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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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Phosphorsäure

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itod) geringe Mengen Kalk und Magnesia, namentlich aber auch die in den Knochen enthaltengewesenen kleinen Mengen von Alkalien. Um sie ganz rein zu erhalten, muß man sie entwederntt Bleioxyd binden, am besten, indem man die mit Natron neutralisirte Säure durch essigsauresBleioxyd fällt, das wohl ausgewaschene phosphorsaure Bleioxyd mit einer unzureichenden Mengevon Schwefelsäure zersetzen und aus der von dem dadurch gebildeten schwefelsauren Bleioxydubsiltrirten Flüssigkeit das noch gelöste Bleioxyd durch Schwefelwasserstoff entfernen, oder man"> sie aus reinem Phosphor bereiten. Bei dem billigen Preise, zu dem derselbe jetzt im Großen^irgestellt wird, zieht man in der Regel den letztem Weg vor. Man verbrennt entweder denPhosphor in der Luft oder man oxydirt ihn durch heiße verdünnte Salpetersäure und entfernt^en Ueberschuß der.letztem durch Abdampfen, oder man stellt zuerst Phosphorchlorid (PCI 5 ) dar,Ersetzt diesen mit Wasser (POP -(- 5HO = PO 5 + 5HC1) und dampft ab. Die beim Ver-kennen des Phosphors gebildete wasserfreie Säure ist eine schneeähnliche, weiße, lockere Sub-iivnz, die erst in sehr hoher Temperatur flüchtig ist. An der Luft zieht sie mit großer BegierdePasser an und zerfließt damit; in Berührung mit Wasser erhitzt sie sich sehr stark; auf die feuchteHaut gebracht, wirkt sie durch Wasserentziehung zerstörend, ähnlich wie ein glühender Körper;"uch auf viele andere organische Körper zersetzt sie durch Wasserentziehung, indem sie häufig dieBildung von Master aus dem Wasserstoff und Sauerstoff derselben veranlaßt; so gibt sie mit den^stoholen die denselben entsprechenden Kohlenwasserstoffe (mit Weingeist Aethylen, mit Amyl-Eohol Amylen u. s. w.), mit vielen Ammoniaksalzen organischer Säuren die Nitrile der letztem,^ii Phosphorchlorid vereinigt sie sich zu Phosphoroxydchlorid (2P0 5 -)- 3PC1 5 = 5PC1 3 0 2 ).

auf nassem Wege erhaltene wasserhaltige Säure bildet nach dem Abdampfen bis zu einemgewissen Grade eine simpdicke, sehr saure Flüssigkeit, nach noch weiterm Abdampfen eine wasser-mltige Säure, die bei stärkerm Erhitzen schmilzt und beim Erkalten zu einer durchsichtigen, glas-?vligen Masse erstarrt. In der Glühhitze fängt sie an sich zu verflüchtigen, ohne daß sie dasNasser völlig verliert.

Es existiren von der Phosphorsäure drei verschiedene Modificatione«, die sich hauptsächlichdurch die verschiedenen Mengen von Wasser oder von Basen unterscheiden, mit denen sie sichvereinigen, indem je 1 Aequivalent derselben 1, 2 oder 3 Aequivalente Basen aufnimmt. Mantiiiterscheidet sie danach als ein-, zwei- oder dreibasische Phosphorsäure. Die einbasische Säure,«uch Metaphosphorsäure oder a-Phosphorsäure genannt, ist die beim Verbrennen des Phos-phors gebildete, ihre Wasserverbindung die durch Abdampfen und Glühen von wässeriger Phos-porsäure oder phosphorsaurem Ammoniak erhaltene Säure. Ihre Auflösung wird durch Baryt-passer und durch Eiweiß gefällt; mit Silberlösung gibt sie einen weißen Niederschlag. Die zwei-pflsche Phosphorsäure, Pyrophosphorsäure, d-Phosphorsäure, entsteht beim Glühen von drei-^stsischphosphorsaurem Natron (2NaO, HO, PO 5 ), welches dabei sein basisches Wasseratom ver-alt und es beim Auflösen in Wasser nicht wieder aufnimmt. Sie wird durch Silberlösung weiß,vvch Eiweiß oder Barytwasser nicht zerfällt. Die dreibasische oder o-Phosphorsäure ist die ge-wöhnliche auf nassem Wege erhaltene Säure. Aus ihrer simpdicken Lösung kann sie durch län-Zeres Stehen in zerfließlichen Krystallen erhalten werden, die drei Atome Wasser enthalten. Inihren Salzen ist ein Atom der Base häufig durch ein Atom Wasser ersetzt. Sie gibt mit Eiweißpstd mit Barytwasser keine, mit Silberlösung eine gelbe Fällung. In wässeriger Lösung gehenw ein- und zweibasische Phosphorsaure allmählich in dreibasische über, rascher beim Kochen,Panrentlich bei Gegenwart anderer Säuren oder beim Schmelzen mit überschüssigen Alkalien.^je dreibasische Säure ist die einzige in der Natur vorkommende; bei analytischen Bestimmungenwiissen die beiden andern stets in dieselbe verwandelt werden.

Die Bestimmung der Phosphorsäure geschieht in der Regel dadurch, daß man sie in phos-vhvrsaure Ammoniakmagnesia überführt, ein Salz, welches in ammoniakhaltigem Wasser beinahePulöslich ist. Häufig ist es jedoch bequemer, sie als phosphorsaures Uranoxyd zu bestimmen, dawses Salz in Essigsäure unlöslich ist und die Operation sonach in saurer Flüssigkeit stattfindenDas schärfste Reagens zur Erkennung der Phosphorsüure ist das molybdänsaure Ammo-jäk; wird die zu untersuchende saure Flüssigkeit mit einer Lösung von molybdänsaurem Ammo-?wk in Salpetersäure erhitzt, so färbt sie sich bei Anwesenheit der geringsten Spur von Phosphor-ite dunkelgelb und setzt nach einiger Zeit einen krystallinischen Niederschlag ab, der nebenvlybdänsäure und Ammoniak etwa 3 Proc. Phosphorsäure enthält.

^ Unter den Salzen der Phosphorsäure Ist der phosphorsaure Kalk bei weitem das wichtigste,ä es dasjenige ist, welches in der weitaus größten Menge vorkommt und daher ausschließlichvs Material liefert zur Darstellung der Phosphorsäure und des Phosphors. Von seiner Ver-