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6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
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598 Sedimentiirgebilde Seebäder

eine Pendeluhr, die am Aequator einen richtigen Gang zeigt, würde an den Polen dereine tägliche Voreilnng von 3' 43" zeigen. (S. Pendel.) .tli$ c11

Sedimentärgebilde sind alle aus Wasser abgelagerten Gesteine, welche einen wese ^Antheil an der Zusammensetzung der festen Erdkruste nehmen. Dieselben bestehen aus jf'schiedenartigem Material; ganz vorherrschend sind darunter sandige, thonige oder kalkige ^eiwie z. B. Sandstein, Conglomerat, Thon, Schieferthon, Thonschiefer, Thonstein, Kalkstein,nnd Mergel; in geringerer Menge finden sich dazwischen und dazu gehörig auch Gyps, ""Eisensteine verschiedener Art, Kohlen und Steinsalz. Diese ungleichen Ablagernngsnmteri ^scheinen sich zu allen Zeiten wiederholt zu haben, doch zeigen sich die ältern der auf diese ^ ^entstandenen Gesteine in der Regel etwas dichter, fester und schieferiger als die neuern, ® a .Folge einer allmählichen Umwandlung der Masse sein dürfte, welche durch den Druck der bar:liegenden neuern Ablagerungen hervorgebracht wurde. Durch das Extrem dieser- Umwan {sind dann die vorherrschenden Materialien der Ablagerung endlich in krystallinische Schiefers ^übergegangen mit untergeordneten Einlagerungen von körnigem Kalkstein oder Dolomr ,Quarzit, Graphit, Roth- und Magneteisenerz n. s. w. Die meisten Sedimentärgesteiue jaußer ihrer Uebereinanderlagerung auch noch innere Schichtung, d. h. jedes einzelne Gesternaus übereinander gelagerten Schichten, die einigermaßen voneinander getrennt zu sein pflegDie besondere Art der Ablagerung sedimentärer Gesteine läßt sich unterscheiden in:irische Ablagerung von Geröllen, Sand, Thon-, Mergel- oder Kalkschlamm; b) chemischen t ^schlag von kohlensaurem Kalk, Dolomit, Gyps, Steinsalz, Kieselerde oder Eisenoxydhydrat.1 °>' ^

Häufung von Pflanzentheilen zu Torf u. dgl., woraus später Kohlenlager wurden; d) Änhaul ^von thierischen Resten, namentlich kalkigen oder kieseligen Schalen derselben, woraus spätessteine, Dolomite und manche Kieselgesteine wurden. '

Alle sedimentären Gesteinsbildungen pflegt man nach ihrem relativen geologische"welches sich ans ihrer Uebereinanderlagerung und den darin enthaltenen organischen(Versteinerungen) erkennen läßt, in sogenannte Formationen einzutheilen, die bestimmten 9 {)tzischen Perioden angehören. Die bisjetzt erkannte Reihenfolge dieser Perioden und «i

hat z. B. zu folgenden Benennungen Veranlaflung gegeben, wobei indessen hier vorzugswen' ^die in Deutschland beobachtete Reihenfolge der Formationen berücksichtigt werden kann, ltra Ljettin andern Ländern dafür sogenannte Aequivalente oder Parallelbildungen, d. h. Abla9^^von gleichem Alter, aber von anderer Beschaffenheit anftreteu. Die Reihenfolge ist entsp^ ^jder wirklichen Uebereinanderlagerung so dargestellt, daß die neuesten Bildungen zu oberst 9^sind, die ältern aber je nach ihrem Alter immer tiefer unten stehen. »st»

Recente Periode: Schlamm, Sand,Gerölle,Kalktuff, Torf,Jnfusorienlager,Rasensu.s.w. Diluvial Periode: Lehm (Löß), Sand, Gerölle, Höhlenschlamm, Bohnerz, Kalktufl-^.Jnfusorienlager. Tertiärperiode: Süßwasserkalk,Molasse-,Tegel-,Braunkohlen-, Nunu""^formation,Grobkalk. Kreideperiode: weiße Kreide, Quadersandstein und Pläner, Hilsfvk>" ^(Neocom). Juraperiode: Deisterformation sWoaläsn), Juraformation (weißer Jura, bkJura), Leiasformation, schwarzer Jura. Triasperiode: Keuperformation,Muschelkalkforw ^Buntsandsteinformation (upper-new-red-sandstone). Kohlenperiode: Zechsteinfov'NFormation des Rothliegenden (Permformation), Steinkohlenformation, Kulm- oder W e t |on-sormation. Grauwackenperiode: Devonformation, Silurformation, cambrische FvrN>Hierunter folgen in der Regel die krystallinischen Schiefergesteine. .

Man darf nun aber keineswegs erwarten, daß diese Formationsreihe überall vollständig1 ^Handen sei. Im Gegentheil, sie ist das vielleicht an keinem Orte der Erde; vorstehendestech) nur ein Ideal dar, wie es ans der Verbindung vieler Beobachtungen in ^

Gegenden sich ergibt; in jeder einzelnen Gegend ist in der Regel nur ein Theil der S^si^n Koder Formationsreihe vorhanden (sie ist lückenhaft entwickelt), und dazn sind sehr häufig "" -pri-die ursprünglich regelmäßigen und ziemlich horizontalen Lagerungsverhältnisse bedeutend g >^zuweilen sogar in dem Grade, daß geradezu das Unterste zu oberst gekehrt ist.zuweilen recht schwer, die normale Reihenfolge.der Schichten sicher festzustellen. . M-

Seebäder. Das Wasser des Meeres wäre seines Gehalts an gelösten verschiedenartigestandtheilen wegen einfach als schwaches Mineralwasser, und zwar als eine leichte Sole zusodaß, wenn es nur hierauf ankäme, See- und Solbäder als ziemlich gleichbedeutend a1t .äwären. Doch zeichnen sich die Seebäder durch gewisse Eigenthümlichkeiten aus, welche su-h n ^ e ([ei' !wiederfinden, und zwar durch dichtere, reinere Luft bei gleichmäßigerer Temperatur und den ^>>schlag, welcher fast einer permanenten Douche gleicht. Natürlich finden sich diese Eigeni