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390 Rückenmarkskrankheiten
die Ursache der Krasikheit ist. Bei der chronischen Form scheinen oft wiederholte und den ^wechselnde Blasenpflaster zn beiden Seiten der Wirbelsäule gute Dienste zu leisten, eben] .Sturzbäder oder Douchen auf dem Rücken. Für besonders wohlthätig aber hält manwRecht den anhaltenden Gebrauch warmer Bäder, weshalb Badecuren in Wildbad, Gasterandern warmen Quellen empfohlen werden.
Die Entzündung des Rückenmarks selbst ist in den meisten Fällen durch ^
der Wirbel hervorgerufen, nur selten entsteht sie aus anderweiten innern Ursachen. GeschlewAusschweifungen, Erkältung, besonders der Füße, übermäßige Anstrengungen werden ^und wol meist mit Unrecht, als Ursachen angeführt. Die acute Form der Rückenmarksentzuu ^ist fast immer mit einer Entzündung der weichen Rückenmarkshaut verbunden und BCrschon deshalb im wesentlichen durch dieselben Symptome. Eine sichere UnterscheidungKrankheiten ist also erklärlicherweise sehr schwierig. Wenn die Schmerzen im Rücken am *engen Bezirk beschränkt sind, und wenn ebenso die Reizungserscheinungen der Rückenmarks^sich auf solche Nerven beschränken, die an einer und derselben Stelle des Rückenmarks entspring^wenn außerdem die Lähmung sehr schnell eintritt und sehr vollständig ist, so wird eine EntM •des Marks selbst wahrscheinlich. Bei der chronischen Entzündung des Marks ist die BethmnIder weichen Rückenmarkshaut keine so ausgesprochene. Die wesentlichen Symptome der Kra»gruppiren sich ebenfalls theils in Reizung, theils in Lähmung der entsprechenden Nerven. ^Krankheit, deren Symptome wir aus guten Gründen nicht ins einzelne schildern wollep, ka" ^viele Jahre dauern. Eine Heilung ist wol nur dann möglich, wenn die Krankheit noch 111ersten Stadien sich befindet. Die Behandlung der Entzündung des Rückenmarks gleicht im we>lichen der oben angeführten Behandlung der Entzündung der weichen Rückenmarkshaut. _ ^
Die sogenannte Rückenmarksschwindsucht oder Rückenmarksdarre (Sltrop&tf ^Rückenmarks) ist eine im wesentlichen noch ziemlich dunkle Krankheit des eigentliche"marks, und es scheinen unter diesem Namen in der That verschiedene ähnliche Krankheiten .Rückenmarks zusammengefaßt zn sein. Es gilt von dieser Krankheit ganz insbesondere das, 1wir in der Einleitung von den Rückenmarkskrankheiten überhaupt sagten, daß sie nämlichder mangelhaften Entwickelung der pathologischen Anatomie des Rückenmarks noch zu denfeisten Kapiteln der Medicin gehört. In vielen Fällen finvet man allerdings nach dem Tode e> ^gleichmäßigen Schwund oder wenigstens theilweisen Schwund des gesammten Rückenmark',
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andern Fällen zeigt sich die Substanz des Marks nicht vermindert, aber die genaue Mikroskop
Untersuchung ergibt, d-aß an Stelle der eigentlichen nervösen Substanz zum Theil eine
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gewebesubstanz getreten ist, welche jene verdrängt hat, und deren Ueberhandnehmen selb!ständlich zu einer tiefgehenden Störung in den Functionen des Rückenmarks führt.
Ueber die Ursachen der Rückenmarksschwindsucht läßt sich nichts Sicheres angeben. 3 telsind die Laien bekanntlich sehr schnell damit bei der Hand, diese Krankheit auf geschlechtliche" ^schweifungen zurückzuführen und die von der Krankheit Befallenen weniger zu bemitleide"vielmehr für ihr Unglück verantwortlich zu machen. Der Arzt kann nicht oft genug wiederh"wie unbegründet ein solches Verfahren ist, ganz abgesehen davon, daß es, auch wen" (gründet wäre, doch im höchsten Grade inhuman und also nie zu rechtfertigen wäre. Es scheine"Entwickelung der Rückenmarksschwindsucht schleichende Entzündungen des Marks vorherzugeh^und die Möglichkeit, daß solche durch übermäßige geschlechtliche Aufregungen hervorgerufen oder >nigstens begünstigt werden können, läßt sich nicht leugnen; aber in keinem Falle läßt sich behanp Jdaß dieselben Ursachen allemal oder auch nur in den meisten Fällen vorhanden gewesen sein miwDie Krankheit betrifft vorzugsweise Männer in den mittlern Jahren; seltener ist sie bei Weibenoch seltener bei Kindern oder Greisen, bei welchen letztern allerdings, wie überhaupt ei"meiner Schwund des Organismus, so auch des Rückenmarks und des Gehirns eintretenHeftig andauernde Körperanstrengungen, starke Erschütterungen des Rückenmarks, unterd""Fußschweiße, insbesondere auch Erkältungen werden außerdem häufig als Ursachen der Krampangeführt, ohne daß man hierüber irgendwelche Sicherheit hätte.
Das Wesen der Krankheit beruht vorzugsweise darauf, daß die Nervenleitung zwischen Geh'^und den äußern Theilen des Körpers einerseits sowie Muskeln und Haut andererseits ^
unterbrochen wird. Die Folge ist, daß einerseits Willensimpulse, welche vom Gehirnnicht in genügender Stärke oder gar nicht durch das Rückenmark hindurch bis zu den DUm ^sortgeleitet werden, und daß andererseits Eindrücke auf die Haut ebenso wenig ungestört d"^das Rückenmark hindurch bis zum Gehirn gelangen und hier eine dem äußern Eindruck csprechende Empfindung hervorrufen können. Wir finden insbesondere, daß diese Störung