'Abfluß kein Wasser mehr verliert. Daher geht es jetzt über einen flachen horizontalen Kasten