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einheimischer Blüten (Päonien-, Mohnblumen) und Früchte; der dunkelpurpurrothe Saft ^Heidel-, Holunder-, Attig-, Liguster- und Kermesbeeren spielt im Laboratorium der Rothwk^macher eine wichtige Rolle. Die meisten dieser Farbstoffe sind gegen Alkalien, durch welche Iblau oder grün gefärbt werden, sehr empfindlich und bleichen am Lichte aus. Dem ä
entstammt der im Alterthum wegen seiner Schönheit und Haltbarkeit berühmte Purpur,kostbare Monopol der Helden, Priester und Fürsten der Alten Welt und noch jetzt eine Ausze>^nung der hohen katholischen Geistlichkeit. Das Material zu demselben lieferten verschiedene Arder noch jetzt an den Mittelmeerküsten zahlreich vorkommenden Molluskengattungen Laecusund Nursx, deren ursprünglich weißlicher Saft bei Luftzutritt gelb, grün, blau und zuletzt lebhaipurpurroth wird und ohne Beize auf der Faser haftet. Jetzt ist diese Art der Färberei längstgesfen; nur armselige Fischer an den Küsten Mittelamerikas färben noch, wie Scherzer berich -mit dem Saft einer ähnlichen Schnecke Garn und Gewebe; dagegen hat die fortgeschrittene a)'mische Technik der Neuzeit purpurrothe Farbstoffe künstlich dargestellt von einem Glänze s>nFeuer, wie sie das Alterthum sicherlich nie kannte. Außer dem Murexid,das dem Purpur der Alauch in chemischer Beziehung nahe steht, und dem durch Einwirkung von Salpetersäure auf Agebildeten Aloepurpur gehören dahin namentlich die Anilinfarben. Es ist dies eine CollectivbezeEnung für Pigmente, welche aus den im Theer vorkommenden Basen Anilin, Cumidin, Tolu>^ 'Pylidin u. s. w. durch Behandlung mit oxydirenden Substanzen erzeugt und als Azalein, Fuww'Rosei'n, Purpurin, Harmalin, Tyralin, Magentaroth u. s. w. in den Handel gebracht werd? •Diesen Farbstoffen sehr ähnlich und zum Theil vielleicht mit ihnen identisch sind die in neue!Zeit aus andern Theerbestandtheilen, wie dem Naphthalin, Kreosot, der Carbolsäure dargesteu^Farbenkörper. Als Ersatz des theuern Schneckenpurpurs war schon zu Moses Zeit der FarbftAder Kcrmesschildlaus (Cocons Ilicis ), welche auf der in den Küstenländern des Mitteln'^häufigen Kermeseiche (Husrous coccifera) lebt, gebräuchlich und verdrängte später den tyvisw^Purpur ganz; auch sie aber, wie die in Osteuropa an den Wurzeln verschiedener Pflanzen lebenpolnische Schildlaus (Coccus polonicus) hat der viel ausgiebigern Cochenille Platz ma^müssen, welche theils in Substanz zum Färben, theils zur Bereitung des Karmins und Karn»"'lacks benutzt wird. Die in Ostindien heimische Lackschildlaus (Coccus Lacca) liefert den 'lack, aus welchem man einen rothen Farbstoff, den Lac-Lac und Lac-Dye, ausscheidet.
Was die Verwendung betrifft, so dienen als Wasser- und Oelfarben: Eisenroth, ZinnesAntimonzinnober, Mennige, Chromroth, die Lackfarben; als Saftfarben, die auch zum bevon Zuckerwerk und Liqueuren brauchbar sind, eine ammoniakalische Lösung von KarminKrappfarbstoff, oder eine mit Alaun und Gummi versetzte Rothholzabkochung. Zum Rothfär^des Glases in der Masse eignen sich Kupferoxydul und Goldpurpur, als Schmelzfarben aufund Thonwaaren Goldpurpur, Eisenroth und Pinkcolour (chromsaures Zinnoxyd). Fette £> e .werden durch Alkanna, Lackfirnifse durch Sandelholz oder Drachenblut gefärbt. In dsr Färbet?und Zeugdruckerei, in der Tapeten- und Papierfabrikation finden fast alle angeführten Pigm?»Verwendung. Rothe Schminke liefern der als Tellerroth verkäufliche Farbstoff der Saflorblüt^'die rothen Bezetten (s. Lackmus) und im Süden der Saft der Kermesbeeren.
Giftig sind Zinnober, Antimonzinnober, Quecksilberjodid, Mennige, Chromroth und dasnikhaltige Cochenilleroth, die übrigen unschädlich.
RöthelN nennt man eine epidemisch auftretende ansteckende Krankheit, welche sich durchFlecken auf der Haut, mäßiges Fieber und außerdem dadurch charakterisirt, daß in gelindemdiejenigen Symptome auftreten, welche wir für Scharlach (s. d.) und für Masern (s. d.) alsrakteristisch hervorgehoben haben, jedoch derart, daß sich entweder nur Scharlach- oder nur Masetwsymptome zeigen. Die Röcheln sind in der That höchst wahrscheinlich nichts weiter als geling 'durch besondere unbekannte Umstände veränderte Masern oder Scharlach. Dabei kann derfleckige Ausschlag selbst sehr wohl dem Scharlach gleichen, während die Gesammtkrankheit aMasern hinweist, und umgekehrt kann ein masernähnlicher Ausschlag im übrigen von Scharla«'symptomen begleitet sein. Den Scharlachausschlag charakterisirt es gegenüber dem Masernaussch'"?'daß die rothen Flecke des erstern untereinander zusammenfließen und daher mehr unregelmäMgestaltete, sehr verschieden große Flecken bilden, während sich bei den Masern meist nur kle>rundliche, nicht zusammenfließende Flecken zeigen. Von den übrigen Symptomen aber ist esScharlach eigenthümlich, daß er meist die Rachenschleimhaut (inclusive die Mandeln) stark affles 'während bei den Masern die Schleimhaut der Respirationswege vorzugsweise erkrankt, d. h- c *Entzündung der Nasen - und Luftröhrenschleimhaut eintritt, welche sich durch Schnupfen uHusten verräth.