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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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286 Quecksilber

Bezugsquelle eröffnet hat, deren Production bereits um 1858, fünf Jahre nach ihrer Auffindung,etwa die Hälfte der spanischen erreicht hatte, ist der Preis des Quecksilbers nahezu wieder auf denfrühern Standpunkt zurückgekehrt. Auch Oesterreich besetzt wichtige Queckfilberbergwerke zu Jdrwin Krain, und außerdem werden geringere Mengen zu Horzowitz in Böhmen, Siebenbürgen undin Ungarn aus Fahlerzen gewonnen. In Rheinbaiern bestehen ebenfalls drei Ouecksilbergrubenzu Landsberg, Stahlberg und am Dreikönigszuge, die jedoch keinen sehr erheblichen Ertrag S e ''währen. Die gesammte Quecksilberproduction soll im Jahre 1855 sich auf nahezu 70000 Etr-belaufen haben; doch scheint hierbei die nicht genau bekannte, aber jedenfalls sehr bedeutendeMenge, welche in China und Japan gewonnen wird, nicht berücksichtigt zu sein. Das Haupt'Material zur Quecksilbergcwinnung bildet der Zinnober, der im reinen Zustande aus 86,29 $ l ' cc 'Quecksilber und 13,71 Proc. Schwefel besteht. Der Zinnober wird entweder unter Zusatz vo»Kalk oder Hammerschlag aus eisernen oder thönernen Retorten destillirt, wobei sich im ersten Fa^Schwefelcalcium und schwefelsaurer Kalk, im letztem Schwefeleisen und schweflige Säure nebendem Quecksilber bilden, oder er wird für sich in Schacht- oder Flammöfen der Röstung unterhinlänglichem Luftzutritt unterworfen, wobei sein Schwefelgehalt zu schwefliger Säure verbranntwird, während das Quecksilber mit den Feuergasen überdestillirt. Die erste Methode gewährt denVortheil einer leichtern Condensation der Quecksilberdämpfe, erfordert aber im allgemeinen wehrArbeit und Zeit und ist deshalb für einen großartigen Betrieb weniger geeignet, weshalb dennauch in den großen Werken zu Almaden und Jdria ausschließlich, in Neu-Almaden wenigst^vorzugsweise die zweite in Gebrauch ist; an letzterm Orte wird außer diesen Verfahrungsweift"auch noch eine Combination beider, nämlich Rösten des Quecksilbererzes in Schachtöfen unterZuschlag von Kalk zur Anwendung gebracht. Da bei der Darstellung des Quecksilbers in Schacht'oder Flammöfen die Dämpfe deffelben mit den Verbrennungsproducten des Feuerungsmaterialsgemischt erhalten werden, so ist die Condensation derselben natürlich weit schwieriger und erfordertausgedehnte und complicirte Vorrichtungen. In Almaden bestehen dieselben aus einer langenReihe birnförmiger, ineinander gefügter und lutirter Thongefäße, den Aludela, die auf einerschwach abwärts und dann wieder aufwärts geneigten Fläche, dem Aludelplan, liegen und in CoU'densationskammern einmünden, die mit einer Esse in Verbindung stehen. In Jdria wird ^durch einen Kanal aus dem obern Theil des Ofens abgeführte Gemenge von Quecksilberdanipl,schwefliger Säure und Rauch durch eine Reihe von Condensationskammern auf und nieder gefügtund das dort nicht Verdunstete durch einen hohen Schornstein in die freie Luft geleitet. 5> ,eKammern haben einen geneigten Boden, der das Quecksilber durch Rinnen in einen Samiusbehälter ausfließen läßt, wobei das Product der letzten Kammern, das in höherm Grade durwStaub verunreinigt ist als das erstere, gesondert aufgefangen wird. Man gießt das Ouecksflh^sodann durch Zwillich und befreit es dadurch von den mechanisch beigemengten Unreinigkeite»,die sammt dem darin zurückgehaltenen Metall bei den spätern Beschickungen wieder in den Df eItgebracht werden. In Ungarn gewinnt man das Quecksilber aus den Fahlerzen, indem dieselbean freier Luft in Nadeln geröstet werden, wobei sich der größte Theil des Quecksilbers in de»obern Schichten des Hausens verdichtet, die von den untern quecksilberfreien Theilendert werden und durch Waschen mit Wasser das Quecksilber liefern. Das Quecksilber kommmeistens in schmiedeeisernen Flaschen in den Handel; in Jdria versendet man es in Büchsen aU"Gußeisen oder Blech, oder auch in doppelten Beuteln aus sämisch gegerbtem Hammclfell, dieFässern verpackt sind; das chinesische ist in mit Harz verschlossenen Bambusröhren enthalten.auf diese Weise bereitete Quecksilber ist niemals völlig rein, sondern enthält stets kleine Meng?"fremder Metalle, und namentlich pflegt es diese sowie etwas Oxyd zu enthalten, wenn es längestZeit im Gebrauch gewesen ist. Wenn diese Beimengungen nur einigermaßen bedeutend sind, ' cerkennt man dies schon an der Verminderung seiner Beweglichkeit, indem es bei langsamemFließen über eine Glasfläche nicht kleine Kügelchen, sondern langgeschwänzte thränenförnngbTropfen bildet, die eine graue Haut zurücklaffen. Von diesen Beimengungen kann es ä u ? tTheil durch Destillation befreit werden. Da indessen hierbei ein Theil der fremden Metm *mit übergeht und daher doch noch eine weitere Reinigung erforderlich ist, so wendet man siebei sehr unreinem Quecksilber an; doch soll man durch Zusatz von ein Zehntel Zinnober bei d^Destillation, dessen Schwefel die fremden Metalle in Schwefelmetalle verwandelt, völlig rein^Quecksilber erhalten. In der Regel bewirkt man die Reinigung durch längeres Erwärmenmäßig verdünnter Salpetersäure oder Schwefelsäure oder durch Schütteln mit concentrirter @i1 el lchloridlvsung. Völlig reines Quecksilber erhält man durch die Destillation von künstlich tur _^Sublimation dargestelltem Zinnober oder von Sublimat mit Kalk oder Eisenfeile: auch kann um