Saflor 401
f Ue (3 st ffetr, falscher Safran). Die Gattung Cartliamus L. gehört unter die Compo-^^iheilung der Cynarocephalen, mit gleicheheigen Körbchen. Die Früchte haben einenkini'd ^^stn Nabel und mehrrippige Körper. 0. tiuotomua I,., der echte Saflvr, ist ein^ 4 ^uß hohes Gewächs. Der Stengel ist rundlich, starr, gerippt, oben verzweigt,der ii Blätter länglichspitz, mit einzelnen randständigen kurzen Stacheln, die Netzadern aufu mf "^rseite stark vorragend. Die untersten Blätter sind sitzend, die obern sitzend halb stcngel-von ' Blütenköpfe stehen einzeln an den Enden der Zweige, umgeben von einer Hülle
»iit ^Echen Blättern, welche später abstehen. Die eigentlichen Hüllschuppen sind länglichspitz,lief s °.^"3vnden Nerven, etwas rauh anzufühlen, am Rande wenig häutig. Die Blüten sindn (l |j a f tan 9elf>. Der Blütenboden ist stark mit Zasern bedeckt. Die Fruchtknoten, wie die Früchte,irgendwelchen Pappus. Die Blume hat ein langes, schlankes Rohr und dehnt sich^nr tu - einm S^ckig-röhrigen Theil mit fünfspaltigem Saum aus, dessen Zipfel schmal halb-Aniö Staubbeutel haben oben ein länglich-stumpfes Connectivende und unten runde
s^,^?°"läppchen. Die Frucht erreicht fast die Länge eines halben Zolls, ist krumm, fünf- bisÜppig. Die Heiniat ist Ostindien. Angebaut wird der Saflor an vielen Stellen im Großen,
in Spanien so sehr, daß die Pflanzedaselbst viel verwildert. Die Samensind vlreich: Semina Carthami.Man hat sie als Mittel zum Ab-führen angesehen und auch beiWassersucht und bei Katarrhen ge-braucht. Die gedörrten Blüten,lplorss Carthami, liefern ein Farb-material, welches in den Heimat-ländern der Pflanze schon seit alterZeit zum Rothfärben benutzt wurdeund jetzt auch in europäischenBaumwoll- und Seidenfärbereicnallgemein verbreitet ist. Man erntetdie Blunien kurz vor dem Verblü-hen, wenn die Antheren verstäubtsind und die anfangs gelbe Farbein eine hochrothe übergegangen ist,befreit die großen Blütenköpfe zu-nächst von dem aus blattartigenBrakteen gebildeten Hüllkelche,pflückt die einzelnen Röhrenblütchenheraus, befreit sie von dem unter-ständigen Fruchtknoten, trocknet siemöglichst schnell im Schatten undin fxs. ß bringt sie entweder lose oder besser
* ^thvn gepreßt als Saflor in den Handel. Die Drogue enthält ein gelbes und ein rothesdaz sm"*' öon bvnen nur das letztere verwendbar ist; der Gehalt an Farbstoff überhaupt unddie ms,^2enverhältniß der beiden Farbstoffe ist indeß je nach dem Klima und Boden, in welchemschied e an ^ e aufwuchs, sehr wechselnd, und deshalb haben die einzelnen Handelssorten einen ver-üb^ <v e . n Werth. Am höchsten schätzt man den orientalischen, welcher namentlich aus Aegyptenauz g and Marseille eingeführt wird, dann folgen die Sorten aus dem wärmern Amerika,panien, Frankreich, Italien und Ungarn; der thüringische hat den geringsten Farbstoffgehalt,den, praktische Anwendung ist die Trennung des allein brauchbaren rothen Pigments vonan der^i ^ Dr 9 e t& von großer Wichtigkeit; letzteres ist höchst veränderlich, seine Lösungen werdensatz 1 llebräunt, scheiden gleich den Extraktivstoffen einen unlöslichen humusartigen Boden-^srken ^ würden, wollte man sie mit dem Saflorroth gleichzeitig auf die zu färbende Faser eiu-das n einen schmuzigen Farbenton hervorbringen. Zum Glück wird die Trennung durchWäbr^ ^^rschiedene Verhalten beider Pigmente gegen Lösungsmittel wesentlich erleichtert,tvflp d"a r-^ ^"ssvrgelb in reinem, noch mehr in angesäuertem Wasser sehr leicht löslich ist,° ® ^astorroth von diesem nur sehr wenig, leicht dagegen von alkalischen Flüssigkeiten gelöst,und Familien. Lexikon. VI. 26
Der echte Saflor (Carthamus tinctorius).