Rheumatismus 347
iv^^G^Eeiden mit rheumatischen Leiden der Muskeln oder auch denjenigen Neuralgien (s.d.),man als rheumatische zu unterscheiden pflegt. •
. 3 e nachdem der Gelenkrheumatismus einen festen Sitz in bestimmten Gelenken hat oder vonu>cm Gelenk auf das andere überspringt, hat man eine verschiedene Behandlung einzuschlagen,öi-m ^^ende Rheumatismus wird, besonders wenn er noch frisch ist, mit großem Erfolg durch^ nche Blutentziehung mittels Blutegel oder blutiger Schröpfköpfe behandelt. Diese Blut-^Kehungen müssen jedoch mehrmals wiederholt werden, wenn nicht etwa schon die erste» einen^reichenden Erfolg gezeigt haben. Selbst in chronischen Fällen ist es Vortheilhaft, eine örtlicheUtentziehung in der Nähe des Gelenks vorzunehmen, wenngleich man dieselbe wegen der langenäuer der Krankheit nicht zu oft wiederholen darf. Außer der Blutentziehung gibt es nun nochte ganze Legion von Mitteln, welche äußerlich auf die Haut angewendet werden und welcher mehr oder weniger in die Klasse der Hautreize gehören niüssen, wenn anders von ihnen einnolg verlangt werden kann. Es find aber hier die stärker wirkenden Hautreize den schwücherne c «tenb vorzuziehen: insbesondere ist die Anwendung von Scnfüberschlägen, die Einreibungg l ; Senfspiritus, die Anwendung Spanischer Fliegen, Aufpinselung von Jodtinctur u. dgl. von4vlg. Der sehr beliebte Opodeldoc, das flüchtige Liniment, der Kampherspiritus u. dgl. m.den eine bei weiten: geringere Wirkung, weil sie die Haut weniger reizen. Als ein ganz vor-gucher Hautreiz gilt auch die kalte Douche auf das kranke Gelenk, und wenngleich die Anwendung"Kälte im übrigen durchaus nicht anzurathen ist, so gilt doch von der Douche das Gegcn-u ^ < denn obgleich sie augenblicklich stark abkühlt, bewirkt sie doch bald eine stärkere Röthungj . Erregung der getroffenen Hautstelle und gilt deshalb als Mittel zu einer wohlthätigen Ab-^bing t> TO dem darunterliegenden kranken Theile. Allgemein bekannt ist, daß rheumatischechmerzen durch Warmhalten des kranken Gelenks gelindert werden, und man bedient sich zurZeugung einer gleichmäßigen Wärme der verschiedensten Einhüllungsmittel. Welchen Naniensielben auch führen mögen, so beruht doch ihr Nutzen im wesentlichen darauf, daß sie jede Ab-Mung und Erkältung der Haut in der Nähe des Gelenks verhüten. Man wählt zum Schutz"6 Gelenks die Einwickelung mit Watte, Wolle, Waldwolle, Gichtpapier u. s. w. Sehr l;cu 4 t=fldige chronische G elenkrh eun: atis nwn werden bisweilen mit Erfolg durch Einreibung von grauer, "ecksilbersalbe oder Jodkalisalbe behandelt. Während bei der acuten rheumatischen Afsectionb>Nez Gelenks die örtliche Behandlung die richtigere ist, so gilt das Gegentheil von den chro-llchen Gelenkrheumatismen, für welche die allgemeine Behandlung in den Vordergrund tritt.
hauptsächlichste Mittel gegen chronische Gelenksrheumatismen ist die Anwendung warmeräder. Es jst gleichgültig, ob man dieselbe in einem Badeorte oder zu Hause anwendet, und die.Ahmten Badecuren in Teplitz, Aachen, Warmbrunn, Baden-Baden, Wildbad, Pfäfers u. s. w.®°en nur den großen Vorzug vor den zu Hause angestellten Badecuren, daß sie weit regelmäßigerJ 1 . lhstematischer durchgeführt werden, und daß die übrige Lebensweise des Kranken seiner Ge-°>»ng günstiger ist als die Fortsetzung der gewöhnlichen Lebensweise, welche meistens auch eineFortsetzung der schädlichen Einflüsse ist, die den Rheumatismus von vornherein erzeugt haben.
ist es genügend, 25—30 warme Bäder zu nehmen, und es scheint sogar vortheilhaft, wennäch dieser Zahl noch keine Genesung eingetreten ist, die Cur zu unterbrechen und nach einigerwieder aufzunehmen. Vorzüglich nützlich ist es, nach jedem Bade noch einige Zeit in wollenen^bcken fortzuschwitzen. Was die innerlichen Mittel betrifft, welche man gegen Rheumatismus"gewendet hat, so stehen obenan die Colchicumtinctur und die Aconittinctur. So sehr diese Mittel
"ftMtzt werden, so zweifelhaft ist es immer noch, ob sie wirklich etwas wirken. Haben die Schmerzen^"en hohen Grad erreicht, so ist allemal die Anwendung des Opiums oder Morphiums von Ec-.3/ weil sie mit Sicherheit die Schmerzen lindern, ohne freilich auf das Wesen der Krankheitdwen besondern Einfluß ausüben ;u können. Bei sehr hartnäckigen und veralteten Füllen scheintMch das Jodkali mit Erfolg angewendet werden zu können. Was die allgemeine Lebensweise^ Kranken betrifft, so ist nächst der Verhütung aller der Schädlichkeiten, die wir angeführt haben,besonders auf die Abhärtung gegen Erkältung hinzuarbeiten. Bei Leuten im hohem Lebens-®^r ist eme solche freilich weder möglich noch angebracht, und man hat sich daher bei diesendrauf zu beschränken, den Kranken noch sorgsamer vor jeden schädlichen Einsius; zu hüten unddas Tragen von Flanell auf bloßen: Leibe anzurathen. Jüngere Leute müssen sich durch kalte^äschungen, kalte Fluh - und Seebäder, regelmäßige Spaziergünge, selbst bei schlechtem Wetter,"" ihrer Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugwind zu heilen suchen.
. , Der acute Gelenkrheumatismus in: engern Sinne oder die fliegende Gicht ist eine""sonders heftige Form des im Obigen schon erwähnten acuten Gelenkrheuinatisinus im weitem