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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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303
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Ratten 303

^bil sie eins der wenigen grünen Objecte bietet, die wir im Winter haben. Man soll sie' Spätsommer auf gutem Boden säen und leicht mit Erde decken. Im Winter bis zum Früh-ling schmeckt der Salat sehr gut, im Sommeraber greulich. Die Pflanze säet sich selbst aus.Wir bilden unter a eine Pflanze in 1 / 3 natür-licher Größe ab, b ist eine Frucht, c ihr Durch-schnitt, beides in ^ natürlicher Größe.

Ratten. Eine besondere Gruppe unter denMäusen (f. d.), welche sich durch die ansehnlichereGröße, den langen Schwanz, der von 210260 Schuppenringe zählt, die dicken plumpenFüße und die in der Mitte ungetheilten Faltendes Gaumens unterscheidet.

Außer der ägyptischen Ratte (Uns alexan-drinus), die nur in der Umgegend des Mittel-meers und in der südlichen Schweiz bei Genfvorkommt und sich durch einen weißen Bauchunterscheidet, gibt es in Europa nur zwei Arten,die Hausratte (Uns rattns) und die Wan-derratte (U. decumanus).

Erstere, die in den meisten Orten jetzt seltenzu werden beginnt, ist einfarbig, oben dunkel-braunschwarz, allmählich am Bauche hellgrau-schwarz werdend, hat 230260 Schuppenringean dem Schwänze, der länger als der Körperist, und ziemlich lange Ohren, die, an demKopfe angedrückt, bis zu dem Auge reichen. Siewird kaum länger als einen Fuß, ist gesellig, läßtsich leicht zähmen, geht nicht gern ins Wasser,wirst zwei- bis viermal im Jahre 410 blindeJunge, die sich zuweilen unlösbar mit denSchwänzen verwickeln und dann sogenannteKönige bilden, die von den andern Ratten gefüttert werden.

^ Sie kam wahrscheinlich mit den Kreuzzügen nach Europa, wo sie bis zur ersten Hälfte desJahrhunderts allein hauste.

hj.-. kam aber die Wanderratte über sie, die weit größer wird, stärker, gefräßiger undp^er ist und sich leicht durch das kürzere Ohr, den kürzern Schwanz mit ungefähr 210 Schup-w l '?3 en und die scharf abgesetzte grauweiße Färbung der Unterseite unterscheiden läßt. DieseH^.^glich aus den Umgebungen des Kaspischen Meeres stammende Ratte schwamm zuerst im^ it 1727 bei Astrachan über die Wolga und verbreitete sich seit dieser Zeit über ganz Europa,s,^^usratte gänzlich vertreibend. Erst sah man erbitterten Krieg gegen die Eindringlinge, dieMählich mehrten, dann fand man die Hausratten todt gebissen in den Goflen und Kloaken,ldht sind sie so sehr verschwunden, daß sie eine Seltenheit geworden sind.t e *,. 'e Wanderratte ist ein schändlicher Fresser, dem jede Nahrung, selbst der Inhalt der Kloakender sogar fette Gänse und Schweine anfrißt, junges Geflügel tödtet und verzehrt, vor-iw 1 ^ und gern schwimmt und taucht und namentlich in den Kloaken und Schindangern derStädte in furchtbarer Menge sich angesiedelt hat. An solchen Orten reichen die gewöhn-V*, 2riittd ^ ur Bertilgung, wie Fallen, Gift u. s. w., nicht aus. Auf dem Schindanger vonäätta* lnan e nen gemauerten Raum mit glatten, mannshohen Wänden und kleinen Zu-eines a-"" der Erde, die mit eisernen Schiebern verschlossen werden. Man wirst den Leichnamu»d ^^brs hinein. Sobald sich die Ratten gesammelt haben, so werden die Schieber geschlossenW Bullenbeißer in den Raum gelassen, welche die Ratten, nicht ohne wüthenden Kampf,1 be >6en.

uubewohnten Räumen, Kellern, Getreidespeichern u. s. w., kann man die Ratten mitdicht ^ Ebber oder Schwefelwasserstofsgas vertreiben. In bewohnten Räumen, wo dieser Gestankgern ^tragen ist, vergiftet man sie mit Phosphor oder Brechnuß, nicht mit Arsenik, den sieuusbrechen, muß aber dann gewärtigen, daß ihre faulenden Leichen die Zimmer verpesten,

Das Rapunzchen (Valerianella olitoria).